Google Search Console zeigt KI-Impressionen: 3 Zahlen, die du ab sofort tracken kannst
Patrick Klingberg9.9.2026
Patrick Klingenberg ist Marketing-Allrounder und Experte bei OMR Education. In diesem Gast-Artikel erklärt er, wie du deine Sichtbarkeit u.a. in den AI Overviews in der Search Console ablesen kannst.
Inhalt
- GEO: Tschüss, Krümelsuche! Und hallo, einfaches Tracking
- Ein Gamechanger für Marketing-Teams: GEO wird messbar
- So liest und nutzt du den Bericht in der Praxis
- Fallbeispiel aus der Praxis
- Erste Schritte: Das kannst du jetzt tun
Seit dem 3. Juni 2026 kannst du in der Google Search Console einsehen, wie oft deine Seiten in AI Overviews und im KI-Modus auftauchen. Das Besondere: zum ersten Mal bekommst du diese Zahlen direkt von Google.
GEO: Tschüss, Krümelsuche! Und hallo, einfaches Tracking
GEO (Generative Engine Optimization) beschreibt deine Sichtbarkeit in KI-Antworten. Bis vor Kurzem war das Reporting dazu Krümelsuche: externe Tools, manuelle Prompt-Checks und Erkenntnisse, die eher auf einem Bauchgefühl basierten.
Damit ist nun Schluss, dann Google stallt seit Anfang Juni 2026 in der Search Console ein Reporting dafür bereit. Um dieses einzusehen, klickst du auf „Leistung“. Unter „generative KI“ siehst du, wie oft deine URLs in den AI Overviews, im KI-Modus und in den generativen Discover-Funktionen von Google auftauchten. Und das zum ersten Mal direkt in deiner eigenen Property, also deiner verifizierten Website in der Search Console.
Die Relevanz von KI-Antworten nimmt beständig zu. Google beziffert die AI Overviews, die auf den Ergebnisseiten ganz oben angezeigt werden, auf über 2,5 Milliarden aktive Nutzer*innen pro Monat. Der KI-Modus liegt laut des Konzerns bei über einer Milliarde monatlicher User*innen. Damit ist neben der klassischen Ergebnisliste bei Google ein zweiter Suchkanal entstanden.
Lesetipp: Wenn du mehr über GEO erfahren möchtest, findest du fünf konkrete Tipps in diesem Artikel.
Ein Gamechanger für Marketing-Teams: GEO wird messbar
Für Marketing-Teams ist das neue Reporting in der Search Console ein echter Gamechanger. Mit genauen Zahlen aus der Search Console wird GEO endlich genauso messbar wie klassisches SEO. Es ist erstmals möglich, zu belegen, ob sich die Arbeit an KI-Sichtbarkeit auszahlt. Und genau das brauchst du, wenn du bei der Geschäftsführung Budget für GEO-Maßnahmen rausholen willst.
Ein Punkt vorweg: Der Bericht liefert genau eine Metrik: Impressionen. Suchanfragen, Klicks und CTR (Click-Through-Rate) bleiben verborgen. Du siehst nur, dass deine Seite gezeigt wurde. Ob jemand geklickt hat oder deine Marke überhaupt namentlich genannt wurde, bleibt offen. Trotzdem: ein großer Schritt für das GEO-Reporting.
So liest und nutzt du den Bericht in der Praxis
Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung kannst du das Reporting ganz einfach in der Praxis lesen:
Schritt 1: Zugang prüfen und richtig einordnen
Wie viele Neuerungen rollt Google auch diese schrittweise aus: zuerst für eine begrenzte Auswahl an Properties, ab dem 11. August 2026 dann für alle, ohne offizielle Ankündigung des vollständigen Rollouts. Siehst du unter Leistung, dann Generative KI noch nichts, lohnt sich ein zweiter Blick in ein paar Tagen.
Ein Beispiel aus meiner Beratung: Ein Kund*innen-Account lief bereits vor dem offiziellen Vollausrollout, mit Daten rückwirkend ab dem 18. Mai. Andere Accounts aus meiner Kundschaft zeigten bis Anfang August noch nichts und kamen erst mit dem Vollausrollout dazu.
Schritt 2: Top-URLs identifizieren und verstehen, warum sie zitiert werden
Sortiere deine Seiten nach Impressionen im KI-Bericht und vergleich sie mit deinen Top-Performern im klassischen Leistungsbericht. Die spannende Erkenntnis liegt im Abgleich:
- Seiten mit hohen KI-Impressionen und hohen klassischen Klicks sind dein verlässlichstes Content-Format. Das ziehst du hoch.
- Seiten mit hohen KI-Impressionen, aber wenig klassischem Traffic verlieren wahrscheinlich Klicks an die KI-Zusammenfassung. Ein Rechner, eine Checkliste oder ein Tool als Zusatznutzen kann hier gegensteuern.
- Rankst du stark, aber die KI-Impressionen bleiben niedrig, liegt es meist an der Struktur: Die KI erkennt den Inhalt nicht als klare Antwortquelle.
Schritt 3: Die neue Steuerungsfunktion einordnen
Parallel zum Bericht hat Google eine neue Steuerungsfunktion in der Search Console eingeführt: Du kannst festlegen, ob deine Website in generativen KI-Funktionen auftauchen und als Grundlage für KI-Antworten dienen soll. Ein Opt-out wirkt sich laut Google nicht auf dein klassisches Ranking aus. Es kappt nur die Sichtbarkeit in AI Overviews, KI-Modus und Discover-KI.
Diese drei Zahlen verdienen ab jetzt einen festen Platz in deinem Tracking:
- KI-Impressionen pro Top-20-URL, monatlich getrackt
- Verhältnis KI-Impressionen zu klassischen Klicks, dein persönlicher „KI-Schere"-Indikator
- Länderaufschlüsselung, falls du international publizierst
Schritt 4: Den fehlenden Klick-Blick selbst bauen
Der neue Bericht zeigt dir keine Klicks, der klassische Leistungsbericht schon. Mit einem kleinen Umweg näherst du dich trotzdem an, was dich die KI-Sichtbarkeit an Klicks kostet: Filtere im klassischen Bericht nach Suchanfragen, die wie eine Frage formuliert sind sowie nach W-Fragewörtern ("wie", "was", "warum"), und vergleich die CTR mit klassischen Keyword-Anfragen in denselben Positionen.
Eine aktuelle externe Analyse hat diesen Vergleich für eine Property durchgeführt (Chudi.dev, August 2026): 0,06 Prozent CTR bei prompt-artigen Anfragen gegenüber 0,93 Prozent bei Keyword-Anfragen in Top-10-Positionen. Klickrate bei Keyword-Anfragen ist also 14 Mal höher als bei prompt-artigen Anfragen. Große Lücken in deinem eigenen Vergleich zeigen dir, wo eine KI-Antwort wahrscheinlich deinen Klick abgefangen hat, auch ohne, dass der neue Bericht das explizit ausweist.
Fallbeispiel aus der Praxis
Bei einem Energie-/Mobility-Unternehmen aus meiner Kundschaft läuft der Bericht seit dem Start Mitte Mai. In den ersten drei Monaten kamen 83.399 Impressionen zusammen, mit einem klaren Trend: Der Tagesdurchschnitt stieg von rund 516 im Mai auf über 1000 im August, das ist mehr als eine Verdopplung.
Mir sind zwei Zahlen besonders aufgefallen. Mobile Endgeräte stehen für 58,5 Prozent aller Impressionen, Desktop für knapp 40 Prozent. Und die fünf stärksten Seiten machen fast 38 Prozent der gesamten Impressionen aus. Ganz oben stehen die App-Seite, die Startseite und eine Anleitung zur App-Nutzung, kein einziger klassischer Ratgeber-Artikel darunter.
Erste Schritte: Das kannst du jetzt tun
Dein größter Hebel: Stell KI-Impressionen und klassische Klicks pro Top-20-URL monatlich gegenüber. Das zeigt sofort, wo du Sichtbarkeit hast, aber Klicks an die KI-Zusammenfassung verlierst. Ein schicker Quick Win daneben: der Query-Form-Vergleich aus Schritt 4. Eine Stunde Arbeit, und du siehst deine CTR-Lücke, ohne auf neue GSC-Funktionen zu warten.
Eine hohe Impressions-Zahl im neuen Bericht ist der Ausgangspunkt für drei Fragen, die du dir bei jeder Auswertung stellen solltest:
Eine hohe Impressions-Zahl im neuen Bericht ist der Ausgangspunkt für drei Fragen, die du dir bei jeder Auswertung stellen solltest:
1. Ist die Länderverteilung plausibel?
Gerade bei internationalen .com-Domains oder generischem Content kippt der Ländermix schnell Richtung USA, ohne dass das geschäftlich irgendeine Relevanz hat. Nutze den Länderfilter im Bericht deshalb als ersten Plausibilitätscheck.
2. Welche Unterseiten tauchen auf, und passt das zu deiner Positionierung?
100 Impressionen auf einer relevanten Leistungsseite sind mehr wert als 10.000 auf einem generischen Blogartikel. Wenn ausgerechnet die Seiten mit Umsatzbezug fehlen, ist das der eigentliche Befund.
3. Ist die absolute Zahl viel oder wenig?
Ohne Benchmark ist jede Impressions-Zahl bedeutungslos. Ziehe dafür Wettbewerber*innen oder vergleichbare Domains als Referenzgröße heran, B2B-Nischen liegen naturgemäß niedriger als reichweitenstarke Consumer-Themen, und genau das wird in der Praxis am häufigsten missinterpretiert.
Erst wenn diese drei Fragen beantwortet sind, wird aus der reinen Sichtbarkeitszahl eine Entscheidungsgrundlage. Und weil der Bericht ohnehin nur Impressionen liefert, ist es in der Praxis sinnvoll, diesen zusätzlich mit dem KI-Referral-Segment und, wo verfügbar, mit Bing Webmaster Tools zu verbinden. Erst im Zusammenspiel mehrerer Quellen wird aus der einzelnen Zahl ein belastbares Bild.
SearchGEO

