Isabell Werth über Pferde als Business und ihren Aufstieg zur Olympia-Legende
Florian Rinke1.2.2026
Im OMR Podcast spricht sie über ihre Karriere, Millionen-Investments in Pferde und ihren neuen Fonds
Philipp Westermeyer besuchte Olympia-Rekordhalterin Isabell Werth und ihr Pferd DSP Quantaz auf ihrem Hof in Rheinberg. Die Dressurreiterin zeigte ihm nicht nur die Stallungen, sondern gab auch Einblicke in ihr Business. Foto: OMR
Inhalt
Sie ist die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt – und mit acht Gold-Medaillen auch Deutschlands erfolgreichste Olympionikin. Doch auch abseits des Dressurvierecks ist Isabell Werth aktiv: Rund um den einstigen Hof ihrer Eltern baut die studierte Juristin ein Multi-Millionen-Business auf, inklusive eines Fonds, mit dem sie gezielt in Pferde investieren will. Im Podcast verrät sie, wie sich Millionenpreise für Hengste mit dem Verkauf von Sperma refinanzieren lassen, warum die Ausbildung eines Pferdes auch ein hohes Risiko birgt – und ob sie bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028 noch einmal antritt.
Wenn es um Deutschland geht, dann wird in letzter Zeit viel genörgelt. Dabei gibt es noch immer Bereiche, in denen das Land Weltspitze ist. Zum Beispiel im Pferdesport – oder vor allem auch der Pferdezucht. Und wer sollte das besser wissen als Deutschlands erfolgreichste Olympionikin Isabell Werth? Acht Mal hat sie die Gold-Medaille in der Dressur gewonnen, inzwischen nutzt sie ihr Talent auch, um Pferde auszubilden und für hohe Summen zu verkaufen. Und die studierte Juristin hat große Pläne. Im OMR Podcast spricht sie...
... über die Entscheidung, ihr Hobby zum Beruf zu machen: "Ich habe meine Ausbildung zur Juristin gemacht, als Anwältin gearbeitet und bei Karstadt im Marketing, bis ich dann entschieden habe, die Reiterei wirklich zu meinem Beruf zu machen. Ich habe den Hof übernommen und wir haben ihn dann erweitert um die Reithalle und die ersten Stallungen. Das war natürlich ein Riesenangang, auf einmal auf eigenen Beinen zu stehen, eine große Investition zu tätigen und sich immer dabei zu fragen: Schaffst du das auch? Hast du dich da nicht finanziell übernommen? Wird sich das wirklich so entwickeln, wie du das vorstellst?"
Hengste als Investment-Objekt
... darüber, wie viel es kostet, ein gutes Pferd zu halten: "Also ein Pferd kostet pro Jahr mit Sicherheit alleine im Unterhalt rund 30.000 Euro, ohne dass da irgendwelche besonderen Dinge passieren gesundheitlicher Art oder sonstige außergewöhnliche Reisen. Wenn man mal auf dem Niveau ist, dass man im Kader ist, dann werden jetzt Olympische Spiele ja auch bezahlt. Aber auf dem Weg bis dahin braucht man schon ein Team oder ein finanzstarkes Elternhaus, was da entsprechend unterstützt."
... darüber, wie Pferde-Sperma zum weltweiten Verkaufsschlager wird: "Ein Modell ist, in junge Hengste zu investieren, die dann in den Deckeinsatz kommen. Die guten, erfolgreichen Hengste haben natürlich dann auch eine starke Nachfrage. Die super erfolgreichen Hengste haben bis zu 700 Stuten im Jahr, manche sogar noch mehr. Das ist inzwischen möglich durch die künstliche Besamung, den weltweiten Versand und durch die weiter fortschreitende Entwicklung der Medizin, aus einer Portion Samen mehrere Stuten trächtig zu bekommen. Da ist vieles möglich."
"Ich halte nochmal durch bis Los Angeles"
... über die Erweiterung ihres Business durch einen Fonds: "Ich habe mir natürlich in den letzten Jahren Gedanken gemacht, wie ich den Betrieb weiter strukturiere. Irgendwann ist das Leben nach dem Sport ja auch wichtig und der Betrieb muss ja auch darüber hinaus fortbestehen. Und ein Punkt ist, dass wir eine Hengststation gebaut haben, die jetzt in Betrieb geht. Wir bekommen unheimlich tolle Pferde zur Verfügung gestellt, die wir dann entwickeln können. Und ein nächster Schritt ist die Entwicklung eines Fonds, damit wir Pferde kaufen, diese über einige Jahre entsprechend ausbilden und dann wieder verkaufen."
... über ihre Pläne, noch einmal bei Olympia zu starten: "Ich habe zwar nach Paris gesagt ,Ja, mal schauen'. Aber es ist ja so: Du denkst immer, du hättest ein super Pferd gehabt und nun sei es auch mal gut. Aber dann kommt das nächste und dann kommt nochmal ein tolles Pferd. Und diese Pferden faszinieren mich einfach. Deswegen: Ja, ich glaube, ich halte nochmal durch bis Los Angeles."
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