Affiliate-Offensive: Wie Instagram und YouTube jetzt Jagd auf TikTok Shop machen

OMR Team31.12.2025

Der Kampf um die Vorherrschaft im Social Commerce tritt in eine neue Phase, während Tech-Giganten fortschrittliche Monetarisierungstools für Creator*innen ausrollen

Meta und Google blasen zur Attacke auf Tiktok Shop und rollen derzeit massiv erweiterte Affiliate-Tools für Instagram und Youtube aus. In den USA und wichtigen asiatischen Märkten können Creator*innen Produkte nun deutlich einfacher direkt in ihren Kurzvideos markieren und Provisionen kassieren. Für dich könnte die aktuelle Entwicklung das endgültige Signal sein, deine E-Commerce-Strategien jetzt auf Video-Content-Partnerschaften einzustellen. Ein Deutschland-Start der Programme für das Jahr 2026 dürfte unmittelbar bevorstehen.
Was passiert bei Meta? Instagram verwandelt Reels aktuell endgültig in digitale Schaufenster. Mit der neuen Funktion "Add Products" können Creator*innen künftig bis zu 30 einzelne Artikel direkt in einem Reel markieren – entweder über den bestehenden Meta-Warenkatalog oder per direktem Produkt-Link (wobei auch das Produkt vom Hersteller auf Meta gelistet sein muss). Die Nutzenden klicken auf das Tag und landen direkt im Shop oder der App des Partners. Creator*innen kassieren dann klassische Affiliate-Provisionen, die über Instagram ausgezahlt werden. Besonders spannend dürften die angekündigten Kooperationen mit Giganten wie Amazon (in der westlichen Welt) und Shopee (in Asien) sein. Der Produktkatalog, an dem sich die Creator*innen bedienen können, wäre auf einen Schlag riesig.
Was passiert bei Google? Auch Youtube drückt aufs Tempo und senkt derzeit die Eintrittshürden für sein Shopping-Affiliate-Programm. Statt der ursprünglichen 20.000 oder zuletzt 1.000 Abonnent*innen reichen nun bereits 500 Follower aus, um Produkte in Shorts, klassischen Videos oder Livestreams zu taggen und an den Verkäufen mitzuverdienen. Laut Youtube-CEO Neal Mohan ist In-Stream-Shopping einer der strategischen Schwerpunkte für das Jahr 2026. Einzelne Creator*innen konnten ihre Einnahmen laut Youtube durch die integrierten Shopping-Links verfünfzehnfachen.
Warum gerade jetzt? Sowohl Instagram als auch Youtube versuchen seit Jahren eine funktionierende Social-Commerce-Strategie zu etablieren. Meta hatte es sogar mit einem eigenen Shop-Bereich in der App probiert – wegen Erfolglosigkeit aber wieder eingestellt. Der enorme Druck, es jetzt richtig zu machen, kommt jetzt vor allem von Tiktok Shop. Während Instagram und YouTube aktuell oft noch auf externe Checkouts verlinken, integriert Tiktok den kompletten Kaufprozess inklusive Bezahlung direkt in die App. Wir hatten bereits im Sommer 2025 beschrieben, wie Marken und Creator*innen viel Geld bei Tiktok Shop verdienen.
 Wann kommt das zu uns? In Deutschland halten sich Meta und Google mit dem finalen Rollout zwar noch offiziell zurück, doch hinter den Kulissen stehen die Zeichen auf Angriff. Wir gehen davon aus, dass die neuen Shopping-Features von Instagram und Youtube noch im Laufe des Jahres 2026 den deutschen Markt erreichen werden. Die aktuelle Verzögerung liegt primär an den komplexen europäischen Datenschutz- und Wettbewerbsregeln sowie der notwendigen Abstimmung der Logistik-Schnittstellen, doch technisch sind die Weichen gestellt, damit hiesige Brands ihre Produktkataloge mit der Reichweite der großen Creator-Netzwerke verknüpfen können.

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