Energiekrise wegen KI, Untergang von OpenAI und Krieg in Südamerika? So blickt Pip Klöckner auf 2026

Florian Rinke11.1.2026

Zum Jahresauftakt diskutieren wir im OMR Podcast wieder die spannendsten Thesen unserer OMR-Community.

Zum fünften Mal in Folge diskutieren Philipp Westermeyer und Philipp "Pip" Klöckner Vorhersagen für das neue Jahr.
Zum fünften Mal in Folge diskutieren Philipp Westermeyer und Philipp "Pip" Klöckner Vorhersagen für das neue Jahr. Foto: OMR
Inhalt
  1. Der Nvidia-Chef als Energie-Lobbyist?
  2. "Ich würde bei Trump nichts ausschließen"
Der Blick in die Glaskugel zum Jahresbeginn hat inzwischen Tradition, aber auch Philipp Westermeyer und Philipp "Pip" Klöckner werden älter. Deswegen geht es in diesem Jahr im OMR Predictions-Podcast nicht nur um die Vorhersagen für 2026, sondern auch um das Thema Haarausfall. Im Mittelpunkt stehen aber natürlich wieder die Prognosen der OMR-Community – vom Notverkauf von OpenAI über einen Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche bis hin zu einem großen Krieg der USA in Südamerika.
Künstliche Intelligenz wird massive Folgen für den Arbeitsmarkt haben, aber führt sie auch zu einer Abkehr von sozialen Netzwerken? Das war eine Frage, die in diesem Jahr viele Hörer*innen des OMR Podcasts beschäftigt hat. Zumindest deuten darauf die vielen Thesen rund um das Thema "KI-Müll" hin. Die zunehmende Verbreitung von KI-generierten Inhalten, so die Annahme einiger Hörer*innen, könnte am Ende dazu führen, dass neue Netzwerke entstehen, die gezielt auf "Echtheit der Menschen" setzen oder es sogar einen Trend gibt, sich wieder mehr dem realen Leben abseits des Bildschirms zuzuwenden. Wie im Vorjahr haben wir die OMR-Community nach ihren Thesen für das Jahr 2026 gefragt – und etliche davon mit dem "Orakel aus Ostvorpommern", Tech-Experte Philipp "Pip" Klöckner diskutiert. Er äußerte sich unter anderem...
...über die Chance, dass ein neues KI-Gadget alles verändern könnte: "Ich glaube generell nicht an komplett neue Devices. Ich glaube, um KI besser zu nutzen, braucht man Kognition, Wahrnehmung. Dazu ist eine Brille eigentlich das perfekte Device. Das heißt, wir werden mehr Brillen wie die Meta-Brille sehen, die mit Kameras ausgerüstet sind und eventuell anderen Sensoren. Und ansonsten sind AirPods und Co. aufgrund der Bedeutung von Sprache das andere wichtige Interface für KI. Ich wäre überrascht oder würde dagegen wetten, dass es ein komplett neues Device gibt, was auch erfolgreich ist. Man wird das bestimmt versuchen, aber ich glaube nicht, dass sich solche Devices durchsetzen."

Der Nvidia-Chef als Energie-Lobbyist?

... über den Energie-Hunger der Tech-Konzerne: "Ich glaube, Nvidida-CEO Jensen Huang wird dieses Jahr der größte Energie-Lobbyist der Welt. Er wird die ganze Welt daran erinnern, dass wir viel mehr Energie brauchen. Ich habe mal ausgerechnet, um alle Produkte zu betreiben, die Nvidia dieses Jahr herstellt, müssten fünf bis sieben Atomkraftwerke gebaut werden. Wenn ich richtig gerechnet habe, brauchen sie Energie im Umfang von zehn Gigawatt – und wenn Nvidia weiter wachsen will, wird der Bedarf sogar steigen. Das heißt, Jensen Huang muss die Welt ständig daran erinnern, dass mehr Energie erzeugt werden muss, sonst kann er seine Chips nicht verkaufen."
... über einen Notverkauf von OpenAI: "Sollte OpenAI in Schieflage geraten, hat Microsoft einen relativ hohen Anreiz, das Unternehmen über Wasser zu halten, glaube ich. Also sowohl um die Entwickler von OpenAI nicht zu verlieren, als auch wegen der Datacenter, die sie sich vielleicht schon gesichert haben und die Energieressourcen. Einfach gesagt: Niemand hat ein Interesse daran, dass OpenAI pleitegeht. Die US-Regierung hat kein Interesse, die gesamte US-Wirtschaft nicht, besonders Microsoft nicht. Deswegen halte ich es für höchst unwahrscheinlich. Es ist nicht unmöglich, nichts ist unmöglich. Aber eigentlich haben alle ein Interess daran, das OpenAI diese Industrie weiter sozusagen anfeuert."

"Ich würde bei Trump nichts ausschließen"

... zur These, dass US-Präsident Donald Trump aufgrund eines Kriegs in Südamerika die Midterm-Wahlen ausfallen lassen könnte: "Ich würde da nichts ausschließen. Das wäre eine Möglichkeit, ich würde ihm das 100 Prozent zutrauen. Unsere Hypothese war, dass Elon Musk wieder sozusagen mit ihm zusammenfindet und ihn wieder massiv unterstützen wird, um die Midtermwahlen zu gewinnen. Mit finanziellen Mitteln, mit Stimmungsmache auf X und so weiter. Die Wahl ist auf jeden Fall ein wichtiger oder potenzieller Wendepunkt für die US-Politik."
... über Fortschritte beim Thema Haarausfall: "Mein Gefühl ist, dass wir das Pech haben, dass wir die letzte Generation sind, die das quasi nicht mehr schafft, dass das einfach medizinisch irgendwie mit Nanotechnologie oder Medikamenten gelöst wird. Wir müssen quasi noch irgendwie nach Istanbul fliegen und das tackern lassen. Ich glaube auch, dass du auf Sicht von fünf bis zehn Jahren den Haarausfall wahrscheinlich genetisch noch besser feststellen und dann auch wahrscheinlich früher bekämpfen kannst als heute."
Worum es sonst noch im Podcast ging, hörst du hier:
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Autor*In
Florian Rinke

Florian Rinke ist Host des Podcast "OMR Rabbit Hole" und verantwortet in der OMR-Redaktion den "OMR Podcast". Vor seinem Wechsel Anfang 2022 zu OMR berichtete er mehr als sieben Jahre lang für die Rheinische Post über Start-ups und Digitalpolitik und baute die Rubrik „RP-Gründerzeit“ auf. 2020 erschien sein Buch „Silicon Rheinland".

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