Sven Schmidt mit gewohnt klaren Ansagen und Analysen zu Lesara, P7S1 und Kreditech

OMR Podcast Sven Schmidt P7S1

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Der Podcast-Stammgast ist nicht begeistert

ProSiebenSat.1 setzt die Einkaufstour fort: Nach der Übernahme des Social-Advertising-Tools Esome aus Hamburg Ende 2017 folgte kürzlich der Kauf des E-Commerce-Vermarkters Kairion. Der Medienkonzern baut damit weiter an einem eigenen Adtech-Stack. In der aktuellen Folge stellt VC-Experte Sven Schmidt dar, warum sich P7S1 seiner Meinung nach endlich auf das Kerngeschäft aus Inhalten und Reichweite konzentrieren sollte, weshalb Maxdome die größte vergebene Chance war – und begründet seine Zweifel an der Strategie der Unterföhringer.

Seit einigen Jahren investiert ProSiebenSat.1 verstärkt in Marketing-Technologien, unter anderem mit der Virtual Minds Holding, Smartstream.tv und zuletzt Esome und Kairion. Während OMR Podcast-Host Philipp Westermeyer die Wette auf eine funktionierende Adtech-Plattform, vor allem für Addressable TV, zwar auch riskant, aber mindestens genauso spannend und mutig finden, wählt Schmidt sehr klare Worte in die andere Richtung. Seiner Meinung nach gleiche das Vorhaben dem Kauf einzelner, kleiner Puzzle-Teile, die am Ende nur schwer zusammenpassen. „Das sieht auf Slides für Investoren schön aus, ist in der Praxis aber schwierig“ so der VC-Experte. „Außerdem stelle ich mir die Frage, ob das von Werbekunden überhaupt als Lösung aus einer Hand wahrgenommen wird.“

Kommt der Content und damit auch die Reichweite zu kurz?

Ein elementarer Fehler sei der fehlende Fokus auf den in seinen Augen wichtigsten KPI Reichweite. Er sagt: „Wenn ich am Ende keine Reichweite mehr habe, bringt mir auch der Kauf von Adtech-Firmen nichts.“ Vor diesem Hintergrund kann er auch die zahlreichen Käufe und Investitionen in E-Commerce und andere Portale nicht nachvollziehen. „Als große Firma musst Du Dich doch fragen, welches die wichtigsten Themen sind, auf die man sich fokussiert. Bei ProSiebenSat.1 sind das einfach zu viele aus Sektoren, wo man gar kein Know How hat, um richtig gut zu sein“, so Schmidt. Am Beispiel von Flaconi verdeutlicht er seinen Standpunkt: „Die sind die klare Nummer 2 hinter Douglas und die wahrscheinlich hinter Amazon. Das heißt, sie sind irrelevant groß und haben keine reellen Chance auf Wachstum. Was bringt das P7S1?“

Die größte verpasste Chance für ProSiebenSat.1 sei laut Sven Schmidt das Streaming-Portal Maxdome gewesen. „Das passt perfekt zum Kerngeschäft und sie waren damit richtig früh dran“, sagt er. „Aber statt weiter da zu investieren, steckt man das Geld lieber in Flaconi sowie Amorelie und will jetzt sogar noch einen neuen Streaming-Service launchen. Das macht einfach keinen Sinn.“ Er könne nicht verstehen, warum P7S1 das Portal trotz Kundenzugang und Reichweite nicht richtig groß bekommen hat.

Kritik am Lesara-Podcast, Home24 und Kreditech

Der Medienkonzern aus Unterföhring muss aber nicht als einzige Company der Kritik von Sven Schmidt standhalten. Ganz vorne in der Schusslinie: OMR selber. Beim Podcast mit Lesara-Gründer Roman Kirsch hätte sich Schmidt deutlich kritischere Nachfragen von Philipp Westermeyer gewünscht. Er glaube nicht an das Geschäftsmodell des E-Commerce’lers, außerdem seien die kommunizierten Umsätze nicht im Bundesanzeiger nachvollziehbar.

Und auch Kreditech kommt nicht ungeschoren davon. Nachdem das Hamburger Finanz-Startup im Mai 2017 110 Millionen Euro vom südafrikanischen Medienkonzern Naspers erhalten haben soll, legten die kürzlich veröffentlichten Geschäftszahlen offen, wie schlecht es offenbar um die Firma steht. Knapp 59 Millionen Euro soll Kreditech demnach 2016 verloren haben, 2017 seien dann nach vorläufigen Zahlen weitere rund 55 Millionen Euro hinzugekommen. Im neuen OMR Podcast erklärt Sven Schmidt außerdem, was er von Dazn hält, wie er zu ICOs steht und welche Aussage ein möglicher IPO von Home24 für das Geschäftsmodell des Unternehmens hätte.

Unsere Podcast-Partner:

Besonders in den letzten Wochen vor dem OMR Festival wird die Zeit manchmal knapp, um alltägliche Dinge zu erledigen. Klamotten einkaufen zum Beispiel. Da hilft zumindest unseren männlichen Kollegen (die sowieso eher selten große Shopping-Fans sind) aktuell Outfittery. Und so funktionierts: Ihr gebt online ein paar Infos zu Style, Marken-Präferenzen, Größe usw. an und bekommt eine von den Modeexperten auf Eure Wünsche zusammengestellte Box zugeschickt. Bezahlen müsst Ihr nur, was gefällt. Den Rest könnt Ihr kostenfrei zurückschicken. Wer das mal ausprobieren möchte, bekommt unter outfittery.de/omr und mit dem Code „OMR“ 25 Euro Rabatt.

DCMN kombiniert schon seit vielen Jahren Daten und Tech mit Kreation. Die Berliner Agentur ist dabei ein echter Hidden Champion – das zeigen Kunden wie Etoro, Jimdo oder Outfittery, die sie über die Growth-Phase hinaus begleitet haben. Mit dem neuen Tool „DC Analytics“ übertragen die Kollegen jetzt die Optimierungs- und Tracking-Logiken aus dem Online-Bereich ins TV. Wenn Ihr also auch mal richtig Performance getrieben im Fernsehen werben wollt, schaut unbedingt bei dcanalytics.dcmn.com vorbei.

Und noch ein Partner, der perfekt in unsere Pre-Festival-Phase passt, weil guter Schlaf jetzt noch wichtiger ist, als sowieso schon: Casper. Treue Podcast-Hörer kennen sie garantiert schon. Die Matratze wurde 2015 vom Time Magazine zur besten Erfindung des Jahres gewählt. Es gibt nur ein Modell in verschiedenen Größen und 100 Tage und Nächte Rückgaberecht (also genug Zeit zum Probeliegen) – einfacher kann der Matratzen-Kauf wirklich nicht sein. Im OMR-Büro träumen schon viele Kollegen auf der Casper-Matratze. Probiert es auch einfach mal aus. Für alle Leser und Hörer gibt es mit dem Gutscheincode „OMR” auf casper.com/omr 50 Euro Rabatt.

Videos in sozialen Netzwerken sind der Reichweitenmotor für viele Brands und Publisher. Wer hier nicht mitspielt, hat den Kampf um die Zielgruppe eigentlich schon verloren. Ihr solltet also spätestens heute über Eure Bewegtbildstrategie nachdenken. Helfen könnte dabei ein Angebot der Hamburg Media School: Die Social Video Academy. Hier erfahrt Ihr alles über Strategie, Planung, Kreation und Produktion von Video-Content bis hin zur Distribution und den dahinter stehenden Geschäftsmodellen. Die nächste Academy startet am 2. März. Hier gibt’s alle Infos.

Alle Themen vom Podcast mit Stammgast Sven Schmidt im Überblick:

  • Sven Schmidts Kritik am OMR Podcast mit Lesara-Gründer Roman Kirsch (ab 2:10)
  • Deshalb glaubt er nicht an das Lesara-Modell (ab 04:00)
  • Auch die bisherigen Lesara-Investoren betrachtet Sven Schmidt sehr kritisch – außer Northzone (ab 7:15)
  • So beurteilt Schmidt das Geschäftsmodell und die Adtech-Investitionen von ProSiebensat.1 (ab 11:00)
  • Was verbirgt sich hinter den drei Geschäftsbereichen Entertainment, Content Production & Global Sales und Nucom Group, in die seit Anfang des Jahres das gesamte Geschäft bei P7S1 aufgeteilt ist? (ab 12:00)
  • Wie beurteilt Sven Schmidt die Übernahmen von Jochen Schweizer, Elite-Partner und Parship? (ab 17:15)
  • Seiner Meinung nach macht es wirtschaftlich keinen Sinn, Werbekunden – wie Elite-Partner und Parship – zu übernehmen (ab 19:00)
  • Was sagt der Verkauf von weg.de Ende 2017 über die Strategie von P7S1 aus? (ab 22:30)
  • Deshalb macht es laut Sven Schmidt absolut Sinn, Märkte zu konsolidieren – und in diesen Fällen hat P7S1 das Ziel seiner Meinung nach nicht erreicht (ab 23:15)
  • Schmidt sieht keine Wachstumschancen für die Online-Parfümerie Flaconi – und fragt sich, warum P7S1 noch daran festhält (ab 26:00)
  • Seiner Meinung nach bearbeitet P7S1 zu viele Themen halbherzig und sollte sich auf drei fokussieren (ab 28:00)
  • Maxdome: die größte verpasste Chance (ab 28:50)
  • Wie stehen laut Sven Schmidt die Chancen für die Sport-Streaming-Plattform Dazn, sich langfristig am Markt zu etablieren? (ab 34:15)
  • Das sagt Sven Schmidt zur Adtech-Strategie von ProSiebenSat.1 (ab 42:30)
  • Der Fokus von P7S1 sollte laut dem VC-Experten voll auf dem Erhalt der Reichweite und eigenem Content liegen – nicht auf dem Erwerb von Adtech-Firmen (ab 46:40)
  • Sind Werbeinseln bei P7S1 schon von Eigenwerbung und Beteiligungen überladen? Sven Schmidt sagt „ja“ – und sieht dadurch eine deutlich geringere Werbeeffizienz (ab 53:30)
  • Was sagt Schmidt zum möglichen Börsengang von Home24? (ab 59:00)
  • Seine Einschätzung zur Börsenkurs-Entwicklung von Hello Fresh (ab 1:02:20)
  • Über die jüngsten Geschäftszahlen von Kreditech und die dreistellige Millionen-Finanzierung durch Naspers aus Südafrika (ab 1:05:20)

Wie immer könnt Ihr den aktuellen OMR Podcast bei SoundcloudiTunes (falls die aktuelle Episode noch nicht sichtbar ist, einfach abonnieren) oder per RSS-Feed anhören. Ihr könnt uns außerdem auf den Plattformen Spotify, Stitcher und Deezer finden. Viel Spaß beim Anhören – und vielen Dank für jede positive Bewertung.

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Diskussion auf OMR
  • Anton

    Könnt ihr bitte einen Sven Schmidt Fanclub gründen! Kompetentes und interessantes Feedback mit einer persönlichen Note „What the Fuck…“ !Super Episode!

  • stefan

    wie unterhaltsam ist das denn? mehr gelacht als bei der letzten fest&flauschig-folge. wo kann man vorschläge für den podcast-grimme-preis einreichen? bester omr-podcast aller zeiten (meine meinung).

  • DanielT

    Bester Podcast überhaupt. Grip gepaart mit dem nötigen Charisma.Bitte mehr davon

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