Elias Nerlich: Streaming-Star über sein Business, Icon League und Karriere

19.4.2026

Im OMR Podcast spricht Elias Nerlich offen über das Leben zwischen Internet und Unternehmertum.

Streamer Elias Nerlich und OMR-Gründer Philipp Westermeyer trafen sich in Berlin zur Aufnahme – kurz vor einer Partie der Icon League. Foto: OMR
Streamer Elias Nerlich und OMR-Gründer Philipp Westermeyer trafen sich in Berlin zur Aufnahme – kurz vor einer Partie der Icon League. Foto: OMR
Am besten Tag seines Lebens (O-Ton) hat ein Mitspieler Elias Nerlich das Schien- und Wadenbein gebrochen. Die Verletzung beendet seinen Traum vom Profi-Fußball, dafür wird er zu einem der größten Streamer Deutschlands. Im Gespräch mit Philipp Westermeyer analysiert Elias seinen Aufstieg zum Multi-Unternehmer mit einem geschätzten Vermögen von rund 20 Millionen Euro: Vom Durchbruch während der Pandemie bis hin zu einem Business-Ökosystem aus Delay Sports, der Icon League (gemeinsam mit Toni Kroos) und Marken wie VitaVate oder Lyora. Und er verrät auch, wie man sich fühlt, wenn man als „normaler Berliner Junge“ plötzlich Kontakt mit Weltstars wie Ronaldo oder Lionel Messi hat.
Im OMR Podcast spricht Elias Nerlich über...
...das Ende seiner Profifußball-Träume: Mit 17 Jahren habe ich in der Brandenburg-Liga gespielt, das ist die 6. Liga. Und dann kam der Tag, der rückblickend wahrscheinlich der beste Tag meines Lebens war, an dem mich ein Teamkollege im Training bei einem Foul das Schien- und Wadenbein gebrochen hat. Es war ein komplizierter Bruch, ich wurde mit dem Krankenwagen abgeholt, mein Fuß hing komplett auf halb sieben. Und ich weiß noch, dass der Arzt im Krankenhaus dann zu mir gekommen ist und gesagt hat: Du wirst nie wieder normal Fußball spielen können. Das war für mich als 17-Jähriger, der diesen Traum vom Profifußball hatte, schon hart. Und wie das Schicksal es wollte, wurde ich dann zwei oder drei Tage vor dem FIFA17-Release operiert. Und weil mir der Arzt strenge Bettruhe verordnet hatte, habe ich wirklich acht Wochen lang nur FIFA gezockt den ganzen Tag. Und plötzlich war ich einer der besten Spieler der Welt." 
...die Bindung zu seiner Community: "Ich habe eine sehr treue Community. Gefühlt habe ich sogar Schuldgefühle, wenn ich abends mal nicht streame. Das ist eigentlich auch nicht so gesund. Aber viele schalten abends nicht mehr ein, weil sie entertaint werden wollen, sondern weil sie auf andere Gedanken kommen wollen, wenn sie einen schlechten Tag hatten oder so. Ich kenne das von mir selbst: Mir hat Christiano Ronaldo sehr durch die Zeit der Trennung meiner Eltern geholfen. Ich habe damals immer alle Real-Madrid-Spiele geguckt und mich immer auf Ronaldo gefreut, weil er mich abgelenkt hat. Deswegen habe ich eine Bindung zu ihm – obwohl er mich gar nicht kennt. Ich will mich nicht mit Ronaldo vergleichen, aber viele sagen, dass sie so eine Verbindung auch zu mir haben. Die Freundin hat sie verlassen, jemand ist krank geworden in der Familie, Todesfall – es gibt viele Momente, in denen du abends vielleicht nur einer Person zugucken willst, um dich abzulenken. Und wenn man das schafft, dann hast du eine ganz intensive Verbindung."
...den plötzlichen Reichtum und wie er damit umgegangen ist: "Das erste, was ich mit meinem Geld gemacht habe, war meiner Mutter ein Haus zu kaufen. Ich habe immer 80 Prozent meiner Einnahmen zur Seite gelegt, bis ich diese Summe zusammen hatte. Mit den anderen 20 Prozent bin ich auch mal was essen gegangen oder habe mal ein Parfum oder so für mich gekauft. Als ich das Haus gekauft habe, hatte ich logischerweise kein Geld mehr und habe dann mit meinem Manager einen Plan überlegt, wo ich mich einkaufe – also Aktien, ETFs und alles mögliche. Ich habe dann drei Jahre lang praktisch gar kein Geld ausgegeben und habe alles in Aktien reingehauen."
...seine Offenheit beim Thema Geld: "In Deutschland ist es ja immer so ein Thema, über Geld zu reden. Aber ich habe mir vorgenommen, immer offen zu sein. Klar, du machst dir auch viele Feinde damit, wenn du so was erzählst. Aber ich finde, man sorgt auch dafür, dass viele Leute dann sagen: Ey, krass, der ist offen, der redet darüber, find ich cool." 
...die Bedeutung seiner Verlobten Melina: "Melina und ich haben uns vor zwölf Jahren im Schwimmbad kennengelernt und dann verliebt. Melina ist auch ein Grund, weswegen es so funktioniert hat. Denn wenn man einen Youtube-Kanal macht oder Twitch oder sich entscheidet, in der Öffentlichkeit zu stehen, gibt es viele, die einen runtermachen. Aber Melina stand immer hinter mir. Sie hat mir später mal erzählt, dass es natürlich auch bei ihren Freundinnen komische Situationen gab. Die haben immer alle darüber geredet, was ihre Freunde machen: Der eine studiert, der andere macht das. Und sie hat dann immer gesagt: Mein Freund spielt FIFA."
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