Wiesn-Wirt Michael Käfer: Vom Feinkost-Laden zum 250-Millionen-Euro-Business

Florian Rinke23.2.2025

Sein Käferzelt ist die Promi-Anlaufstelle auf dem Oktoberfest, früher betrieb er auch die legendäre Disco P1

Philipp Westermeyer (links) und Michael Käfer nach der Aufnahme.
Philipp Westermeyer (links) und Michael Käfer nach der Aufnahme.
Inhalt
  1. Vom Feinkost-Laden zum 250-Millionen-Euro-Business
  2. "Ich schaue über die Reservierungen"

Er hat in München die legendäre Disco P1 betrieben, ein Zelt auf dem Oktoberfest zu DEM Treffpunkt der deutschen und internationalen Prominenz gemacht – und rund um den familieneigenen Feinkostladen ein Multi-Millionen-Business aufgebaut: Im OMR Podcast spricht Feinkost-König Michael Käfer über seinen Aufstieg, ein Treffen mit Ex-US-Präsident Bill Clinton und sein Geheimnis, wie man als Wiesn-Wirt dauerhaft Erfolg hat.

Ein Krug voll Bier – das ist nicht unbedingt das, woran man als erstes denkt, wenn man das Wort Feinkost hört. Und deswegen gibt es bei Michael Käfer natürlich auch Schampus in der Käfer Wiesn-Schänke, wie die im Volksmund als Käferzelt bekannte Anlaufstelle der Prominenz auf dem Oktoberfest offiziell heißt. Mit rund 1500 Plätzen zählt es zu den kleineren "Zelten", dafür darf es länger geöffnet haben als Schottenhamel, Spaten und Co. "Unser Zelt war immer was Besonderes", sagt Michael Käfer: "Als wir angefangen haben, hatten wir 80 Plätze."

Das Holzblockhaus auf der Theresienwiese wurde das erste Mal von Käfers Vater errichtet, 1995 hat Michael Käfer die Leitung übernommen. Sein Geschick als Gastgeber hatte er zuvor bereits jahrelang durch die Leitung der Münchner Kult-Disco P1 bewiesen. Die Rolling Stones haben dort gefeiert, Tina Turner ebenso, Whitney Houston hat dort ihr erstes Konzert gegeben – und zahlreiche Spieler des FC Bayern München haben dort in den 1990er Jahren gefühlt fast so viel Zeit verbracht wie auf dem Trainingsplatz. Und als Bayern-Torwart Oliver Kahn eine Beziehung mit der Kellnerin Verena Kerth anfing, schaffte es das P1 natürlich regelmäßig in die Boulevard-Medien. Sein Geschäftsführer habe ihn damals immer angerufen und gesagt: "Du der Torwart steht vor der Tür draußen und wartet", erinnert sich Käfer.

Vom Feinkost-Laden zum 250-Millionen-Euro-Business

Doch irgendwann hat sich Michael Käfer vom P1 getrennt. "Die Zeit ist irgendwann vorbei", sagt er. Stattdessen fokussierte er sich mehr auf das Familienunternehmen, das noch von seinen Großeltern gegründet worden war: Feinkost Käfer. Was einst als einfacher Laden in München begann, wurde unter Michael Käfers Führung zu einer breit aufgestellten Firmengruppe mit mehr als 250 Millionen Euro Umsatz. Zu den Feinkostgeschäften hat sich im Laufe der Zeit noch ein Catering-Unternehmen gesellt, Käfer betreibt unter anderem auch die Gastronomie im Berliner Reichstagsgebäude – und dann ist da natürlich noch das Wiesn-Zelt.

Einmal, sagt Michael Käfer, seien sogar Bill und Hillary Clinton zu Besucht gewesen. Vor dem Besuch des früheren US-Präsidenten sei der Secret Service gekommen, um das Gebäude zu überprüfen. Und dann habe Clinton sogar mit ihm fast eine Viertelstunde lang geredet – zumindest gefühlt. "In Wahrheit waren es wahrscheinlich so zwei Minuten. Aber er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich in diesen zwei Minuten die wichtigste Person der Welt bin", erinnert sich Michael Käfer.

"Ich schaue über die Reservierungen"

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg ist aus seiner Sicht das Fingerspitzengefühl. Die Plätze im Zelt sind heiß begehrt – und am Ende kommt es dann oft auch darauf an, wer wo sitzt. Es geht darum, die Menschen ein Stück weit zusammenzubringen. Oder eben auch den vermeintlich richtigen Menschen das Gefühl zu geben, wichtig zu sein. "Ich schaue immer zum Schluss noch einmal über die Reservierungen", sagt Michael Käfer.

Im OMR Podcast erzählt Michael Käfer, was die Kunst in der Gastronomie ist, welche Erfahrungen er während der Corona-Pandemie machen musste – und warum es inzwischen so schwer ist, gutes Personal zu finden.

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OMR Podcast
Florian Rinke
Autor*In
Florian Rinke

Florian Rinke ist Host des Podcast "OMR Rabbit Hole" und verantwortet in der OMR-Redaktion den "OMR Podcast". Vor seinem Wechsel Anfang 2022 zu OMR berichtete er mehr als sieben Jahre lang für die Rheinische Post über Start-ups und Digitalpolitik und baute die Rubrik „RP-Gründerzeit“ auf. 2020 erschien sein Buch „Silicon Rheinland".

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