Transfermarkt.de: Mit cleverem Community-Building zu über vier Millionen Nutzern pro Monat

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Transfermarkt-Gründer Matthias Seidel erzählt im OMR Podcast, wie er die riesige Fußball-Community aufgebaut hat

Seit Wochen läuft die heiße Transferphase im Weltfußball. Einer der größten Profiteure: Die deutsche Fußball-Community Transfermarkt.de. Die Seite verzeichnet an einzelnen Highlight-Tagen in dieser Zeit über vier Millionen Visits am Tag. Im OMR Podcast erzählt Gründer Matthias Seidel, wie er seit 18 Jahren das Wachstum vorantreibt, warum er sich schon 2008 für eine Zusammenarbeit mit Axel Springer entschied und ob der Name Transfermarkt auch auf internationalen Märkten funktioniert.

Transfermarkt.de ist einer der wenigen deutschen Publisher, der nur online groß geworden ist. Im Jahr 2000 gründet Matthias Seidel das Portal aus seinem kleinen Online-Unternehmen heraus. „Ich war als Fan von Werder Bremen nach Hamburg gekommen und da war es auch über das Internet schwer, an Neuigkeiten zu meinem Verein zu kommen“, sagt er im OMR Podcast. „Ich dachte damals, ich frag einfach mal in den typischen Vereins-Foren, ob es nicht den ein oder anderen gibt, der Transfer-Gerüchte und News rund um die jeweiligen Vereine zusammentragen will.“ Er habe noch mit Microsoft Frontpage das Design der Seite aufgesetzt und einfach bei Denic geguckt, welche passenden URLs noch frei sind. So startet Transfermarkt.de als News-Community mit Schwerpunkt auf Spielertransfers.

News, Datenbank, Community: Drei Säulen helfen beim Wachstum

„Wir hatten schon zum Start immer die spannendsten und neuesten Gerüchte aus der Community. Das hat direkt geholfen, stark zu wachsen“, sagt Seidel. In der Folge baut Transfermarkt eine Spielerdatenbank auf, die heute 550.000 Fußballer umfasst. Hier sind Daten wie der Marktwert, ehemalige Vereine und persönliche Infos hinterlegt. „Mit der Datenbank sind wir natürlich Googles bester Freund. Die Suchmaschine sieht, dass Fans auf unserer Seite auch die richtigen Informationen finden“, sagt der Gründer. Dabei wird auch hier die Community aktiv mit einbezogen, die Datenbank funktioniert wie Wikipedia und registrierte Mitglieder können Änderungen vornehmen.

Matthias Seidel Transfermarkt

Transfermarkt.de-Gründer Matthias Seidel

Die dritte große Säule ist das Newsportal, für das mittlerweile sieben festangestellte Redakteure schreiben. Das Erfolgsrezept sei laut Seidel aber, die drei Bereiche zu verbinden: „Wer heute einen Blick in unsere Gerüchteküche wirft, merkt das. Die Gerüchte kommen aus der Community, werden von der News-Redaktion verarbeitet und der betreffende Spielereintrag aus der Datenbank wird auch eingebunden.“ So erwarte Seidel am 31. August, dem großen Highlight-Tag (danach schließt das Transferfenster) über vier Millionen Visits. Im August dürften die Zugriffszahlen die aus dem Juli 2018 (laut AGOF knapp 4,2 Millionen Unique User) noch einmal übertreffen.

Internationalisierung mit deutscher Brand

Schon 2008 kauft Axel Springer 51 Prozent der Anteile an Transfermarkt.de. Matthias Seidel hält heute 39 Prozent am Unternehmen, die restlichen zehn Prozent entfallen auf den österreichischen Vermarkter e-quadrat. „Ich sehe Axel Springer aber eher als Business Angel, der beim Wachstum hilft“, sagt Seidel. Zu dem Zeitpunkt hätte er drei Mitarbeiter gehabt, heute sind es 35. Auch in anderen Fragen sei das Portal bis heute unabhängig vom Medienkonzern. Dieser habe vor allem bei der Internationalisierung geholfen. Was verblüfft: In vielen Ländern tritt das Unternehmen mit dem deutschen Namen auch in der URL auf. „Wir dachten uns, kindergarden hat sich ja auch durchgesetzt. In England ist transfermarket.co.uk derzeit nicht stärker als transfermarkt.co.uk“, so der Gründer. „All unsere Auslandsmärkte zusammen sind heute so groß wie die deutsche Seite.“

Wieso Transfermarkt bis heute kaum Marketing-Budget in die Hand nimmt und welcher Spielertransfer für den größten Traffic gesorgt hat, hört Ihr im OMR Podcast.

Unsere Podcast-Partner:

Die Kollegen der Techniker Krankenkasse tragen Technik nicht nur im Namen, sondern denken sich auch Einiges in dem Bereich aus. Zum Beispiel haben sie ein spannendes Portfolio an Apps zu Technik-, Lifestyle- und natürlich Gesundheitsthemen. Jetzt ganz neu bietet die TK außerdem einen Skill an – also eine App für Amazons Alexa. „TK Smart Relax“ unterstützt unter anderem bei Meditation, Achtsamkeitsübungen und Muskelentspannung. Los geht’s mit den Worten „Alexa, ich brauche Entspannung“ – nicht nur für TK-Kunden.

Facebook hat jetzt auch einen Podcast in Deutschland: In „Das Facebook Marketing Update“ gibt es aktuelle Tipps, Tricks und Neuerungen rund um Facebook und Instagram. Jin Choi, Group Director DACH für FMCG, Retail und Entertainment bei Facebook, führt durch die Folgen und wird in Zukunft Gäste von Facebook selbst sowie externe Experten begrüßen. Wenn Ihr also noch besser verstehen wollt, wie das Marketing auf den großen Plattformen funktioniert, hört dringend mal rein. Hier findet Ihr alle Infos zum neuen Podcast-Format von Facebook.

Unsere Freunde von der Hamburg Media School veranstalten vom 4. bis zum 10. November wieder einen „Innovation Field Trip“ nach New York City. Dabei soll es um Innovation, Technologie und Entrepreneurial Journalism gehen und auf dem Programm stehen Besuche bei zahlreichen New Yorker Medienunternehmen (z.B. HBO, Outbrain, Buzzfeed uvm.). Die Trips sind immer extrem spannend und es geht in kleiner Runde in die Stadt, die niemals schläft. Reserviert Euch jetzt direkt Euren Platz für die Reise, hier gibt’s alle Infos.

Und am Ende wieder der kleine Hinweis auf das nächste große OMR-Event. Am 12. September 2018, dem ersten Abend der Dmexco, steigt traditionell die OMR Aftershow im Bootshaus Köln. Als Acts sind Hip-Hop-Ikone Samy Deluxe, OMR-Liebling Oli.P, die DJ-Abräumer Drunken Masters und 90er-Held Gigi D’Agostino dabei. Wie immer gibt’s für jeden mit einem Ticket alle Drinks for free. Große Außenbereiche bieten Euch auch mal eine Pause von der Feierei. Es ist also alles bereitet für einen heftigen Abend mit der OMR-Familie. Tickets bekommt Ihr hier – lasst Euch nicht zu viel Zeit, die Party ist eigentlich immer im Voraus ausverkauft.

Alle Themen des Podcasts mit Matthias Seidel von Transfermarkt.de im Überblick:

  • Transfermarkt.de ist schon 18 Jahre alt: Mit welchen Zielen hat Matthias Seidel den Digital-Content-Player damals gegründet? (ab 01:33)
  • Welche Strategien haben Transfermarkt vor allem beim Wachstum geholfen? (ab 03:52)
  • Wie groß ist Transfermarkt in Sachen Nutzern derzeit? (ab 05:37)
  • Warum schon 2008 der Verkauf der Unternehmensmehrheit an Axel Springer? (ab 08:04)
  • Kam Seidel jemals der Gedanke, seine Reichweite über Paid Content zu monetarisieren? (ab 13:14)
  • Bisher ist noch wenig zu sehen: Wie steht es um die Video-Strategie von Transfermarkt? (ab 15:25)
  • Was war der erste Hebel, um Transfermarkt groß zu machen und wie betreibt das Unternehmen heute Community Building? (ab 17:41)
  • Mobile ist mittlerweile der wichtigste Kanal für viele Publisher: Wie ist das bei Transfermarkt? (ab 23:09)
  • Wie groß ist die Redaktion von Transfermarkt? (ab 24:25)
  • Ist Transfermarkt mittlerweile auch eine richtige Media-Brand für Gründer Seidel? (ab 28:22)
  • Wie wichtig war das richtige Timing für den Erfolg? (ab 30:14)
  • Sind Partnerschaften mit großen Medien-Brands in anderen Ländern denkbar? (ab 30:47)
  • Wie groß ist das Marketing-Budget? In welche Kanäle wird investiert? (ab 32:03)
  • Sieht Seidel noch andere Sportarten, in denen so ein Service existieren könnte? (ab 35:29)
  • Warum ist Seidel als Gründer so zurückhaltend in der Öffentlichkeit? (ab 36:27)
  • Wäre es denkbar, dass Transfermarkt noch lokaler berichtet? (ab 37:22)
  • Wie sehr hilft das immer größere Interesse an Fußball und Transfers dem Geschäftsmodell von Seidel? (ab 39:46)
  • Erfolgreiche Communities rund um Fußball: Warum gibt es Projekte wie Kicktipp oder eben Transfermarkt nicht viel mehr auch in anderen Branchen? (ab 43:29)
  • Wer sind die größten Werbepartner von Transfermarkt? (ab 45:04)

Wie immer könnt Ihr den aktuellen OMR Podcast bei SoundcloudiTunes (falls die aktuelle Episode noch nicht sichtbar ist, einfach abonnieren) oder per RSS-Feed anhören. Auch auf SpotifyStitcher und Deezer findet Ihr uns. Und es gibt jetzt auch einen Alexa Skill! Viel Spaß beim Anhören – und vielen Dank für jede positive Bewertung.

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