Nima Etminan: Wieso dieser Deutsche ein Empfehlungsschreiben von Snoop Dogg bekommen hat

Florian Rinke23.9.2023

Im OMR Podcast spricht Nima Etminan über seinen Weg ins Top-Management von Empire

Als Flüchtling ist Nima Etminan mit seiner Familie nach Hamburg gekommen – und managt heute mit Empire eines der legendärsten Hip-Hop-Label der USA. Im OMR Podcast spricht der 35-Jährige über seine Anfänge als Autor eines Westcoast-Hip-Hop-Portals, sein erstes Interview mit Kendrick Lamar und verrät, wieso Snoop Dogg ein Empfehlungsschreiben für ihn unterzeichnet hat.

Nima Etminan braucht einen Fürsprecher, sonst wäre der Traum vom Job in den USA ausgeträumt, bevor er so richtig begonnen hatte. Doch mit einem Empfehlungsschreiben wäre es vielleicht möglich, ein sogenanntes O-1-Visum für die USA zu bekommen, eine Arbeitserlaubnis. Er braucht eine Referenz, die seine Bedeutung in diesem Business belegt – eine gute Referenz. Also fragt er Calvin Broadus. Und der willigt ein.

Dass ein Amerikaner einem Deutschen ein Empfehlungsschreiben ausstellt, ist im Grunde keine Geschichte. Doch wenn es sich bei Calvin Broadus um den richtigen Namen des Rappers Snoop Dogg handelt, sieht das schon anders aus. Snoop Dogg zählt zu den bekanntesten US-Hip-Hop-Künstlern der Geschichte – und zum Bekanntenkreis von Nima Etminan, der schon als Teenager so tief in den amerikanischen Westcoast-Rap eingetaucht ist wie kaum jemand sonst.

Mit 16 Jahren Kendrick Lamar interviewt

Der 35-Jährige ist heute einer der Top-Manager beim legendären US-Label Empire, bei dem eine ganze Reihe heutiger Superstars ihre ersten Schritte gemacht haben. Der erste Künstler, den Nima Etminan unter Vertrag nimmt, ist beispielsweise ein gewisser Kendrick Lamar. Kennengelernt hat er ihn einige Jahre zuvor, als er von Deutschland aus für das Westcoast-Hip-Hop-Portal DubCNN schreibt. "Ich habe sein erstes Interview gemacht", erinnert sich Nima Etminan: "Er war 16 Jahre alt, ich war 16 Jahre alt."

Nima Etminan ist in Teheran geboren, doch seine Eltern verlassen mit ihm schon früh den Iran. Als Flüchtlinge kommen sie nach dem Ausbruch des ersten Golfkriegs zwischen dem Iran und dem Irak nach Hamburg. Sein Vater ist Architekt, doch Deutschland erkennt seinen Abschluss nicht an. Also fängt er damit an, Restaurants zu renovieren. Hip Hop wird damals auch in Deutschland immer populärer, Hamburg ist mit Künstlern wie den Absoluten Beginnern oder Dynamite Deluxe eines der Zentren. Doch Nima Etminan interessiert sich mehr für die Musik der US-Westküste.

Wie Nima Etminan zu Empire kam

Als er mit 16 Jahren in die USA reist, merkt er nach eigenen Angaben, dass er sich als Autor von DubCNN bereits einen Namen gemacht hat. Er kehrt zwar nach Deutschland zurück, aber nur vorläufig. Denn über Kontakte lernt er Ghazi Shami kennen, der 2010 das Label Empire Distribution gründet. Gemeinsam bauten sie das Label in den folgenden Jahren zu seiner heutigen Größe auf. Aus dem kleinen Team in San Francisco wird ein weltweit agierendes Label mit rund 200 Mitarbeitenden.

Trotz der Erfolge sagt Nima Etminan, habe sich sein Leben nicht so stark verändert. "Man fliegt vielleicht mal Business Class statt Economy, um nicht müde anzukommen, aber ansonsten lebe ich immer noch regular", sagt er. Langfristig kann er sich auch vorstellen, etwas ganz anderes zu machen und dafür sogar an die Uni zurückzukehren. Worum es genau geht, erzählt er im OMR Podcast.

Dort verrät Nima Etminan auch, wie er Snoop Dogg während eines Besuchs in Köln kennengelernt hat, welches seiner Familienmitglieder mit dem Musikstar einen Blunt geraucht hat, was Empire anders macht als andere Labels und welche Hip-Hop-Größen ebenfalls ein Empfehlungsschreiben für ihn verfasst haben.

Die Themen des OMR Podcasts mit Nima Etminan im Überblick:

  • (00:00:00) Intro
  • (00:03:00) Arbeit aus Hamburg für ein Westcoast-Hip-Hop-Portal
  • (00:12:00) Nima Etminan lernt den Empire-Gründer kennen
  • (00:21:30) Was Empire anders machen wollte als andere Labels
  • (00:30:00) Ein Empfehlungsschreiben von Snoop Dogg
  • (00:43:00) Dieses Festival besucht Nima Etminan am liebsten

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Florian Rinke
Autor*In
Florian Rinke

Florian Rinke ist Host des Podcast "OMR Rabbit Hole" und verantwortet in der OMR-Redaktion den "OMR Podcast". Vor seinem Wechsel Anfang 2022 zu OMR berichtete er mehr als sieben Jahre lang für die Rheinische Post über Start-ups und Digitalpolitik und baute die Rubrik „RP-Gründerzeit“ auf. 2020 erschien sein Buch „Silicon Rheinland".

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