Neura-Robotics-Gründer David Reger: Vom Hauptschüler zum Hightech-Visionär

Florian Rinke14.1.2026

Zehn Geschwister, kein Abi, bald Milliardär? Im OMR Podcast erzählt der Roboter-Pionier seine Geschichte.

Philipp Westermeyer und Neura-Robotics-Gründer David Reger trafen sich im Dezember zur Aufnahme. Foto: OMR
Philipp Westermeyer und Neura-Robotics-Gründer David Reger (rechts) trafen sich im Dezember zur Aufnahme. Foto: OMR
Inhalt
  1. Sechs Mädels, fünf Jungs
  2. Tesla? "Ich glaube, unsere Roboter können mehr"
David Reger hat einen der wohl ungewöhnlichsten Lebensläufe der deutschen Tech-Szene: 10 Geschwister, Hauptschulabschluss, Sozialarbeiter in San Francisco. Heute baut er mit seinem Startup Neura Robotic einen deutschen Tech-Hoffnungsträger auf. Im OMR Podcast erzählt David Reger, wie er innerhalb weniger Jahre von Null auf mehr als 1200 Mitarbeitende und Millionen-Umsätze skaliert ist, warum Menschen 10.000 Euro dafür bezahlen sollen, dass ihnen ein Roboter die Spülmaschine ausräumt und natürlich, warum er glaubt, dass seine Roboter sogar besser sind als der Optimus von Tesla. 
Abi, Business School, Beratung – diesen Dreiklang findet man in der deutschen Gründerszene nicht nur einmal. Die Kombination "kein Abi, Modellbauer, Sozialarbeiter" dürfte hingegen einmalig sein. David Reger hat eine ungewöhnliche Biografie. Und er hat ein ungewöhnliches Ziel: Er will mit Neura Robotics heraus aus Metzingen einen Roboter-Player von Weltrang bauen. Wie das gehen soll, hat er im OMR Podcast erzählt. Dort spricht er über...

Sechs Mädels, fünf Jungs

... über das Leben in der Großfamilie: "Ich bin der Zweitälteste. Ich bin jetzt 37 und mein jüngster Bruder ist jetzt 24. Wir sind sechs Mädels und fünf Jungs. Meine Eltern haben sich entschieden, viele Kinder zu haben – und ich finde das schön."
... über seine Zeit als Sozialarbeiter in San Francisco: "Ich hatte geplant, ein halbes Jahr zu bleiben, am Ende waren es dann eineinhalb Jahre. Ich dachte, das ist eigentlich meine Berufung. Also ich habe wirklich gesagt: Wow, das ist etwas, was ich mein Leben lang tun möchte – Menschen zu helfen, Menschen von der Straße zu holen. Es war 2009, direkt nach der Pleite von Lehman Brothers in der Finanzkrise. Damals sind sehr viele Menschen auf der Straße gelandet, sogar Professoren und so weiter, die es in meinen Augen auch echt schwierig hatten, wieder hoch zu kommen. Und mein Job war eigentlich, mich darum zu bemühen, Menschen herauszupicken, bei denen ich denke, dass man denen helfen kann. Wir haben ihnen einen Platz zum Übernachten angeboten und gleichzeitig hart mit ihnen gearbeitet, damit sie schnell aus der Situation rauskommen. Aber sobald man gesehen hat, dass es nichts bringt: Raus. Das war ziemlich taff. Aber das war aus heutiger Sicht in meinen Augen auch die Schule, durch die ich gehen musste, um all das zu erreichen, was ich heute habe."

Tesla? "Ich glaube, unsere Roboter können mehr"

... über die Ambitionen von Neura Robotics: "Ein humanoider Roboter für die Industrie kostet etwa 60.000 Euro. Ein Haushaltsroboter liegt dann im Bereich von 10.000 Euro. Und die Margen gehen hoch auf bis zu 60 Prozent. Wir wollen natürlich einen neuen Leuchtturm der deutschen Wirtschaft bauen. Das ist ja auch ein Grund, warum wir angefangen haben. Wir haben nicht angefangen, um hierveinen Hidden Champion zu bauen. Wir wollen das Unternehmen bauen, was uns vielleicht in Deutschland den Arsch rettet."
... über Konkurrenten wie Tesla und dessen Roboter Optimus: "Ich glaube, unsere Roboter können mehr. Wir haben eine Plattform gebaut, auf der nicht alles von uns abhängig ist, sondern jeder einem Roboter etwas beibringen kann. Das heißt, Elon Musk hat natürlich einen Vorteil, er hat praktisch unendliche finanzielle Ressourcen und lockt die besten Talenten der Welt. Ich glaube aber auch, dass das sozusagen die Schwachstelle ist: Man denkt, man kann alles selber tun. Wir haben eher den Weg gewählt, zu sagen: Nö, das stimmt nicht. Deshalb haben wir eine Plattform gebaut, die es jedem Menschen ermöglicht, einem Roboter leichter und schneller etwas beizubringen. Das ist aus unserer Sicht exponentieller."
... über Widerstände und seinen Plan: "Ich habe eine Vision und an der arbeite ich jeden Tag, die lässt mich jeden Tag aufstehen und motiviert mich jeden Tag. Gleichzeitig sehe ich natürlich die Schattenseiten, dass man immer wieder mit dem Kopf durch die Wand muss: Von Anfang an hat man mir gesagt, Robotik sei das falsche Thema. Es hieß: Hardware, wer glaubt schon an Hardware? 2019 hat jeder nur von Software geredet. Und wenn man keine wiederkehrenden Software-Umsätze gemacht hat, hat sich kein Investor mehr für dich interessiert. Dann kamen andere Zeiten und es hieß plötzlich: Ihr kommt aus Deutschland? Da entsteht ja nichts, von dort kann man auch nicht internationalisieren. Man darf nicht, man kann nicht, man hat nicht und so weiter – das hört man andauernd. Und das ist das, was mich motiviert."
Das ganze Gespräch hört ihr im OMR Podcast:
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Florian Rinke
Autor*In
Florian Rinke

Florian Rinke ist Host des Podcast "OMR Rabbit Hole" und verantwortet in der OMR-Redaktion den "OMR Podcast". Vor seinem Wechsel Anfang 2022 zu OMR berichtete er mehr als sieben Jahre lang für die Rheinische Post über Start-ups und Digitalpolitik und baute die Rubrik „RP-Gründerzeit“ auf. 2020 erschien sein Buch „Silicon Rheinland".

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