KI bei OMR: 5 Learnings vom Festival
Marie Traub8.6.2026
Dieser Artikel ist der erste Teil einer Serie, in der OMR Guided Tour-Expert*innen von ihren Learnings berichten.
Inhalt
Neben dem vollen Bühnenprogramm, den 314 Masterclasses und den zahlreichen Side Events gibt es auf dem OMR Festival die Guided Tours. Dabei spazieren Branchen-Expert*innen mit Besucher*innen über das Festivalgelände in den Hamburger Messehallen. Während des Rundgangs sprechen sie über unterschiedliche Marketingthemen, führen gezielt zu den spannendsten Ständen und Gesprächspartner*innen.
Die Guided Tours ermöglichen den Teilnehmer*innen, sich tiefergehend mit einem Thema auseinanderzusetzen, Insights aus der Praxis zu bekommen, Nachfragen zu stellen und sich mit anderen Menschen ihrer Fachrichtung auszutauschen. Natürlich weißt du: Das OMR26 ist schon vorbei. Allerdings haben wir für dich mit ausgewählten Guided-Tour-Expert*innen gesprochen und sie nach ihren größten Learnings, Prognosen und Insider-Tipps gefragt. Diese kannst du in dieser Artikel-Serie nachlesen - gratis und ganz ohne Festival-Ticket. Den Anfang macht Nadine von Piechowski.
Inside OMR
Nadine ist Senior Redakteurin in der OMR Report-Redaktion und schreibt gemeinsam mit ihrem Kollegen Robert Tusch den kostenlosen Newsletter KI-Bites. Nadines Guided Tour stand unter dem Motto „Inside OMR: Wie wir KI nutzen“.
Sie selbst nutzt KI, um im Alltag schneller und effizienter zu sein. Dafür hat sie verschiedene Gems, Custom GPTs oder Skills bei Claude. „Es müssen nicht immer riesige Use-Cases sein“ ist ihr Credo. Überhaupt nicht sinnvoll sei es, den Austausch mit echten Menschen durch KI zu ersetzen.
Nadine nutzt verschiedene Gems für wiederkehrende Arbeitsaufgaben. Unter anderem einen, der Texte für YouTube GEO-optimiert oder der bei der generellen Erstellung von Texten unterstützt.
Und wie nutzen wir bei OMR nun KI? „Das ganze Thema KI hat bei OMR wahrscheinlich genauso wie bei vielen anderen Unternehmen auch angefangen“, meint Nadine. „Als ChatGPT vor einigen Jahren aufkam, haben Interessierte in den Abteilungen begonnen, sich damit zu beschäftigen und Use Cases zu identifizieren.“
Allerdings musste dann eine Lösung her, bei der alle Teams einbezogen wurden, zusammenarbeiten und so Vorteile für das ganze Unternehmen entstehen. Deshalb gebe es jetzt Touchpoints, wie den AI Circle. „Das ist eine abteilungsübergreifende Gruppe von Mitarbeitenden, die die Guidance innerhalb des Unternehmens übernimmt. Dazu zählt, dass Strukturen für Austausch, Synergien und Weiterbildungen geschaffen werden.“
Durch diese Vorgehensweise haben sie und das gesamte OMR-Team viel gelernt. Die fünf Top-Learnings sind:
- Schafft regelmäßige KI-Touchpoints.
- Legt KI-Guidelines mit der Geschäftsführung fest.
- Fördert einen offenen Austausch, das verhindert Ängste und Wissenssilos.
- Viele kleine Use-Cases bringen in Summe den größten Effekt.
- Holt euch Inspiration von außen.
Die Anwendungsfälle bei OMR seien vielfältig. „Dabei ist bei uns aber der ‚Human-in-the-Loop' immer wichtig“, sagt Nadine.
Der Human-in-the-Loop
Der "Human-in-the-Loop” ist der Mensch, der im Kreationsprozess den Qualitätsunterschied macht. Konkret bedeutet das: Lass die KI nie allein! Du als Mensch musst die KI leiten, Ergebnisse prüfen und final abnehmen. Der Prozess sieht dabei so aus:
Der “Human-in-the-Loop” steuert und leitet die KI. Gleichzeitig kontrolliert er den Output.
Ab in die Praxis: So startest du mit KI
Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, hat Nadine einen einfachen Tipp: Frag die KI selbst. Frag Gemini, Claude oder ChatGPT:
- Wie kannst du mir bei XY helfen?
- Wie kann ich dich in meinem Arbeitsalltag als XY nutzen?
Je mehr Kontext du der KI zu deiner Arbeit und deinen Aufgaben gibst, desto präziser formuliert sie ihre Antworten, die du wiederum für deinen KI-Start nutzen kannst. Achte hier allerdings immer auf die Datenschutzregelungen deines Unternehmens.
Du möchtest tiefer einsteigen und wissen, wie du KI ganz konkret für dein Marketing nutzt? Passenderweise haben wir den richtigen OMR Report für dich.
So ändert die KI den Digital Commerce
„Gestern hast du eine kleine Pfanne bestellt, vielleicht möchtest du heute ja den passenden Kochlöffel dazu?“ – Produktvorschläge auf Basis deiner Kaufhistorie, dein Name in der Ansprache der Mail – Personalisierung im Digital Commerce ist inzwischen Standard. Allerdings transformiert KI den Digital Commerce gerade.
Yara Molthan ist Partnerin bei der Unternehmensberatung Etribes und hat eine Guided Tour mit dem Titel „Beyond the Hype: Wie du 2026 mit KI die Konkurrenz im Digital Commerce abhängst“ veranstaltet.
Früher sprach man von digitaler Transformation, heute von KI-Transformation, meint Yara. „Am Ende sind aber die Säulen, um die sich das alles dreht, immer noch die gleichen.“
Diese sind:
- Verlässliche Daten
- Fokus auf Kund*innen
- Gute Kundenerlebnisse (idealerweise personalisiert)
KI könne dabei helfen, all das kosteneffizienter zu gestalten. Das, was sich aber wirklich ändert, ist die Geschwindigkeit, meint Yara. Ihr Appell: Gehe Wetten ein. Überlege dir also, welche Aspekte mit der Transformation für dich relevant werden und versuche sie umzusetzen. Sei dabei aber ehrlich zu dir selbst. Halte nicht starr an einer Wette fest, die keinen positiven Effekt auf dein Business hat.
Eine der Wetten auf die Zukunft des Digital Commerce ist laut Yara die Personalisierung. Dank moderner KI-Tools stehen Online-Shops heute vor einem riesigen Wendepunkt: dem Sprung vom reaktiven zum prädiktiven Handeln. Das bedeutet konkret, statt nur darauf zu reagieren, was Kund*innen in der Vergangenheit geklickt haben, können smarte Algorithmen ihr Verhalten jetzt vorhersagen.
Ein Beispiel: Ein Online-Shop für Kleidung zeigt dir Produkte an Models, die optisch genau dem Typ entsprechen, bei dem du bereits zuvor gerne gekauft hast. Die KI erkennt deine Vorlieben und spielt individualisierte Produktvorstellungen aus. Laut Yara ermöglicht KI so verschiedene Content-Optionen, die sich flexibel steuern und in Echtzeit anpassen lassen.
Eine Brand, die das schon umsetzt, ist Farfetch. In der App des Unternehmens hat man die Möglichkeit, mit Stylist*innen zu interagieren und sich beraten zu lassen. Diese werden wiederum von einer KI unterstützt. Laut Yara zeigt das sehr gut, wie künftig die Verzahnung von Commerce und KI aussehen kann.
Im Membership-Bereich kannst du das Feature “Personal Styling” nutzen.
Die menschliche Rolle
Während wir also oft hören, KI könnte uns unsere Jobs kosten, ist Yara überzeugt: „Der Mensch wird weiterhin wichtig bleiben“. Menschen könnten sich viel mehr auf die Wertschöpfung des echten Kundenkontakts konzentrieren und an Dingen arbeiten, die echten Impact bringen.
„Und das Schöne ist, so eine KI lernt ja auch mit uns. Die KI ist dann wahrscheinlich der persönliche Assistent, an den man die nervigen Sachen abschieben kann, sodass wir uns auf Dinge konzentrieren können, mit denen wir wirklich Wert schaffen.“
Du möchtest tiefer in das Thema KI einsteigen und wissen, wie du es für deine Bedürfnisse anwendest? Wir haben die Weiterbildungen in unterschiedlichen Formaten für dich!


