Wie du KI-Slop in Texten erkennst
Lara Fahlbusch14.9.2026
KI-Slop, also schlecht generierte KI-Inhalte, machen mittlerweile einen großen Teil des Online-Contents aus. Dieser Artikel hilft dir, die üblichen Anzeichen für KI-Inhalte sicher zu erkennen.
Inhalt
- Warum klingt alles in deinem Feed so gleich?
- KI-Slop nimmt auf Social Media zu
- 7 Marker, an denen du einen KI-Text erkennst
- Was du mit dem Wissen über KI-Marker jetzt machst
- Wie KI-Marker dein Marketing beeinflussen
Stell dir Folgendes vor: Du scrollst vor der Arbeit durch deinen LinkedIn-Feed. Bei manchen Posts wischst du weiter, an anderen bleibst du länger hängen. Updates von Kontakten, Branchen-News – alles nichts Ungewöhnliches. Aber irgendwas kommt dir beim Lesen komisch vor. Manche Posting-Texte klingen unnatürlich, die Sätze sind alle ähnlich und diese Headline hast du doch schon mal gelesen, oder?
Szenen wie diese sind keine Seltenheit mehr. KI-Slop nimmt auf Plattformen wie LinkedIn beständig zu. Neben der persönlichen Einschätzung gibt es inzwischen Tools, sogenannte KI-Detektoren, die Texte prüfen und KI anhand von Markern erkennen können. Verschiedene KI-Detektoren wie originality ai und Pangram geben an, dass bereits eine Vielzahl an Social-Media-Inhalten von künstlicher Intelligenz generiert sind.
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Warum klingt alles in deinem Feed so gleich?
KI-Systeme sind nicht wirklich intelligent, auch wenn es der Namen suggeriert. Im Grunde sind es Algorithmen, die mit Daten trainiert werden, auf die sie bei jeder Anfrage zurückgreifen. Wenn du der KI also eine Aufgabe gibst, dann wird sie dir nichts Neues ausgeben. Sie schaut sich die Inhalte an, die sie kennt und baut dir Stück für Stück eine Antwort daraus. Die KI berechnet je nach Anfrage, welches Wort am wahrscheinlichsten auf das vorherige folgt. Diese Kalkulation kann jedes Mal anders ausfallen. KI-Antworten sind daher nicht immer identisch. Sie ähneln sich aber, weil die Daten begrenzt sind. Auch über die KI-Systeme hinaus, werden dir ähnliche Antworten ausgespielt, da sie alle überwiegend mit den gleichen Daten trainiert werden.
Aber nicht jeder Text, der mithilfe von KI geschrieben wurde, ist gleich schlecht. Wenn ein Mensch genug Input gegeben und den Text danach selbst überarbeitet hat, kann dieser durchaus einen Mehrwert bieten. Allerdings gibt es auch Leute, die Texte ohne großen Input von KI schreiben lassen, nicht anpassen und posten. Diese Texte sind dann meistens sogenannter KI-Slop.
Was ist KI-Slop?
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KI-Slop ist ein Text, der technisch korrekt ist, aber trotzdem nichts aussagt. Er ist generisch, glatt, ohne Absender und einfach reproduzierbar.
KI-Slop nimmt auf Social Media zu
Originality.ai hat im Juli 2026 5000 öffentliche LinkedIn-Posts ab 100 Wörtern aus neun Themenfeldern geprüft. 81,2 Prozent davon wurden als „wahrscheinlich KI“ eingestuft. Ende 2024 lag der Wert noch bei rund der Hälfte.
Der Anteil von KI-generiertem Inhalt auf LinkedIn von 2018 bis 2026. Ab 2023 gab es einen Konstanten Anstieg auf 81,2 Prozent bis Juli 2026. Foto: Originality.ai/ Screenshot
Pangram hat sich im Juli 2026 ebenfalls Langform-Texte über 250 Wörter über verschiedene Plattformen hinweg angeschaut. LinkedIn hat hier besonders schlecht abgeschnitten, mit vermeintlich über 40 Prozent KI-generierten Texten. Aber auch andere Plattformen zeigen ein erhöhtes Aufkommen von KI-Inhalten. Laut Pangram macht KI mindestens ein Fünftel aller Inhalte aus.
KI-generierten Inhalte auf Online-Plattformen. Rot: KI-generiert, rosa: Mixed, grün: Menschlich. Foto: Pangram/Screenshot
LinkedIn erlaubt dir inzwischen KI-Slop mithilfe eines Buttons zu melden und schränkt die Reichweite dieser Inhalte entsprechend ein. Der Plattform zufolge haben bisher schon über eine Million Nutzer*innen Inhalte als KI-Slop gemeldet. Laura Lorenzetti, VP und Executive Editor bei LinkedIn, postet:
Getting great, original, authentic content is at the heart of what makes this platform valuable.
Plattformen beobachten diese Entwicklung also genau und einige ziehen schon Konsequenzen. Damit du KI-Slop selbst erkennen und melden kannst, musst du nur aufmerksam lesen und auf ein paar wenige Marker achten.
7 Marker, an denen du einen KI-Text erkennst
Es gibt viele verschiedene KI-Anzeichen, die entweder oberflächlich sind oder im Detail zu finden sind. Wir haben dir diese sieben deutlichen Marker herausgesucht, damit du KI-Slop schnell und einfach selbst erkennst:
- Gegensätze ziehen KI an: "Das ist kein X, das ist Y." Klingt nach Pointe, ist aber nur Satzbau. Wenn du den Satzbau dreimal im selben Post findest, ist die Sache eindeutig.
- Function follows Form: Emoji-Aufzählung, fettes Label, ein Halbsatz dahinter, sechsmal untereinander. Auf LinkedIn der auffälligste Marker, weil das Format den Inhalt ersetzt.
- Sätzlich grüßt das Murmeltier: Der Text hat einen durchgängig gleichen Takt. Jeder Absatz gleich lang, jeder Satz gleich gebaut, jede Aufzählung dreiteilig. Menschen schreiben unregelmäßig, Modelle mitteln.
- Großer Text, nichts dahinter: Keine Namen, keine Zahlen, kein Datum, kein Umstand, der schiefgehen konnte. Der Text verkauft dir große Wörter, aber richtiger Inhalt ist keiner zu finden.
- Die KI-Wörter des Jahres: KI nutzt gerne Klischee-Vokabular: Game-Changer, Entfesseln, Navigieren, Digitale Landschaft, Nahtlos, Meilenstein oder Tauche ein. Wörter, die groß klingen, aber ohne faktischen Zusatz keinen Mehrwert bieten.
- Wie ist die Tastenkombi für den Gedankenstrich?: Sind wir ehrlich, viele Menschen wissen nicht wie sie einen Gedankenstrich einfügen sollen, KI liebt diese aber. Wenn du in einem Text mehrere davon siehst, war hier vielleicht etwas Künstliches am Werk.
- Déjà-vu Momente: Du liest einen Post und scrollst weiter plötzlich liest du fast den gleichen Satz im nächsten Post. Und dann auch noch zu demselben Thema? Hier wurde vielleicht einfach von KI kopiert.
Natürlich benutzen Menschen auch mal einen Satzbau oder ein Wort, dass KI ebenfalls gerne benutzt. Ein Marker ist kein Beweis für KI. In KI-Slop-Texten wirst du sie allerdings als Muster immer wieder sehen und vielleicht sogar mehrere auf einmal. Wenn dir also ein Marker ins Auge fällt, frag dich bei dem Text:
- Was steht hier drin, was nur eine Person mitgeben konnte?
- Gibt es einen inhaltlichen Mehrwert, den ich mitnehmen kann?
Was du mit dem Wissen über KI-Marker jetzt machst
Wenn du diese Marker gut erkennen kannst, wirst du zu einem menschlichen KI-Detektor. Was du daraus für Konsequenzen ziehst, bleibt dir überlassen. Allerdings könntest du dein Wissen wie folgt anwenden:
- Lies Texte online bewusst.
- Verurteile Texte nicht gleich, aber filtere für dich heraus, ob Texte für dich einen Mehrwert haben oder nicht, und woher sie stammen.
Wenn du selbst Texte schreibst, baue Gegenteile der Marker bewusst ein. Das bedeutet nicht, dass du komplett auf Vergleiche oder bestimmte Wörter verzichten musst. Aber achte darauf, wie oft du diese nutzt und schreibe bewusst abwechslungsreicher. Dadurch wirst du von anderen und von KI-Detektoren sicherer als menschlich eingestuft. Du kannst KI trotzdem in deinem Prozess nutzen und Rohtexte erstellen lassen. Verpasse deinen Texten einen eigenen Touch, bevor du sie veröffentlichst.
Wenn du also auf LinkedIn posten möchtest oder KI für deine Social-Texte nutzt, erweitere deinen Prozess und prüfe und überarbeite deine Texte mit Blick auf diese Marker und mach aus deinem KI-Text eine echte Message.
Wie KI-Marker dein Marketing beeinflussen
Und warum solltest du auch als Marketer*innen diese Marker beachten und lieber zweimal über deine Texte lesen? KI ist cool, modern, schnell und wirkt einfach. Aber im Marketing könnte das ganz schön nach hinten losgehen.
Zum einen möchtest du als Brand auffallen. Wenn alle deine Texte so klingen, wie die von hundert anderen Marken, dann verlierst du an Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit und Qualität. Darüber hinaus vertrauen Menschen weiterhin Menschen. Das kleine Einmaleins der Werbepsychologie. Wenn du also eine starke Beziehung zwischen deinen Kund*innen und dir aufbauen möchtest, dann solltest du ihnen vermitteln, dass hinter deinen Inhalten auch echte Personen stehen.
KI solltest du keines Falls vermeiden, aber wenn du sie benutzt, stelle sicher, dass jeder Inhalt, ob mit oder ohne KI, erkennbar zu dir gehört.
