Amazon macht jetzt Drops mit Influencern – und eine deutsche Top-Instagrammerin ist dabei

Ein Ausschnitt aus einem Video von Amazon zur Einführung von "The Drop" (Quelle: Amazon.com)

Der E-Commerce-Gigant will neue Shopping-Formen aufsaugen

„Niemals zuvor.. und vielleicht niemals wieder“: Mit diesem Lockruf will Amazon künftig Kundinnen dazu verführen, von Influencern designte und nur über einen begrenzten Zeitraum verfügbare  Modekollektionen auf Amazons Plattform zu kaufen. Unter dem Namen „Amazon – The Drop“ macht sich der Konzern eine Vertriebsform zu eigen, die von Streetwear-Marken wie Supreme geprägt wurde. Ziel dürfte es sein, neue Segmente und neue Zielgruppen zu erschließen.

Die Influencer-Kollektionen sollen nur in einem Zeitraum von 30 Stunden oder weniger (wegen Limitierung der Stückzahl) bestellbar sein, heißt es auf Amazon.com/TheDrop. Nach Ablauf dieser Frist würden die Produkte entsprechend „on demand“ produziert – auch um Überproduktion und Verschwendung einzuschränken. Wer sich über neue Drops informieren lassen will, kann das außer auf der Website auch per SMS sowie auf einem eigenen Instagram Account. Hinzu kommt offenbar ein Sortiment von Basics (Amazon nennt es „the Staples“), das dauerhaft verfügbar sein soll.

Ist „Ohh Couture“ mit dabei?

Auf der „Amazon Drop“-Website selbst finden sich aktuell noch keine Informationen darüber, welche Influencerinnen für die ersten Kollektionen Pate stehen werden. Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge gehören dazu Paola Alberdi (eine Million Instagram Follower), Patricia Bright (eine Million Instagram Follower), Sierra Furtado (1,7 Millionen Instagram Follower), Emi Suzuki (eine Million Instagram Follower) sowie die Deutsche Leonie Hanne (1,9 Millionen Instagram Follower, hier im OMR Podcast). Zumindest den vier erstgenannten folgt auch der offizielle „Amazon Drop“-Instagram-Account. Eine Anfrage von OMR an Leonie Hanne blieb bislang unbeantwortet. Ob künftig möglicherweise auch männliche Influencer eigene Kollektionen präsentieren, ist bislang unbekannt.

Mit Vertrieb in Form von Drops sind vor allem Streetwear-Marken wie Supreme (hier im OMR Portrait) und Palace Skateboards groß geworden. Nach deren Erfolg kopieren nun diverse andere Branchen das Modell: Sport- und Lifestyle-Marken wie Adidas sowie Luxusmarken wie Burberry und Moncler („Marketing-Instrument „Drop“: Warum diese Methode aus der Streetwear-Szene zum Trend wird“).

Influencer x Drops = Begehrlichkeit2?

Daneben verkaufen diverse Influencer eigene Produkte mittels Drops. Superstars wie Kim Kardashian und Kylie Jenner generieren mit Kosmetik und Parfüms einen riesigen Ansturm auf ihre Online-Shops, Super-Influencer wie Arielle Charnas verkaufen eigene Kollektionen bei großen US-Retailern wie Nordstrom („Eine Million Dollar Umsatz in 24 Stunden: Super-Influencer als Conversion-Maschinen?“) und selbst vergleichsweise „kleine“ regionale Blogger, wie in Deutschland beispielsweise Carmen Kroll und Julia Zwingenberg („Social-Brand „Oh April“: 60.000 Insta-Follower in 24 Stunden und ausverkaufte Kollektionen“) „droppen“ eigene Kollektionen.

Amazon saugt nun beide Trends auf einmal auf. Dahinter dürfte auch der Gedanke stehen, andere Formen des Einkaufens abzubilden. Bisher steht Amazon eher für die Befriedigung eines bereits bestehenden Bedarfs. Die Hälfte oder mehr aller Produktsuchen sollen in den USA und in Deutschland bereits auf Amazon starten. Doch Bedarf zu wecken und Begehrlichkeiten zu schaffen, gelingt dem Unternehmen bisher eher weniger. Der Großteil junger, mode-affiner Frauen, die „Generation Instagram“, dürfte bisher eher selten Kleidung auf Amazon geshoppt haben. Genau an diesem Punkt setzt Amazon nun mit „The Drop“ an.

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