Georg Kofler kündigt IPO an: Hat Social Chain das Zeug zur deutschen Hut Group?

Der TV-Unternehmer spricht im OMR Podcast über seine ambitionierten Pläne

Gelingt es Georg Kofler nach Prosieben und Premiere ein drittes Mal ein Unternehmen erfolgreich an die Börse zu bringen? Die von ihm mitgegründete Social Chain AG plane für das zweite Halbjahr 2021 einen Börsengang, so Kofler im OMR Podcast. Das Unternehmen wird aktuell zwar dadurch, dass es das Listing der Tochter Lumaland übernommen hat, schon an der Börse Düsseldorf gehandelt. Aber bislang seien die Liquidität und das Handelsvolumen der Aktie zu gering. Das will Kofler durch einen IPO nach dem Prime Standard ändern. „Dann wird die Bewertung auch in eine angemessene Größenordnung kommen“, so Kofler.

Zwischen 300 und 350 Millionen soll die Marktkapitalisierung der Social Chain AG aktuell betragen. Im zurückliegenden Jahr erwirtschaftete das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz in Höhe von 230 Millionen Euro; im laufenden Jahr soll der Umsatz organisch auf 320 Millionen Euro steigen. Das heißt, die aktuelle Unternehmensbewertung der Social Chain AG entspricht einem Umsatz-Multiple des Faktors 1. Und das in einer Zeit, in der E-Commerce-Firmen durch den Corona-Digitalisierungs-Push massenhaft zu weitaus höheren Multiples an die Börse gehen konnten.

Ist für große Fonds das Handesvolumen noch zu gering?

„Der Grund: Wir haben zu wenig Liquidität. Es werden zu wenig Aktien gehandelt, weil es noch zu wenig Streubesitz gibt“, so Kofler. Damit ist das Wertpapier nach Koflers Darstellung zu klein für Fonds, die größere Beträge investieren. „Da gibt es Regeln, die sich viele Fonds selbst geben, dass sie unter einer bestimmten Handelsvolumengröße nicht in eine Aktie einsteigen.“ Durch einen Börsengang nach dem Prime Standard (also vermutlich an der Deutschen Börse Frankfurt) will Kofler das Unternehmen für diese interessant machen.

Die Social Chain AG entwickelt oder übernimmt eigene Marken, und bringt deren Produkte über Social Media Marketing und Influencer meist mittels Direktvertrieb an die Verbraucher (wir hatten über das Konzept bereits im Oktober 2018 geschrieben). Aktuell ist das Unternehmen in den vier Verticals Food, Home & Living, Beauty und Sport unterwegs (den kompletten Überblick über alle Marken und Unternehmen im Social-Chain-Portfolio gibt es auf der Unternehmens-Website).

Die Hut Group geht zu einem Multiple von vier an die Börse

Den Ausdruck Vorbild will Kofler zwar nicht verwenden, aber: „Wenn man ein ähnliches Unternehmen sucht, dann ist das am ehesten noch die Hut Group.“ Die britische Firma (hier im OMR Porträt) bündelt ebenfalls diverse DTC Brands („Direct to Consumer“). „Wir sind versierter in Social Media, dafür ist die Hut Group uns in den Themen IT, Produkt und Logistik voraus. Aber das holen wir Monat für Monat und Jahr für Jahr auf“, so Kofler.

Die Hut Group ist im September 2020 auf Basis einer Bewertung von 5,4 Milliarden britischen Pfund (nach aktuellem Kurs 6,2 Milliarden Euro) an die Londoner Börse gegangen – ein Multiple von vier. Der Umsatz belief sich im zurückliegenden Geschäftsjahr nämlich auf 1,37 Milliarden Pfund (1,6 Milliarden Euro).

Kofler kündigt eine halbe Milliarde Euro Umsatz in 2022 an

Erhofft sich Kofler ein vergleichbares Umsatz-Multiple mit dem Börsengang der Social Chain AG; soll das Unternehmen durch den Schritt gar zum Unicorn werden? „Wir wollen mal die Kirche im Dorf lassen“, so Kofler auf diese Frage. Er müsse entsprechend zurückhaltend sein, weil die Kapitalmarktkommunikation ja strengen Regeln unterliegt. In den nächsten beiden Jahren hält der Unternehmer ein Umsatzwachstum zwischen 20 und 30 Prozent für realistisch; außerdem sollen weitere Übernahmen erfolgen. „Wir haben die Hoffnung, dass wir in diesem Jahr mit Übernahmen auf einen Umsatz der Größenordnung 400 Millionen Euro kommen, also konsolidiert“, so Kofler. „Im nächsten Jahr ist es schon realistisch, dass wir über die halbe Milliarde Euro Umsatz kommen.“

Wenn Ihr tiefe Einblicke in die gesamte unternehmerische Laufbahn von Georg Kofler bekommen (und dabei Anekdoten über Leo Kirch bis Barry Diller hören) wollt, wissen wollt, welches Resümee er über seine bisherige Tätigkeit bei der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ zieht und warum er gerade 750.000 Euro an die FDP gespendet hat – dann hört die neueste Folge des OMR Podcasts!

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