1000 Prozent Rendite: Jan Beckers über das Ende von Software-Aktien und seine KI-Investments
Börsen-Update vom BIT Capital-Gründer: Von KI-Hype bis Software-Aktien- und Bitcoin-Krise
Philipp Westermeyer und Jan Beckers trafen sich in Hamburg zum Update. Foto: OMR
Das große Börsen-Update mit Bit Capital-Gründer Jan Beckers hat sich inzwischen zu einer kleinen Tradition im OMR Podcast entwickelt. Dieses Mal blickt er auf ein Ausnahmejahr an den Märkten zurück: Während der Nasdaq stagnierte, lieferte sein Flaggschiff-Fonds 35 Prozent Performance ab. Mit über zwei Milliarden Euro Assets under Management und einer Rendite von rund 1000 Prozent seit Auflage gehört er zur Spitze der Tech-Investoren. Im OMR Podcast analysiert der Investor, warum das goldene Zeitalter von Software-Aktien wie Adobe oder Salesforce vorbei ist und er diese sogar aktiv shortet. Außerdem erklärt er, wie er mit dem Thema KI im Bit Capital-Portfolio umgeht, wie er privat in OpenAI investieren konnte – und welche unsichtbare Gefahr er dennoch für die Menschheit sieht, die weit über die Finanzmärkte hinausgeht.
Im OMR Podcast spricht Jan Beckers über...
... den Verfall des Burggrabens bei Software-Unternehmen durch generative KI: „Was jetzt passiert ist und was im letzten Jahr schon unsere Sorge war: Wenn du mithilfe von KI so schnell neue Software bauen kannst, dann verringert sich natürlich der Wert deines Assets. Wenn das jeder mit ein paar Entwicklern und KI in kürzester Zeit bauen kann, sinkt einfach die 'Moat', der Burggraben. Der Markt blickt in die Zukunft und sieht: Die KI-Modelle, die wir heute nutzen, sind die schlechtesten, die wir je haben werden. Dennoch sagen gute Entwickler schon jetzt, dass KI den Großteil der Software für sie programmiert. In zwei Jahren wird KI jedem menschlichen Entwickler überlegen sein. Das ist ein Problem für jeden, der davon lebt, eine 'tolle Software' gebaut zu haben.“
... über die Bit-Capital-Anlagestrategie mit Blick auf KI: „Wir halten es für nahezu sicher, dass die Nachfrage nach dem, was den AI-Boom antreiben wird – Speicherchips, GPUs und insbesondere Energie – massiv steigen wird. Daher haben wir unsere Fonds stark auf AI-Infrastruktur positioniert. Als klar wurde, dass der Markt in einen Regimewechsel geht, haben wir das Portfolio dahingehend überprüft: Kann KI das Geschäftsmodell angreifen? Der Schutz eines Modells ist plötzlich weg, wenn KI die Software quasi von selbst aufbauen kann.“
... über seine Investments in KI-Startups: "Ich habe in OpenAI und Anthropic privat investiert, bei Bit Capital können wir das ja leider nicht, weil sie nicht börsennotiert sind. Allerdings überlegen wir gerade, ob wir einen Crossover-Fund auflegen, das heißt einen Fonds, der uns eben auch erlaubt, in solche Unternehmen zu investieren."
... über fehlendes Kapital für die KI-Risikoforschung: „Ich habe die Global Technology Risk Foundation gegründet, weil die Risiken von AI – etwa die Herstellung von Biowaffen durch Terroristen – dringend mitigiert werden müssen. Weltweit werden vielleicht 500 Millionen Dollar in AI-Safety investiert. Das ist viel zu wenig für die potenzielle Tragweite dieser Probleme. Wir investieren vermutlich das Hundertfache in den Klimaschutz. Diese Diskrepanz ist viel zu hoch. Wir brauchen in den nächsten Jahren mehr Investitionen in Lösungen und mehr Aufklärung der Öffentlichkeit. Wir sollten Sicherungsmechanismen etablieren und dafür sorgen, dass relevante Politiker und Unternehmensführer ihr Möglichstes tun, um existenzielle Risiken für die Menschheit zu begrenzen.“
Hier könnt ihr die komplette Folge hören:
Jan BeckersBörseOMR Podcast