Warum du jetzt mit Community-Management starten solltest

Community-Management ist mehr als nur Kommentare beantworten. Wir zeigen dir, warum die Disziplin so relevant ist und wie du sie erfolgreich einsetzt.

Inhalt
  1. Was ist Community-Management?
  2. Vorteile von Community-Management
  3. Audience vs. Community: Der entscheidende Unterschied
  4. Die 5 Säulen des Community-Managements
  5. Deshalb solltest du direkt loslegen
Gutes Community-Management stärkt die Bindung zur Marke und prägt, wie ein Unternehmen wahrgenommen wird. Erfahre, was eine Community von einer Audience unterscheidet und wie du das Fundament für eine starke Markenbindung legst.
Das Wichtigste in Kürze
  • Community-Management beschreibt die Betreuung deiner Community rund um deine Marke oder dein Unternehmen.
  • Neben der Moderation liegt der Fokus darauf, Menschen ins Gespräch zu bringen und Vertrauen aufzubauen.
  • Mithilfe von Community-Management erhöhst du nicht nur deine Reichweite und dein Engagement, sondern baust außerdem ein tieferes Verständnis für deine Zielgruppe auf und steigerst deine Markenloyalität.

Was ist Community-Management?

Zunächst etwas Theorie: Eine Community entsteht dort, wo Menschen ein gemeinsames Interesse verbindet – zum Beispiel an einer Marke oder einem bestimmten Thema. Dieser Prozess heißt Community-Building. Community-Management schafft dann den Rahmen für Austausch, Interaktion und langfristige Beziehungen zwischen diesen Menschen und einem Unternehmen.
Dabei geht es nicht nur darum, Fragen in DMs oder Kommentarspalten zu beantworten. Gutes Community-Management hört zu, bringt Menschen ins Gespräch und baut Vertrauen auf Augenhöhe auf, ganz ohne starre, vorgefertigte PR-Formulierungen.

Vorteile von Community-Management

Ein aktives Community-Management kann viele Vorteile für deine Marke haben. Allen voran steigert es die Markenbekanntheit (Brand Awareness) und festigt die Kundenbindung. Eine starke Community kann für kostenlose Reichweite durch Empfehlungsmarketing (Word-of-Mouth) und benutzergenerierte Inhalte (User-generated Content) sorgen. Unternehmen können außerdem durch den direkten Austausch mit der Community wertvolles Feedback für die Optimierung ihrer Produkte sammeln, ihren Kundenservice entlasten und sich im Wettbewerb besser positionieren.
Viele Frauen, die in einem altmodischen Wohnzimmer sitzen. Eine präsentiert ihre Tupper Ware
Historisches Community-Building: Tupperpartys waren private Verkaufstreffen bei denen Gastgeber*innen zu Hause Tupperware-Produkte präsentierten und verkauften. Bild: KI-generiert
Neu ist die Community-Disziplin im Marketing nicht. Schon in den 1950er-Jahren nutzte das Unternehmen Tupperware Community-Building, indem es sogenannte „Tupperpartys“ veranstaltete. Dort standen der Austausch und die Beziehung der Käufer*innen untereinander im Vordergrund und die Teilnehmenden wurden zu Markenbotschafter*innen. Das Konzept war 75 Jahre lang erfolgreich, denn: Wer ist schon glaubwürdiger als die Menschen, die die Produkte wirklich tagtäglich nutzten? 
OMR Report Community-Management Cover
Profiwissen zum Nachlesen: Wie wirst du bei deiner Community zur Love Brand? Und wie optimierst du deine Community-Strategie? Diese und weitere Fragen beantworten wir dir in unserem OMR Report zum Thema Community-Management.

Audience vs. Community: Der entscheidende Unterschied

Viele Marken sehen ihre Follower*innen auf Social-Media-Plattformen als ihre Community, aber so einfach ist es nicht. Zwischen einer Audience und einer Community gibt es zentrale Unterschiede:
Audience: Eine Audience ist eine Gruppe von Menschen, die potenziell an deinem Unternehmen oder deiner Marke interessiert ist und mit deinen Marketingmaßnahmen angesprochen wird. Sie konsumiert deine Inhalte, interagiert aber nicht zwangsläufig mit ihnen durch Likes, Kommentare und Co. Die Kommunikation ähnelt einer Einbahnstraße: Du sendest, sie empfangen.
Community: Eine Community entsteht meist mittel- bis langfristig aus der Audience heraus. Der Unterschied zur Audience: Hier findet ein aktiver Austausch statt, sei es in den Kommentaren, über Direct Messages oder in Broadcast-Channels. Eine Community lässt sich daran erkennen, dass Nutzer*innen wiederholt, offen und ehrlich mit deinen Inhalten interagieren. Das führt dazu, dass eine echte Beziehung zur Marke entsteht.
Audience vs. Community_OMR Edcutaion.png
Während du als Brand nur an die Audience sendest und selten Rückmeldung erhältst, findet in Communitys ein reger Austausch statt. Quelle: OMR Education 

Die 5 Säulen des Community-Managements

Damit Community-Management wirksam sein kann, muss es als eigenständige Disziplin ernst genommen und fest in der Organisation verankert sein. Das ist längst nicht in jedem Unternehmen selbstverständlich. Darauf bauen fünf zentrale Voraussetzungen bzw. Säulen für erfolgreiches Community-Management auf: 
  1. Engagement: Interagiere aktiv mit deinen Community-Mitgliedern. Wer freut sich nicht, wenn die Lieblingsmarke den eigenen Kommentar liked oder beantwortet? 
  2. Social Caring: Das beschreibt deinen Kundensupport auf den Social-Media-Kanälen. Beantworte Kundenanfragen in den Kommentaren oder per Direktnachricht schnell, präzise und in der Tonalität der Plattform. Löst du Probleme öffentlich, kannst du eine negative Erfahrung in eine positive verwandeln und anderen zeigen, dass du die Bedürfnisse deiner Community ernst nimmst.
  3. Social Monitoring: Beim Social Monitoring beobachtest du konkrete Erwähnungen, Kommentare und Nachricht zu deiner Brand und reagierst aktiv auf Antworten, Likes usw. Durch den direkten Austausch baust du Nähe zu deiner Community auf. 
  4. Social Listening: Hier analysierst du das große Ganze: Warum wird über gewisse Dinge in Bezug auf deine Marke gesprochen und was kannst du daraus lernen? Indem du Verhaltensmuster, Themen oder Stimmungen beobachtest und strategisch untersuchst, kannst du langfristige Erkenntnisse für deine Produktentwicklung und Markenstrategie ableiten.
  5. Crisis Prevention: Diese Säule umfasst alle präventiven Maßnahmen, um Krisen zu vermeiden. Durch akribisches Social Monitoring und Social Listening kannst du frühzeitig erkennen, wo mögliche Probleme (z.B. durch ein fehlerhaftes Produkt) auftreten. Die Krisenprävention nimmt diese Signale ernst und reagiert frühzeitig – etwa mit einer Stellungnahme oder Produktkorrektur. 
Cover des OMR Education Podcasts

Community monetarisieren

Lerne im OMR Education Podcast mit Steven R. Urry, über die strategische Bedeutung von Community-Aufbau und -Monetarisierung.

Hier geht's zur Folge

Deshalb solltest du direkt loslegen

Der Mehrwert von Community-Building und Community-Management ist auf den ersten Blick vielleicht nicht ersichtlich. Deswegen folgen jetzt sieben Argumente dafür, mehr Energie in die Marketingdisziplin zu stecken:
  1. Stärkung der Kundenbeziehungen: Durch Community-Management kannst du als Unternehmen direkt mit deiner Zielgruppe interagieren. Das stärkt das Vertrauen, baut eine persönliche Beziehung auf und sorgt so für eine langfristige Kundenbindung.
  2. Zur Love Brand werden: Aktives Community-Management hilft, den Ruf deiner Marke zu schützen und zu verbessern. Indem du als Unternehmen schnell auf positives und negatives Feedback reagierst, zeigst du, dass die Meinung deiner Kund*innen wichtig ist.
  3. Wertvolle Einblicke gewinnen: Die Interaktion in Social-Media-Communitys liefert dir direktes Feedback von Kund*innen. Du kannst Trends, Wünsche und Schwachstellen frühzeitig erkennen. Diese Erkenntnisse sind essenziell für die Weiterentwicklung von Produkten, Dienstleistungen und Marketingstrategien.
  4. Steigerung des Engagements: Durch gezielte Umfragen und das Teilen relevanter Inhalte kannst du als Community-Manager*in die Interaktionsrate (Likes, Kommentare, Shares) deines Contents erhöhen. Ein höheres Engagement sorgt dafür, dass die Inhalte auch von den Algorithmen der Plattformen besser verbreitet werden.
  5. Erhöhung der Reichweite: Wenn Mitglieder einer Community Inhalte teilen, die sie ansprechend finden, erreicht deine Brand eine größere, potenziell neue Zielgruppe. Die Community wird so zu einem wichtigen Multiplikator.
  6. Support für Kund*innen anbieten: Social-Media-Kanäle werden von vielen Kund*innen als erster Anlaufpunkt für Fragen oder Probleme genutzt. Ein gut aufgestelltes Community-Management kann schnellen und effizienten Support bieten, was die Kundenzufriedenheit deutlich steigert und den Support entlastet.
  7. Aufbau von Loyalität und Markenbotschafter*innen: Eine gepflegte Community schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit. Loyale Mitglieder, die sich wertgeschätzt fühlen, werden oft zu Markenbotschafter*innen. Sie verteidigen deine Marke, empfehlen sie weiter und tragen so aktiv zu deinem Wachstum bei.
Denke immer daran: Community-Management ist eine Investition in langfristige Beziehungen, die nicht immer in kurzfristigen Verkaufszahlen messbar ist. Aber es zahlt sich aus, indem es deiner Marke ein menschliches Gesicht gibt und das Gefühl vermittelt, Teil von etwas Größerem zu sein.
Bevor du allerdings loslegst, solltest du dir klarmachen, welche Ziele du mit Community-Management verfolgst. Möchtest du Kundenfeedback sammeln, deine Reichweite steigern oder die Kundenbindung festigen? Wenn dein Ziel zum Beispiel ist, Feedback zu erhalten, könnte der Aufbau einer Support-Community sinnvoll sein.
Was das genau ist und welche Möglichkeiten du noch hast, zeigt unser OMR Report zum Thema Community-Management. 
Community ManagementCommunity Building
Philip Schülermann
Autor*In
Philip Schülermann

Schüli ist Redakteur bei OMR Education und bereits seit 2019 ein Teil von OMR. Als Team Lead Redaktion steuert er die Produktion der OMR Reports sowie anderer Publikationen und gestaltet ihre inhaltliche Ausrichtung. Zudem entwickelt er neue Formate zum Thema Online-Marketing-Weiterbildungen und veröffentlicht in den OMR Education-Produkten regelmäßig Texte zu verschiedenen branchenrelevanten Themen.

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