Rockstars Picks: Donald Trump kann (auch) kein E-Mail-Marketing

Donald Trump

Das sind die spannendsten Artikel der vergangenen Wochen

Es gibt auch spannende Artikel, die nicht bei uns veröffentlicht werden – und um die vorzustellen, gibt es unsere Rubrik Rockstars Picks. Diese Woche unter anderem mit folgendem Thema: Donald Trump versucht jetzt auch, per E-Mail-Marketing Spenden zu sammeln. Laut einem Analyse-Unternehmen läuft das nicht ganz so erfolgreich, die Öffnungsrate sei niedrig, viele Mails landen im Spam-Ordner. Außerdem: Facebooks Änderung am Newsfeed-Algorithmus, neueste Zahlen zum Messenger WeChat und der Grund, warum man Google Trends nur mit Vorsicht einsetzen sollte.

„This is the first fundraising email I have ever sent on behalf of my campaign“ – mit diesen Worten wird eine E-Mail der Fundraising-Kampagne vom US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump eingeleitet. Weiter heißt es: „And, I’m going to help make it the most successful introductory fundraising email in modern political history.“ Zwar konnte der Republikaner so eigenen Angaben zufolge mehrere Millionen US-Dollar einsammeln, in Bezug auf Online-Marketing-Metriken scheint der Plan aber nicht so wirklich aufgegangen zu sein. Das sagt zumindest das Analytics-Unternehmen Return Path. Demnach seien 60 Prozent der ersten Fundraising-Mail gar nicht in den Postfächern, sondern in Spam-Ordnern gelandet. Nur zwölf Prozent der Empfänger hätten die Mail geöffnet, sechs Prozent ohne sie gelesen zu haben direkt gelöscht. Als Grund macht das Unternehmen eine geänderte Absender-Domain aus. Während bisherige Mails von DonaldTrump.com verschickt wurden, war es bei der ersten Fundraising-Mail DonaldJTrump.com. Solche Fehler würden Marketing-Experten nicht passieren. Return Path geht nicht davon aus, dass es bei dieser Kampagne auch nur einen Test gab. Die ganze Story findet Ihr bei Adage.

Googles Einfluss im Weißen Haus

Auch unsere nächste Leseempfehlung hat einen politischen Hintergrund. Denn laut einer Untersuchung der Campaign for Accountability (CfA) ist nicht nur Googles Dominanz im Internet immens, auch auf höchster politischer Ebene soll der Konzern immer mehr Einfluss gewinnen. Demnach arbeiten heute 197 Menschen bei Google, die vorher bei der US-Regierung tätig waren. Umgekehrt hätten seit Obamas Machtantritt 61 Mitarbeiter Google verlassen, um Jobs in der Regierung anzunehmen, wie The Next Web schreibt. In der Untersuchung, die im Zuge vom Google Transparency Project durchgeführte wurde, heißt es außerdem, dass bei 28 dieser Jobwechsel „national security, intelligence or the Department of Defense“ involviert gewesen seien. Seit Barack Obama US-Präsident ist, habe es mehr als einen Termin pro Woche zwischen ihm und Google gegeben, in Summe 427. Dazu passt ein weiteres Detail vom Google Transparency Project: Keiner hat mehr Termine im Weißen Haus als Googles Chef-Lobbyistin Johanna Shelton.

Welche Folgen hat der Tencent-Supercell-Deal?

Ihr habt sicher vom Tencent-Supercell-Deal gehört. Die WeChat-Mutter Tencent hat Ende Juni verkündet, Supercell, das finnische Unternehmen hinter der erfolgreichen Games-App Clash of Clans, für rund 10,2 Milliarden zu übernehmen. Ein ausführlicher Post auf dem Blog „ZhugeEX“ erklärt, was dieser Deal jeweils für die Unternehmen, aber auch die gesamte Branche bedeuten könnte. Für Supercell bringe die Übernahme zahlreiche Vorteile mit sich. Tencent hat auch schon dem Spiel League of Legends von Riot Games (Übernahme Mitte 2015) zu enormer Bekanntheit und Verbreitung in Asien und vor allem China verholfen. Diesen Effekt und damit entsprechend deutlich mehr Umsatz erhofft sich jetzt auch Supercell. Für Tencent wiederum bedeutet der Deal, nach Abschluss der größte Games-Publisher der Welt zu sein; die Umsätze dürften dann größer sein als die von Activision Blizzard (World of Warcraft, Diablo, Hearthstone) und Electronic Arts (FIFA, Battlefield) zusammen. Die komplette, sehr ausführliche Analyse findet Ihr hier.

Neue Zahlen zu WeChat

Und noch einmal Tencent. Der Konzern ist ja bekanntermaßen nicht nur in der Gaming-Welt unterwegs, sondern hat mit WeChat auch noch einen recht bekannten und vor allem in Asien weit verbreiteten Messenger im Portfolio. Gerade weil sich die App hierzulande noch nicht so richtig durchsetzen will, empfehlen wir den „WeChat Impact Report 2016“. Zwar war an der Erstellung auch Tencent selber beteiligt, trotzdem wird ganz gut deutlich, wie Messenger wie WeChat zur Plattform mit eigenen Apps & Co. werden. 700 Millionen MAUs (Monthy Active Users) soll WeChat bereits haben (zum Vergleich: Instagram verkündete kürzlich, 500 Millionen MAUs erreicht zu haben). WeChat-Nutzer verschicken über die App nicht mehr nur einfache Nachrichten, laut der Studie nutzen bereits über 30 Prozent Payment-Funktionen, Tendenz steigend. 70 Prozent der Payment-Nutzer geben so im Monat rund 14 Euro aus. Ein Großteil der Nutzer greift auf Medien über WeChat zu, fast die Hälfte schon Telefonrechnungen über WeChat abgerechnet. Wir sind gespannt, wann Facebook Messenger, WhatsApp & Co. in dem Bereich aufholen.

Und dann war der noch der 19-Jährige, dessen Chatbot Falschparkern in New York und London dabei geholfen hat, 160.000 Strafzettel zurückzuweisen. Die ganze Story gibt’s bei VentureBeat.

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