Joko Winterscheidt: „Das Größte an meinem Beruf ist, auch mal Quatsch-Ideen zu verkaufen“

Joko Winterscheidt

Joko Winterscheidt auf seiner New-York-Reise, bei der auch Philipp Westermeyer (im Hintergrund) dabei war (Quelle: Jackson Krule)

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Moderator, Investor, Magazin-Herausgeber: Joko Winterscheidt spricht im OMR Podcast über seine vielen Standbeine

Bekannt geworden ist Joachim „Joko“ Winterscheidt vor allem im Moderations-Zusammenspiel mit Klaas Heufer-Umlauf. Im OMR Podcast spricht er über das Ende der gemeinsamen Show, seine Ausflüge ins Startup-Business und seine Leidenschaft für Marketing und Werbung.

„Wenn ich im Fernsehen anders wäre, hätte ich eine Marke kreiert“, sagt Joko Winterscheidt im OMR Podcast. „Ich bin keine Marke. Ich bin einfach Joko Winterscheidt.“ Der Erfolgsmoderator von Formaten wie Circus Halligalli, Duell um die Welt und Beginner gegen Gewinner sehe sich kein bisschen als Personal Brand. Dazu hätte er sich ja Gedanken machen müssen um das alles; also vor allem seine Fernsehgestalt. Stattdessen sei er vor der Kamera einfach so wie immer: „Ich bin auch zu uneitel, als dass ich mir um schlechte Gags Gedanken mache.“ Im Gespräch mit Philipp Westermeyer geht es dann aber vor allem um die verschiedensten Geschäftsfelder, die Joko neben seinem Moderationsjob noch beackert.

Zwei Agenturen parallel

Da wäre vor allem seine Produktionsfirma Florida TV, die er gemeinsam mit Klaas und Endemol aufgebaut hat. Mit der hat er die Joko und Klaas-Shows der letzten Jahre und einige weitere TV-Formate produziert. Mittlerweile hat das Unternehmen auch eine Werbe-Einheit, die zum Teil einfach die Werbespots mit Joko und Klaas produziert. Zuletzt habe Florida Reklame, so der Name der Abteilung, zum Beispiel eine große s’Oliver-Kampagne mit Joko in der Hauptrolle gemacht. Die drei Spots haben auf Youtube eine Reichweite zwischen 400.000 und über einer Million Views – laut Joko ohne einen Cent für Media investiert zu haben.

„Wir haben selten in Meetings gesessen und von den großen Agenturen gute Ideen präsentiert bekommen“, sagt er. Also hätten Klaas und er entschieden, das einfach selbst in die Hand zu nehmen. Und weil eine Agentur nicht reicht, hat Joko mit Matthias Schweighöfer und dem ehemaligen Sat-1-Boss Nicolas Palzow ja auch noch Creative Cosmos 15 gegründet. Auch die entwickelt immer wieder Werbeformate mit dem Protagonisten Joko – unter anderem bereits für VW oder Mercedes. Es gebe zwischen den Agenturen keine Konkurrenz-Situation, stattdessen würde mal das eine, dann wieder das andere Unternehmen Ideen umsetzen. Er wirft auch immer mal wieder selbst welche ein: „Das Größte in meinem Beruf ist ja das Rumspacken. Auch mal Quatsch-Ideen verkaufen“, sagt Joko.

Die große Startup-Enttäuschung

Joko steht auch immer wieder für sein Startup-Engagement im Rampenlicht – und musste sich des Öfteren Witze von Klaas über seine Beteiligung am Socken-Startup „von Jungfeld“ anhören. Große Bekanntheit erreichte aber vor allem seine Beteiligung in den Concierge-Service GoButler. Nach einer Series-A-Runde von über acht Millionen Euro schlingerte das Startup 2016 in die Pleite. „Ich habe daraus zwei Dinge gelernt: Erstens haben wir zu früh zu viel Geld bekommen. Dadurch wuchs die Firma anorganisch schnell und die Struktur blieb auf der Strecke. Und zweitens sind wir viel zu früh in die USA gegangen, um zu skalieren. Die Idee, eine Datenbank mit Cases zu füttern, um später KI einzusetzen, hat vorne und hinten nicht geklappt“, sagt Joko.

Insgesamt sei er vorsichtig geworden, was Startup-Investments angeht: „Du hast einfach nie einen Einblick in die Menschen, die hinter dem Unternehmen stehen“, sagt er. „Ich hänge mich dann richtig rein und wenn ich dann den CEO am Freitag um 18 Uhr anrufe, und er ist unterwegs ins Wochenende, läuft irgendwas falsch.“ Deshalb habe er zuletzt eben lieber seine Projekte rund um die Produktionsfirmen vorangetrieben. Gleichzeitig wundere er sich, warum nicht mehr Prominente in Deutschland seinem Vorbild folgen. Schließlich könne man daraus Media for Equity-Modelle bauen: Der Prominente bringt die Aufmerksamkeit und bekommt entsprechende Shares – man denke nur an Ashton Kutcher.

Warum Joko nichts über sein Privatleben nach außen gibt, wie es sich anfühlt, das eigene Magazin JWD am Kiosk zu sehen und wie sehr er die wöchentliche Sendung Circus Halligalli vermisst, hört Ihr im aktuellen herausragenden OMR Podcast.

Übrigens: Wer es noch nicht getan hat, sollte sich mal ein JWD-Magazin holen. Diesen Monat ist auch ein bisschen OMR im Heft.

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Unsere Freunde von der Hamburg Media School veranstalten vom 4. bis zum 10. November wieder einen „Innovation Field Trip“ nach New York City. Dabei soll es um Innovation, Technologie und Entrepreneurial Journalism gehen und auf dem Programm stehen Besuche bei zahlreichen New Yorker Medienunternehmen (z.B. HBO, Outbrain, Buzzfeed uvm.). Die Trips sind immer extrem spannend und es geht in kleiner Runde in die Stadt, die niemals schläft. Reserviert Euch jetzt direkt Euren Platz für die Reise, hier gibt’s alle Infos.

Alle Themen des Podcasts mit Joko Winterscheidt im Überblick:

  • Warum Joko bei seinem eigenen Podcast-Projekt mit Paul Ripke auf Werbung verzichtet hat (ab 03:44)
  • Das Portfolio von Joko Winterscheidt: Was er neben dem Moderations-Job so treibt (ab 06:44)
  • Joko war eng dran am einstigen Hype-Startup GoButler. Warum ist das trotz Series-A-Investitionen von acht Millionen Euro am Ende gescheitert? (ab 07:30)
  • Warum Joko ein bisschen enttäuscht ist von seinen Startup-Investments (ab 10:05)
  • Wie funktioniert seine Produktionsfirma Florida TV, die Joko gemeinsam mit Klaas und Endemol macht? (ab 12:10)
  • Warum kennt sich Joko in der Werbebranche so gut aus? (ab 18:20)
  • Welche seiner Unternehmungen könnte am Ende den größten Erfolg haben? (ab 20:29)
  • Was sind die großen Themen auf seiner „Business-Bucketlist“? (ab 21:31)
  • Joko als Personal Brand: Warum sieht er sich nicht so? (ab 25:33)
  • Was unterscheidet Klaas eigentlich von ihm? (ab 27:42)
  • Ist es eine strategische Entscheidung, dass über Jokos Privatleben kaum etwas bekannt ist? (ab 32:58)
  • Warum macht Joko gemeinsam mit Gruner + Jahr das Magazin JWD? (ab 35:10)
  • Über die Faszination Thomas Gottschalk und ein Treffen in LA (ab 36:14)
  • Joko hatte mit Matthias Schweighöfer mal eine gemeinsame Modefirma. Warum hat es mit „German Garment“ nicht funktioniert? (ab 40:46)
  • In welche großen Digital-Firmen ist Joko investiert? Und kommen auch mal Startups direkt auf ihn zu? (ab 45:43)
  • Gary Vaynerchuk und Casey Neistat: Sind das Leute, denen Joko aktiv folgt? (ab 52:45)
  • Die Angst vor dem Scheitern: Wie geht Joko damit um? (ab 55:47)
  • Wie geht’s weiter mit dem Podcast „Alle Wege führen nach Ruhm“ mit Paul Ripke? (ab 58:33)
  • Welches Gehalt zahlt sich Joko eigentlich so selbst? Und wieso hat er noch nie einen Cent für einen Instagram-Post bekommen? (ab 1:00:19)
  • Lassen sich TV-Quoten durch digitales Marketing beeinflussen? (ab 1:04:03)
  • Schaut er sich mit seiner Produktionsfirma die großen Late-Night-Vorbilder aus den USA an – vor allem in Bezug auf digitale Zweitverwertung? (ab 1:08:09)
  • Wie sieht er als Shareholder die Zukunft von ProSieben? (ab 1:10:42)
  • Verfolgt er die digitalen Zukäufe des Unternehmens? (ab 1:12:03)
  • Welche Programme der Konkurrenz begeistern ihn? (ab 1:13:28)
  • Circus Halligalli ist Geschichte: Warum haben sie die Marke aufgegeben? (ab 1:15:13)

Wie immer könnt Ihr den aktuellen OMR Podcast bei SoundcloudiTunes (falls die aktuelle Episode noch nicht sichtbar ist, einfach abonnieren) oder per RSS-Feed anhören. Auch auf SpotifyStitcher und Deezer findet Ihr uns. Und es gibt jetzt auch einen Alexa Skill! Viel Spaß beim Anhören – und vielen Dank für jede positive Bewertung.

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