Wonderwaffel-Gründer im OMR Podcast: Vom Familienritual zum Millionen-Franchise
CEO Murat Topcuoglu erzählt, wie das Dessert-Konzept auch dank Tiktok zum Erfolg wurde.
Wonderwaffel bietet die perfekten Produkte für das Social-Media-Zeitalter: Üppig mit Früchten, Schokoriegeln und Co. gefüllte und verzierte Waffeln. Aus einem Familienritual ist inzwischen ein Franchise mit mehr als 30 Standorten geworden. Im OMR Podcast erzählt Gründer Murat Topcuoglu, wieso er trotz der Millionen-Reichweiten bei Tiktok lieber langsam expandiert, wieso sein Konkurrent auch das Snickers aus dem Spätkauf ist – und mit welchen Food-Konzepten er parallel bereits expandiert.
Am Sonntag gab es immer Waffeln. Frisch gebacken von Murat Topcuoglus Mutter. Mit Erdbeeren oder anderem Obst, je nachdem was am Ende der Woche im elterlichen Obst- und Gemüsegeschäft übrig geblieben war. "Wir haben sie zusammengeklappt und gegessen, mit Sahne und Kokosraspeln", sagt Murat Topcuoglu im OMR Podcast über dieses ganz besondere Resteessen: "Das war unser Ding."
Den Obst- und Gemüseladen in Berlin gibt es nicht mehr, die Konkurrenz durch die Supermärkte sei irgendwann einfach zu groß gewesen. Aber die Geschichte mit den Waffeln – die ging weiter und wurde mehr als ein Ritual. Denn irgendwann entstand die Idee, mehr daraus zu machen, die Waffeln auch anderen anzubieten. Erste Versuche mit einem Stand beim Karneval der Kulturen im Jahr 2011 scheiterten, doch die Topcuoglus machten weiter. "Wir waren vom Produkt immer noch sehr, sehr stark überzeugt", sagt Murat Topcuoglu. Heute gibt es mehr als 30 Filialen ihres Franchise-Systems Wonderwaffel.
Wonderwaffel ist sehr erfolgreich bei Tiktok
Die Waffeln sind das perfekte Dessert fürs Social-Media-Zeitalter. Inzwischen werden sie nicht mehr nur mit Früchten belegt, sondern auch mit Schokoriegeln und anderen Zutaten. Dazu gibt es Shakes und Bowls, für die Wonderwaffel auch mit dem Creator-Pärchen Nader und Louisa Jindaoui zusammenarbeitet. Generell ist Social Media ein riesiger Hebel für das Wachstum von Wonderwaffel gewesen – oder genauer gesagt: speziell Tiktok. Bei Instagram kommt Wonderwaffel auf rund 213.000 Follower, bei Tiktok sind es eine Million. Noch größer sind die Unterschiede bei den Aufrufen einzelner Videos. Ein Short mit der Tänzerin Zahide kommt bei Instagram beispielsweise auf rund 81.000 Likes, bei Tiktok auf eine Million (und mehr als 16 Millionen Aufrufe). In den Tiktok-Charts, die OMR einmal im Monat mit Wecreate veröffentlicht, landete Wonderwaffel im vergangenen Jahr immer wieder auf Spitzenplätzen.
Der Aufbau des Franchise-Konzepts verläuft hingegen weniger raketenartig als der Aufstieg in Social Media. Das sei aber auch eine bewusste Entscheidung, sagt Murat Topcuoglu. Er setzt auf einen "long run", wie er es nennt. Was passieren kann, wenn Franchise-Unternehmen zu schnell wachsen, hat zuletzt Royal Donuts erfahren müssen. Gründer Enes Seker hatte das Konzept rasant ausgerollt, dann mussten mehr als 250 Läden aber schließen. Das Geschäft mit Desserts sei nicht leicht, sagt Murat Topcuoglu: "Für mich ist letztlich sogar das Snickers im Spätkauf ein Konkurrent." Denn auch damit würde jemand seinen Hunger auf etwas Süßes stillen. Die Umsätze, die Franchise-Partner mit den Filialen machen, variieren daher auch deutlich. Die meisten Läden würden Umsätze zwischen 200.000 und 800.000 Euro im Jahr machen.
Von Dattel-Shop bis Burger-Konzept
Die Gründer setzen daher längst auch auf weitere Konzepte – und denken größer. Man wolle ein "Powerhouse" bauen, sagt Murat Topcuoglu. Unter einem Dach sollen viele verschiedene Marken wachsen und voneinander profitieren können. Mit Maloa Poke Bowl gibt es inzwischen ein weiteres Franchise-Konzept, das die Brüder ausrollen, außerdem experimentieren sie mit Ghost-Kitchen-Konzepten, im Burger-Bereich und mit einem Onlineshop namens Dattelmann für Trockenfrüchte.
Warum sich Burger-Konzepte schneller entwickeln lassen als Wonder Waffel, warum er großen Respekt vor McDonalds hat und für welchen Job er gerade dringend jemanden sucht, verrät Murat Topcuoglu im OMR Podcast.