Erst Rocket Internet, dann Meta & Google: Arthur Gerigk über krasse Kampagnen und seine Karriere im Valley

Tim Sohr4.2.2026

In der Schule musste er wiederholen – danach folgte eine Top-Karriere im Silicon Valley

Im OMR Podcast gibt es dieses Mal eine Folge der neuen Staffel des "OMR Silicon Valley Updates". Host Christian Byza hat sich dazu mit Arthur Gerigk in Kalifornien zur Aufnahme getroffen.
Er wurde vom Data Guy zum CMO von Rocket Internet, bevor er den Sprung zu den ganz Großen gewagt hat: Arthur Gerigk hat drei Tech-Giganten von innen kennengelernt. Dabei hat er nicht nur Meetings mit Mark Zuckerberg erlebt, sondern auch verstanden, warum man im Valley mehr verdient als in Europa. Im Podcast spricht er außerdem darüber, was ihn bei Snap überrascht hat, wie er heute über Google denkt – und ob er sich überhaupt noch vorstellen könnte, nach Deutschland zurückzukehren.
Google, Meta, Snap: Die großen Namen im Valley üben eine ungebrochene Faszination auf die weltweite Tech-Elite aus. Aber nur wenigen ist es vergönnt, die Arbeitskultur bei den Giganten wirklich zu verinnerlichen. Arthur Gerigk schon: Er wurde 2016 als Marketing-Chef bei Rocket Internet von Facebook abgeworben. Seitdem hat ihn sein Weg als PM über Google zu Snap geführt – und dabei hat er Erfahrungen für mehrere Businessleben gesammelt.
Im OMR Podcast hört ihr dieses Mal eine Folge der neuen Staffel des "OMR Silicon Valley Updates". Host Christian Byza hat sich dazu mit Arthur Gerigk in Kalifornien zur Aufnahme getroffen und spricht mit ihm…
… über seine Anfänge bei Rocket: „Ich musste dann quasi tagsüber bei Wimdu arbeiten und abends bei Westwing oder bei irgendwelchen anderen E-Com-Firmen. Und ich hatte mir bei Wimdu dann nebenher selbst Python beigebracht und hab so ein paar Report-Automatisierungen geschrieben. Und als ich mit Elias gesprochen hatte, war irgendwie klar: Okay, die Sachen, die wir beide gerade machen, sind eben nicht nur für Wimdu oder für ein paar Rocketfirmen relevant, sondern für ganz viele. Und gleichzeitig werden wir aber von Oli auch nicht so bezahlt, wie wir Wert stiften für die Gruppe. Und dann kam eben die Idee: Lass uns rausgehen und den gleichen Service einfach zurückverkaufen.“
… über den Rocket-Hype: „Es gab sehr viel Berichterstattung, auch sehr viel negatives. Aber innen hat es sich auf jeden Fall angefühlt, als wäre es einfach unglaubliches Wachstum. Das war auch die ganzen Jahre vorher so. Bei den anderen Firmen, bei denen ich war, hat es sich genauso angefühlt. Aber das war schon der Peak. Das Jahr bis zum IPO hat sich angefühlt, als würde alles immer verrückter.“
… über Mark Zuckerberg: „Ja, also ich hab ihn häufiger gesehen, in vielen Meetings. 2016 waren es 16.000 Leute, jetzt sind es schon über 100.000. Und was macht er den ganzen Tag, zumindest damals: Er macht den ganzen Tag Product Reviews. Das einzige, was ihn interessiert, ist: Was für Produkte werden gerade gebaut? Und ähnlich wie Oliver Samwer hat er sich auch um alle Details gekümmert.“
… über sein Ende bei Facebook: „Bei Facebook bekommt man nach fünf Jahren einen Monat Urlaub. Recharge heißt das. Und nach genau fünf Jahren habe ich diesen einen Monat Recharge genommen und habe gedacht: Okay, dann schaue ich jetzt mal, was ich als Nächstes mache. Und ich weiß gar nicht, wie es inzwischen ist mit dem Recharge, ob der genauso existiert oder nicht. Aber es gab schon viele Stimmen damals, die gesagt haben, dass der Recharge nicht den Effekt hat, den die Firma eigentlich haben möchte. Aber es ist immer schwierig, so was abzuschaffen, wenn es einmal da ist. Und genau: Ich war einer der vielen, die nach dem Monat nicht zurückgekommen sind.“
… über kulturelle Leader bei Google: „Es gab nicht diese eine Person. Du hast verschiedene Leute gehabt auf verschiedenen Ebenen. Es gab den Jerry Dischler, das war der Leader der Ads Division. Es gab Prabhakar Raghavan, der hat damals sowohl Ads als auch die Suche und Google Maps geleitet. Und dann gab es natürlich auch die bei Google sehr starke Businessseite. Der ganze Sales-Bereich mit Philipp Schindler und so weiter. Es war ein bisschen unklarer bei all diesen Leuten dort: Wer ist eigentlich die Person, die überzeugt werden muss. Es war viel, viel schwieriger zu verstehen als bei Facebook.“
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Tim Sohr
Autor*In
Tim Sohr

Tim Sohr ist bei Podstars für die Storytelling-Formate wie "Bassam" oder "Wo ist Lars?" verantwortlich. Vor seinem Wechsel zu OMR war er Autor und Redakteur für den Stern und Neon. 2014 erschien sein Debütroman „Woanders is’ auch scheiße“, der von den Lesern des Musikexpress zum „Buch des Jahres“ gewählt wurde. Sein zweites Buch „Für immer und Amy“ wurde 2017 für den Delia-Literaturpreis nominiert. Im Mai 2026 erscheint sein dritter Roman „KiezBlues“.

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