,Chabos wissen, wer der Broker ist' – Scalable hatte Geheimplan mit Haftbefehl

25.3.2026

Gründer Erik Podzuweit spricht im Podcast über neue Investment-Trends und Marketing mit Rappern.

Mal wieder zu Besuch in Hamburg: Scalable-Capital-Gründer Erik Podzuweit (rechts) traf sich mit OMR-Gründer Philipp Westermeyer zur Aufnahme. Foto: OMR
Mal wieder zu Besuch in Hamburg: Scalable-Capital-Gründer Erik Podzuweit (rechts) traf sich mit OMR-Gründer Philipp Westermeyer zur Aufnahme. Foto: OMR
Einer unserer Podcast-Stammgäste ist zurück: Erik Podzuweit meldet sich am Mikro mit einem exklusiven Einblick in die Welt des Neobrokers Scalable Capital. Der Gründer spricht über den neuen Fokus bei SaaS-Investments, die Psychologie der Unternehmensführung und einen älteren O-Ton des Gründers, der mit etwas Abstand zu einer Menge Rückfragen führt.
Natürlich ist die Kooperation auch dem Chef des Neobrokers Scalable Capital nicht entgangen: Im Herbst 2025 hatte Konkurrent Trade Republic den Rapper Luciano eingesetzt, um für ein neues Produkt im Private-Equity-Bereich zu werben. Ausgerechnet ein Rapper! Denn wenige Wochen zuvor hatten genau hatte Erik Podzuweit noch im OMR Podcast mit Host Philipp Westermeyer darüber diskutiert, ob Rapper nicht die idealen Markenbotschafter seien aufgrund ihrer Reichweite – und sich dabei eher skeptisch gezeigt. Klar, dass die beiden über dieses Thema nun noch einmal sprachen, als sie sich für eine neue Podcast-Aufnahme verabredet haben. Dabei ging es unter anderem um...
... seine Reaktion auf die Marketing-Kampagne von Konkurrent Trade Republic: "Als die damit rauskamen, musste ich natürlich an unser Interview denken. Grundsätzlich finde ich es immer cool, wenn jemand mutig ist und Sachen auch mal ganz anders macht. Insofern Chapeau! Umgekehrt bin ich immer noch der Meinung, dass es zu uns nicht gepasst hätte, weil wir eine andere Brand haben und anders positioniert sind. Umgekehrt hatte ich damals auch eine spinnerte Idee und meinte: Wäre es nicht geil, wenn wir mit Haftbefehl kooperieren und in Frankfurt ein riesiges Plakat mit ihm und unserer App darauf machen – und dazu als Spruch: ‚Chabos wissen, wer der Broker ist‘ – in Anlehnung an seinen Songtext. Wir haben das Management sogar angeschrieben, aber die haben leider nie geantwortet. Es wäre das perfekte Zusammenspiel gewesen, weil Haftbefehl es geschafft hat, als Figur sogar die LinkedIn-Community zu erreichen und dort eine enorme virale Aufmerksamkeit zu erzeugen." 
... die Arbeit im Maschinenraum von Scalable Capital: "Wir waren die letzten zwei, drei Jahre firmenintern sehr busy, weil wir sehr viel Infrastrukturarbeit gemacht haben. Wir haben eine eigene Depotverwahrung aufgebaut, eine eigene Banklizenz, ein eigenes Kernbankensystem programmiert und eine eigene Börse hingestellt. Das hat strategisch große Vorteile und bringt den Kund*innen Preisvorteile, auch wenn man es als Endprodukt erst mal gar nicht so sieht. Aber jetzt haben wir das alles fertig und sind von den Ressourcen her wieder frei, um in den nächsten Monaten und Jahren sehr viele neue Endprodukte an den Markt zu bringen."
... Psychologie in der Unternehmensführung: "Ich habe mal eine gute Beschreibung von Bill Gurley gehört: Der schwierige Job eines CEOs ist, dass er immer gegenzyklisch sein muss. Wenn die Firma am Boden liegt und richtig auf dich eingehämmert wird, dann musst du der Sonnenschein sein, durch die Gänge laufen und die Leute motivieren. Wenn es aber richtig gut läuft, dann musst du die Leute ein bisschen wieder runterbringen und sagen: Pass auf Leute, nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Die Börse, neue Wettbewerber oder Technologien wie KI können die Lage von heute auf morgen komplett ändern. Man muss in guten Zeiten vorsichtig und ein bisschen paranoid bleiben."
... die Krise von SaaS-Modellen in Zeiten von KI: "Die große Betrachtung, dass das SaaS-Modell tot ist und – ich treibe es jetzt mal auf die Spitze – dass ChatGPT jedes Software-Vertical ersetzen wird, halte ich für maßlos übertrieben. Das wird nicht kommen. Was aber passiert ist, dass die Net-Retention leiden wird. Wir sehen ja bei uns selber, dass wir auch überlegen, ob wir neue Features kostenpflichtig nutzen oder für einzelne Anwendungsfälle nicht tatsächliche Lösungen mithilfe von LLM-Anbietern hinbekommen. Für Investor*innen bedeutet dass, dass die Prognostizierbarkeit dieser SaaS-Entwicklung nicht mehr so schön in die Zukunft fortschreibbar ist. Und klar, es gibt auch einzelne Anwendungen, die ultimativ im Feuer stehen. Also alles, was direkt auch mit Sprache zu tun hat – wie Übersetzungssoftware oder Programme wie Duolingo." 
... der neue Fokus der Investor*innen: "Es gibt einen Begriff für den neuen Investment-Fokus vieler Akteure: Halo. Das steht für High-Asset, Low-Obsolence, also ein Geschäftsmodell mit mit vielen physischen Wirtschaftsgütern, die sich nicht so leicht durch KI ersetzen lassen. Zum Teil sind das Infrastruktur-Projekte, Datenrechenzentrumsanbieter oder auch physische Infrastruktur. Das ist eine Umkehr um 180 Grad beim Investmentverhalten der letzten 20 Jahre."
Das ganze Gespräch kannst du hier hören. Darin geht es unter anderem auch um die Buch-Tipps von Erik Podzuweit, seinen Blick auf die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs – und das neue Tagesgeld-Angebot mit 2,5 Prozent Zinsen.
Scalable CapitalOMR Podcast

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