"Wir müssen groß reingehen": Wie Microsoft im KI-Wettrennen punkten will

Agnes Heftberger war mehr als 20 Jahre bei IBM – jetzt will sie als Deutschland-Chefin das Business von Microsoft weiter pushen.

Microsofts Deutschland-Chefin Agnes Heftberger besuchte OMR-Gründer Philipp Westermeyer im Dezember in Hamburg.
Microsofts Deutschland-Chefin Agnes Heftberger besuchte OMR-Gründer Philipp Westermeyer im Dezember in Hamburg. Foto: OMR
Inhalt
  1. "Agnes, du machst das jetzt"
  2. Wie würde ein Prozess mit KI aussehen?
Milliarden-Umsätze und Überflieger-Karriere: Agnes Heftberger ist mit gerade mal 44 Jahren die jüngste Deutschland-Chefin von Microsoft. Sie führt damit 3000 Mitarbeiter und verantwortet Umsätze wie bei einem DAX-Konzern. Im OMR Podcast spricht sie über ihren Weg aus einem kleinen Dorf in Österreich in die Führungsriege der globalen Tech-Welt, über Künstliche Intelligenz als Alltagshelfer – und die Frage, wie ihre Zeit als Top-Managerin in Singapur ihren Blick auf Deutschland verändert hat. 
Agnes Heftberger hat mal gesagt, dass sie Führungskräften empfehlen würde, Romane zu lesen. Einerseits würde man dadurch Empathie lernen, weil man sich durch die Geschichten in andere Leute hineinversetzen würde. Andererseits lerne man jedoch auch Storytelling – und auch dieses Handwerk benötige man in Führungsaufgaben. Was sie nicht gesagt hat: Die Österreicherin scheint über beide Fähigkeiten zu verfügen. Jedenfalls traute man ihr mit gerade mal 44 Jahren die Aufgabe zu, das Deutschland-Geschäft von Microsoft zu leiten. Sie ist damit hierzulande die jüngste Top-Managerin der Firmengeschichte. Im OMR Podcast spricht sie...
...über ihren Karrierestart in Österreich: "Ich habe eigentlich von Anfang an international gearbeitet, damals, war Wien ja die Hochburg der Zentralen für Osteuropa – und genau in so einer habe ich auch gestartet bei IBM. Ich habe dort neben dem Studium als Werkstudentin angefangen. Anfangs habe ich die Archive sortiert und so ist dann Eines zum anderen gekommen, bis ich irgendwann dann mal Vollzeit angefangen habe."
...über die Gründe für den Einstieg in den Tech-Sektor: "Ich bin zwar in einem kleinen Dorf groß geworden, aber ich war immer super interessiert an der Welt. Ich wollte einfach möglichst weit weg und möglichst viel sehen. Und das war der erste Anreiz, als ich die Möglichkeit sah, bei IBM als Werkstudentin zu starten. Der andere Grund war natürlich schon auch ein bisschen das Geld und die damit verbundene Freiheit. Freiheit ist für mich ein Riesentreiber. Ich will selber entscheiden, was ich tue und wollte nicht abhängig sein von meinen Eltern, die das Studium finanzieren. Als ich bei IBM gestartet bin, haben mich dann aber auch all die technischen Aspekte echt in den Bann gezogen."

"Agnes, du machst das jetzt"

...über ihre Rolle als Führungskraft mit 24 Jahren: "Es war ein großer Sprung für mich, als ich damals mit 24 Führungskraft geworden bin. Ich hatte einen Chef, der gesagt hat: ,Agnes, du machst das jetzt'. Und ich habe dann einfach mal ,Ja' gesagt, mich auf die Reise begeben und das Team übernommen mit Menschen, die natürlich im Schnitt sehr viel älter waren als ich. Das war eine tolle Geschichte, bei der ich sehr schnell sehr viel habe lernen müssen."
...über ihre Zeit als Top-Managerin in Asien: "Die Geschwindigkeit, mit der man in vielen Teilen Asiens unterwegs ist, habe ich schon sehr stark wahrgenommen. Das gibt es in Teilen auch in Deutschland. Ich will nicht sagen, dass das nicht existent ist, aber hier verteilt sich das vielleicht so ein bisschen mehr. Und das ist sicherlich ein Faktor, der prägend ist, der auch irgendwie das Ökosystem beflügelt. Die Regierung in Singapur ist zum Beispiel sehr früh mit einer KI-Strategie um die Ecke gekommen und hat sich auch mit der Frage beschäftigt, wie man KI-Fähigkeiten in der Bevölkerung aufbaut. Wie mache ich Technologie für viele Menschen zugänglich? Das sind so Faktoren, die sich aus diesem Anspruch, ganz vorne mit dabei zu sein, ableiten und einen Unterschied ausmachen, würde ich sagen."

Wie würde ein Prozess mit KI aussehen?

...über die Rolle von Microsoft im KI-Zeitalter: "Wir glauben, dass KI für eine effektive Wertschöpfung auf globaler Basis einen Riesenunterschied machen kann. Dafür müssen wir groß reingehen. Eine Partnerschaft, die wir frühzeitig mit OpenAI geschlossen haben, ist natürlich wichtig, aber wir können dort nicht stoppen, sondern müssen auch darüber nachdenken, wie wir KI wirklich in die Workflows von Menschen bringen. Immer mit dem Gedanken: Wie bleibt die menschliche Ambition, die menschliche Kreativität die treibende Kraft?"
...wie bei Microsoft selbst KI eingesetzt wird: "Microsoft ist als Unternehmen 50 Jahre alt, das heißt wir sind nicht in der Cloud geboren und auch nicht in einer KI-Welt. Es gibt viele Prozesse. Wir haben uns wirklich vorgenommen, alles auf Herz und Nieren nochmal neu zu denken und zu überlegen, wie so ein Workflow mit KI aussehen würde. Deswegen ist unsere eigene Transformation da super spannend. Alles wird nochmal neu gedacht mit den Fähigkeiten, die wir jetzt an der Hand haben. Ein Drittel des Codes, den wir jetzt neu ausrollen bei Microsoft, ist mit KI generiert. Wir haben uns ganz viel angeschaut, zum Beispiel auch, was wir in unseren Vertriebsprozessen mit KI machen können. Es gibt ganze Länder, da machen KI-Agenten den Vertrieb."
Im OMR Podcast spricht Agnes Heftberger außerdem darüber, welche Rolle KI in ihrem Privatleben spielt, wie Gespräche mit Satya Nadella ablaufen und warum es kein Problem ist, wenn man als Microsoft-Deutschland-Chefin ein iPhone von Apple benutzt.
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Florian Rinke
Autor*In
Florian Rinke

Florian Rinke ist Host des Podcast "OMR Rabbit Hole" und verantwortet in der OMR-Redaktion den "OMR Podcast". Vor seinem Wechsel Anfang 2022 zu OMR berichtete er mehr als sieben Jahre lang für die Rheinische Post über Start-ups und Digitalpolitik und baute die Rubrik „RP-Gründerzeit“ auf. 2020 erschien sein Buch „Silicon Rheinland".

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