Sven Schmidt im OMR Podcast: "Unser Wohlstand wird abschmelzen wie ein Gletscher"

Mit Philipp Westermeyer analysiert der Podcast-Stammgast aktuelle Entwicklungen in der Digitalszene und die OMR Festival-Highlights.

Was würde Sven Schmidt machen, wenn er CEO von Hello Fresh wäre? Und warum könnte Philipp Westermeyer Ehrenmitglied der Dehoga werden? Diesen Fragen widmen sich die beiden in der aktuellen Folge des OMR Podcasts, in dem der Digitalexperte zu den Stammgästen gehört. Gemeinsam blicken sie auf die OMR Festival-Highlights, auf aktuelle Entwicklungen in der Digitalbranche und analysieren Sven Schmidts Vorhersagen aus vergangenen Folgen – welche sind eingetroffen, welche nicht?

Zum Optimisten im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation Deutschlands ist er nicht geworden, seit er auf der letztjährigen OMR Konferenz gesprochen hat und zum letzten Mal im OMR Podcast zu Gast war. Sven Schmidt prophezeit: "Unser Wohlstand wird abschmelzen wie ein Gletscher. Am Anfang langsam, dann immer schneller", und nennt als Gründe die Diskussion um die Vier-Tage-Woche und dass es künftig weniger Erwerbstätige geben wird – "das wird nicht aufgehen", ist er überzeugt. 

Der Digitalexperte ist für seine kontroversen Thesen bekannt. Fast alle seiner Vorhersagen aus zurückliegenden Gesprächen mit Philipp Westermeyer seien jedoch aufgegangen, analysieren die beiden. Ein Beispiel: der starke Aktieneinbruch von Kochboxenlieferant Hello Fresh. "Ich hatte vorhergesagt, dass der Tag kommen wird, an dem der Churn, also sprich wie viele Kunden verliert HelloFresh, größer sein wird, als die Zahl der gewonnenen Neukunden." Was würde Schmidt machen, wenn er selbst CEO des Unternehmens wäre? Auf Profitabilität optimieren und möglichst kosteneffizient Ex-Kundinnen und -Kunden wiedergewinnen, erklärt er im Podcast. „Hello Fresh müsste eine Datenbank mit E-Mail-Adressen haben, so daß ich diese wieder adressieren kann."

Weniger Wachstum als erwartet

Sven Schmidt ist geschäftsführender Gesellschafter der Machineseeker Group aus Essen, dem europäischen Marktführer im Segment Kleinanzeigen für Maschinen. Im Podcast gibt er einen Einblick in die aktuellen Geschäfte: Die Gruppe verzeichne ein starkes Wachstum, ganz zufrieden ist er aber dennoch nicht: "Dieses Jahr werden wir so 25 bis 27 Prozent wachsen", sagt er, das seien fünf Prozent weniger als erwartet. Das Wachstum komme dabei sehr stark aus dem Ausland, in Deutschland gebe es hingegen sehr viel Gegenwind auf dem Markt – "Stichwort De-Industrialisierung", sagt Schmidt. 

Daher plant die Gruppe, unabhängiger von dem deutschen Geschäft zu werden: "Aktuell gehen wir davon aus, dass Deutschland in drei Jahren weniger als 30 % von unserem Umsatz ausmachen wird." Bereits jetzt sei der DACH Markt bei der Essener Gruppe nur noch für weniger als 50 Prozent des Umsatzes verantwortlich. 

Zwei Filme feiern beim OMR Festival Premiere

Am 7. und 8. Mai findet das OMR Festival in Hamburg statt. Spannend findet er, dass in den Messehallen in diesem Jahr zum ersten Mal auch zwei Filmpremieren stattfinden werden. Auch für OMR-Gründer Philipp Westermeyer ist das ein Highlight im Abendprogramm: "Sonst war die Halle immer leer nach dem Tag, und dann gab es nebenan Konzerte, und diese riesigen Leinwände werden jetzt bespielt", erklärt er. 

Welche Filme Premiere feiern werden, wird bald verkündet. Zahlreiche Top-Speaker*innen und Musicacts stehen hingegen schon fest (die ganze Übersicht findest du hier). Sven Schmidts Hightlights im OMR 2024 Timetable sind unter anderem Scott Galloway und Tim Ferris. Philipp Westermeyer freut sich auf die ganze Bandbreite an unterschiedlichen Persönlichkeiten, von Jonas Andrulis über Matt Navarra, Bastian Schweinsteiger bis hin zu Rapperin Shirin David. Was den Auftritt von Superstar Kim Kardashian im nächsten Jahr noch toppen könnte? "Elon Musk im Gespräch mit Mathias Döpfner", schlägt Sven Schmidt vor. 

Auch die Hotelkapazitäten in Hamburg während des Festivals sind Thema in der aktuellen Folge. Bei rund 70.000 Besucher*innen ist die Suche nach einem Hotelzimmer erfahrungsgemäß eine immer größer werdende Herausforderung, je näher das Festival rückt. Eine Entwicklung, die bei OMR genau beobachtet wird: "Wir crawlen auch die Hotelpreise jeden Tag und gucken uns an, wie entwickeln die sich? Und das ist ja nicht optimal", sagt Philipp Westermeyer. Eine Möglichkeit, die Kapazitäten künftig zu erweitern, könnten Betten auf dem Wasser sein. "Wenn du in Hamburg über Betten nachdenkst, dann kommt immer der Begriff Kreuzfahrtschiff", sagt Westermeyer, betont aber: Das sei keine einfache Entscheidung und müsse gründlich überlegt werden. 

Im OMR Podcast verrät Sven Schmidt außerdem, warum er es befürwortet, dass der Investoren-Einstieg in die Bundesliga gestoppt wurde, bei welchen internationalen Sportevents er mit seiner Machineseeker Group wirbt und stellt Philipp Westermeyer die Frage, ob der Auftritt von Kim Kardashian mehr kostet als eine Eigentumswohnung in Hamburg. 

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Tanja Karrasch
Autor*In
Tanja Karrasch

Tanja Karrasch ist Redakteurin bei OMR. Vor ihrem Wechsel arbeitete sie für die TV-Produktionsfirma Bavaria Entertainment und war als Redaktionsleiterin für zwei ZDF-Shows zuständig. Sie hat bei der Tageszeitung Rheinische Post volontiert und anschließend als Redakteurin gearbeitet.

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