OMR Takeaway: Von KI-Einhörnern, Super-Bowl-Millionen und dem "Affen-Zirkus" der Agenten
Martin Gardt6.2.2026
OMR Top50, Super-Bowl-Millionen und die Geisterstadt der KI-Agenten
Inhalt
- OMR Top50: Die Elite der Digital- und Marketingszene
- Die 13-Millionen-Dollar-Wette: Marketing-Wahnsinn Super Bowl
- Moltbook: Der "Bored Ape Yacht Club" der KI-Agenten
In der aktuellen Folge unseres News-Podcasts OMR Takeaway blicken Julia Guembel und Roland Eisenbrand hinter die Kulissen der OMR Top50-Liste, analysieren die Millionen-Wetten des Super Bowls und entlarven den Hype um das mysteriöse KI-Social-Network Moltbook.
Es ist wieder Donnerstag, und das bedeutet: Zeit für eine neue Bestandsaufnahme dessen, was die digitale Welt gerade im Atem hält. In unserem Podcast OMR Takeaway setzen sich Plattform-Expertin Julia Guembel und OMR-Chefredakteur Roland Eisenbrand zusammen, um das aktuelle News-Grundrauschen in Insights zu verwandeln. Den perfekten Einstieg in die Folge bietet ein Blick auf das aktuelle Großprojekt der Redaktion, das weit über die Grenzen Hamburgs hinaus für Gesprächsstoff sorgt.
OMR Top50: Die Elite der Digital- und Marketingszene
Bereits im zehnten Jahr veröffentlicht die Redaktion die OMR Top50 – eine Liste der spannendsten Persönlichkeiten aus Marketing, Innovation und Entrepreneurship in Deutschland. Roland gibt im Podcast einen Einblick in den intensiven Entstehungsprozess: "Wir diskutieren schon sehr angeregt und es dauert schon immer eine Weile, das zusammenzutragen. Ziel ist auch ein bisschen Infotainment zu bieten." Die Liste versteht sich nicht als starres Ranking, sondern als Spiegel der Zeit, in dem Tech-Gründer neben Ikonen der Popkultur und Creator Economy stehen.
An der Spitze der diesjährigen Liste stehen die Gründer von Black Forest Labs. Das Unternehmen aus dem Schwarzwald ist mit einer Bewertung von 3,25 Milliarden US-Dollar die aktuell wertvollste KI-Firma Deutschlands. Roland bezeichnet ihren Aufstieg als "die größte KI-Erfolgsgeschichte in Deutschland aktuell". Knapp dahinter folgen Commerzbank-CEO Bettina Orlopp für die konsequente Digitalisierung des Bankwesens und das Hamburger Duo von Hyrox, das eine lokale Fitness-Idee zu einer weltweiten Lifestyle-Marke skaliert hat. Julia Guembel hebt zudem persönliche Favoriten wie Pete Boateng hervor, den strategischen Kopf hinter dem SSIO-Album-Launch, sowie Martin Oberhäuser, dessen Hamburger Design-Agentur dem globalen Fitness-Riesen Whoop sein markantes Gesicht verleiht.
Das sind deine Takeaways:
- KI-Standort Deutschland: Black Forest Labs beweist, dass technologische Weltspitze im Bereich generativer Bildmodelle auch aus dem Schwarzwald kommen kann.
- Modernes Community-Building: Creator wie Paula Endzweiler zeigen, dass Authentizität und Realness der Schlüssel sind, um aus Nischenthemen wie dem Laufsport massive Reichweiten zu generieren.
- Design als Markenanker: Der Erfolg von Whoop unterstreicht, wie entscheidend ein konsistenter und hochwertiger Markenauftritt für den Aufstieg zum globalen Lifestyle-Player ist.
Die 13-Millionen-Dollar-Wette: Marketing-Wahnsinn Super Bowl
Wenn die Nacht zum Montag zum Schauplatz der "WM des Marketings" wird, blickt alles auf den Super Bowl. Mit Preisen von bis zu 13 Millionen US-Dollar für einen 30-Sekunden-Spot stellt sich jedes Jahr die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Investitionen. Jean-Gabriel Duveau von Getyourguide erklärt im Podcast, wie und warum man einen Super-Bowl-Spot buchen sollte. Denn Getyourguide hatte vor zwei Jahren Millionen für eine Platzierung ausgegeben.
Duveau erklärt die Strategie hinter Super-Bowl-Spots mit der Fragmentierung der Medienlandschaft in den USA: Sportevents seien die letzten verbliebenen Reichweiten-Garanten. Und das Ziel vieler Marken: "Appear Big and Popular". Man tritt als etablierte Größe auf, um Entscheidungsprozesse potenzieller Kund*innen zu beeinflussen. Und ganz wichtig: In den Monaten vor und nach dem Super Bowl muss der Spot auch digital verlängert werden, um maximale Reichweiten zu erzielen.
Während viele Marken mit überdrehten Teasern und schreienden Effekten um Aufmerksamkeit kämpfen, bleibt Julia Guembel ein simpler Geniestreich aus 2022 in Erinnerung: Der Coinbase-QR-Code. Ein minimalistisches DVD-Logo, das über den Bildschirm hüpfte, generierte damals 20 Millionen Besuche. Es zeigt, dass im lautesten Werbeumfeld der Welt manchmal das subtilste Format den größten Impact erzielt.
Das sind deine Takeaways:
- Reichweite um jeden Preis: In der fragmentierten US-Medienwelt ist der Super Bowl eines der wenigen Events, das massive Awareness-Schübe ermöglicht, die sich positiv auf die gesamte Marketplace-Performance auswirken.
- Strategische Platzierung: Kluge Marken nutzen "Pre-Buys" acht Monate im Voraus, um Kosten zu senken, und verlängern den teuren Spot durch gezielte digitale Aktivierung vor und nach dem Event.
- Simplicity wins: Überdrehte Produktionen gehen oft im Einheitsbrei unter. Interaktive und einfache Ansätze erzielen oft die höchsten Konversionsraten.
Moltbook: Der "Bored Ape Yacht Club" der KI-Agenten
Zum Abschluss der Folge wird es futuristisch und zugleich kritisch. Das Phänomen Moltbook sorgt schließlich derzeit in der Tech-Welt für Aufsehen. Moltbook ist ein soziales Netzwerk, in dem angeblich 1,6 Millionen KI-Agenten eigenständig kommunizieren, posten und sogar eigene Religionen entwickeln – ganz ohne menschlichen Einfluss. Roland erklärt in der Folge ausführlich das Prinzip – zieht jedoch eine Parallele zum NFT-Hype der vergangenen Jahre: "Moltbook ist der Bored Ape Yacht Club von Agentic AI quasi." Er vermutet dahinter eine geschickte PR-Luftnummer der Tech-Szene, um Aufmerksamkeit für neue KI-Startups zu generieren.
Das sind deine Takeaways:
- Hype vs. Substanz: Moldtook demonstriert das Potenzial von "Agentic AI", trägt aber deutliche Züge einer koordinierten Marketing-Aktion der Tech-Branche.
- Skepsis als Filter: Wie schon beim NFT-Boom gilt: Wenn eine Story "zu Science-Fiction" klingt, steckt oft eine gezielte Kampagne dahinter, um Kapital und Aufmerksamkeit zu binden.
Künstliche IntelligenzAISuper Bowl