nGmbH statt Wirecard-Fiasko: Wie Deutschland digital vorankommen könnte

Verena Pausder und Philipp Klöckner (Fotos: Kim Keibel / Marco Priske)

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Die Unternehmerin Verena Pausder sowie der Digital-Analyst Philipp Klöckner im OMR Podcast

„Wie es jetzt weitergeht“ lautet der Untertitel von Verena Pausders Buch „Das neue Land“, in dem sie in einer Art Rede ausmalt, wie Deutschland zukunftsfähig werden könnte. Im OMR Podcast gibt sie eine Vorschau auf vier ihrer zentralen Vorschläge. Im zweiten Teil des Podcasts analysiert Management- und Marketingberater Philipp Klöckner die jüngsten Entwicklungen im Marketing- und -Tech-Bereich – auch in Deutschland.

„Ich habe in meinem Buch die Themen behandelt, für die ich nicht irgendwelche Experten-Interviews führen oder Bücher anderer Leute lesen musste, sondern bei denen ich selbst Lösungen und Erkenntnisse habe“, so Verena Pausder über „Das neue Land“. Pausder (die schon einmal im OMR Podcast zu Gast war) ist Unternehmerin, hat ihr Unternehmen Fox & Sheep an den deutschen Spielwarenhersteller Haba verkauft und ist als Business Angel in der Startup-Szene aktiv.

Eine neue Gesellschaftsform für die Ecosias dieser Welt?

In ihrem ersten Buch „Das neue Land“ setzt sie sich nun mit acht Themen auseinander, von Bildung über New Work, Politik und (natürlich) Digitalisierung, aber auch Klimaschutz. Bei jedem Kapitel habe sie sich gezwungen, ganz konkrete Lösungsvorschläge zu machen. Auf vier dieser Ideen gibt sie in der neuesten Folge des OMR Podcasts einen kurzen Ausblick. Der erste Vorschlag lautet: Einführung eines Pendants zu dem Konzept „Entrepreneur in Residence“ in der Politik – also ein „Politician in Residence“, um die Hürden für den Einstieg in die Politik zu senken.

„Dann habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie wir es schaffen könnten, bereits in der Gesellschaftsform eines Unternehmens auszudrücken, dass ein Startup langfristig und nachhaltig wirken und eben nicht verkauft werden soll. Also: Ecosia soll nicht irgendwann an Google, Recup nicht irgendwann an Starbucks gehen“, so Pausder. Ihr Vorschlag hierzu: Die neue Gesellschaftsform nGmbH.

Die „SysAdmin-Allianz“ soll Schulen digitalisieren

Ihr dritter Vorschlag zielt auf die Heblung der Digitalisierung der Schulen, die in der Corona-Zeit erzwungermaßen im Schnelldurchgang erfolgen muss. „Wenn jetzt alle Schulen Geräte bekommen und dort eigentlich IT-Hausmeister nötig wären, aber es in den Unternehmen schon kaum genug System-Administratoren gibt, könnte eine System-Administratoren-Allianz vielleicht eine Lösung sein.“ Dabei würden Unternehmen jeweils an einem Tag im Monat ihren SysAdmin in der Umgebung ausleihen.

Der letzte Vorschlag zielt auf den privaten Bereich: „Familien könnten einmal eine ‚Zukunftsstunde‘ durchführen, in der sie sich mit einem Programm oder einem Gerät eine Stunde lang intensiv beschäftigen. Das kann Minecraft sein, ein Programmierprogramm oder ein Roboter – irgendein Zukunftsthema, bei dem wir bislang vielleicht alle einzeln vor unseren Geräten hängen und nicht wirklich miteinander reden.“

Wegwerf-Kreditkarten statt nachhaltige Modelle

Einen Panorama-Überblick über die Entwicklungen im globalen Tech- und Marketingsektor gibt es im zweiten Teil des OMR Podcasts mit Philipp Klöckner. Dabei geht es auch um ein Unternehmen, das einst in Deutschland Vorzeigeunternehmen in Sachen Digitalisierung war, mittlerweile aber komplett abgestürzt ist: Wirecard.

„Ich wusste, dass Wirecard der Haus- und Hof-Kreditkartenausgeber von halbseidenen Modellen war. Man weiß ja, dass die ursprünglich aus dem Casino- und Porn-Business kamen“, so Klöckner auf die Frage, warum er nie in Wirecard-Aktien investiert habe. „Ich habe dann gehört, dass Leute, die Wegwerf-Kreditkarten brauchen, gerne Wirecard nutzen. Also solche Menschen, die zehntausende Gebote auf begehrte Produkte abgeben wollen, die in einem Drop auf den Markt kommen, wie etwa die neuen Air Jordans oder Jay-Z-Konzertkarten.“

Was Sneaker-Drops mit Wirecards Praktiken zu tun hatten

Es habe sich dann herausgestellt, dass Wirecard diesen Markt angegangen sei, weil im Hauptgeschäft (Glücksspiel und „Erwachsenenunterhaltung“) der Prozentsatz von geplatzten Zahlungen sehr hoch war. Das hätte für Wirecard entweder zu Sperrungen oder hohen Kosten führen können, weswegen das Unternehmen diesen Umstand mit einer hohen Zahl von mehr oder minder legitimen Buchungen habe verwässern bzw. verschleiern wollen.

Wenn Ihr wissen wollt, welcher weitere Umstand Klöckner im Hinblick auf Wirecard hat mißtrauisch werden lassen, an welchen Unternehmen und VC-Fonds Verena Pausder beteiligt ist und wie Google nach der Prognose von Philipp Klöckner Maps bald noch stärker monetarisieren will, dann hört die neueste Folge des OMR Podcasts!

Unsere Podcast-Partner im Überblick

Wir hatten Appinio an dieser Stelle ja bereits mehrfach erwähnt. Vielleicht hatte das gewissen Anteil daran, dass mittlerweile 400 Firmen aus allen möglichen Branchen den Dienst nutzen, darunter Red Bull, About You, Lidl und Beiersdorf. Appionio (an dem OMR eine kleine Beteiligung hält) bietet Real-time Market Research. Über das Tool lässt sich nahezu in Echtzeit Feedback zu jeder möglichen Fragestellung einholen. Wenn Ihr also demnächst mal wieder im Meeting sitzt und eine Idee habt, verlasst Euch nicht allein auf Euer Bauchgefühl, sondern befragt zusätzlich via Appinio die Crowd. Als Hörer des OMR Podcasts bekommt Ihr besondere Konditionen. Hier bekommt Ihr alle Infos.

Zum zweiten Mal als Partner mit dabei ist der Payment-Anbieter Unzer, bis vor wenigen Tagen noch unter dem Namen Heidelpay unterwegs. Über 200 verschiedene Zahlungsoptionen könnt Ihr mit der Lösung Euren Kunden anbieten und so nahezu garantieren, dass wirklich für jeden User eine Möglichkeit angeboten wird. Egal welcher Kanal, egal welche Währung und das alles aus Deutschland heraus. Seid Ihr neugierig oder habt Fragen? Dann findet Ihr noch mehr Infos und die Antworten auf unzer.com.

Wieder mit dabei ist unser Partner Shopware. Und die Kollegen bieten wirklich ein spannendes Produkt – besonders in der aktuellen Zeit. Mit der Starter Edition von Shopware bekommen junge Firmen eine einfache Cloud-Lösung für ihren eigenen Online Shop. Und weil die Tools des Unternehmens so flexibel sind, können Startups mit Shopware auch immer weiter skalieren. Über 100.000 Firmen nutzen das Shopsystem schon jetzt. Ihr wollt Shopware austesten? Dann bekommt Ihr hier alle Infos und könnt als OMR-Podcast-Hörer direkt kostenlos einen ersten Shop anlegen.

Falls Ihr Euch schon gefragt habt: Ja, es gibt ihn noch, den Tarif „Vodafone Red Business Prime“. Und er beinhaltet natürlich auch immer noch Leistungen wie 15 Gigabyte Datenvolumen im Monat, kostenloses Telefonieren ins europäische Ausland und – wenn man denn möchte – einen Personal Agent, also einen persönlichen Ansprechpartner für wirklich alle Servicefragen. Den hat Philipp Westermeyer übrigens vor kurzem sehr gut gebrauchen können, als er dank unbezahlter Rechnung plötzlich kein Netz mehr hatte. Dazu aber mehr an anderer Stelle, alle Infos zum Tarif findet Ihr wie immer unter vodafone.de/prime.

Zum Schluss noch ein Hinweis auf die Hamburg Media School. Am 29. und 30 Oktober gibt es dort nämlich zum ersten Mal einen Kurs für digitale Produktentwicklung. Wie entwickelt man Dinge digital? Welche Tools kommen dabei zum Einsatz? Wie setzt man etwas innovativ um? Die Antworten darauf gibt es im interaktiv aufgebauten Online-Kurs. Und als Podcast-Hörer könnt Ihr natürlich etwas Geld sparen: Auf hamburgmediaschool.com/weiterbildung bekommt Ihr zehn Prozent Rabatt.

Alle Themen des Podcasts mit Verena Pausder und Philipp Klöckner im Überblick:

  • Womit sich Verena Pausder in den letzten Monaten beschäftigt hat und was sich bei ihr getan hat, seitdem sie zum ersten Mal im OMR Podcast zu Gast war (ab 2:35)
  • Was ist die zentrale These von Verena Pausders Buch „Das neue Land“ (ab 6:58)
  • Geht Verena Pausder jetzt in die Politik – und falls ja, in welche Partei? (ab 10:44)
  • Haben führende Politiker schon bei Verena Pausder angerufen und versucht, sie als Mitglied zu werben? (ab 15:50)
  • Wie erfolgreich ist das Buch „Das neue Land“ bislang? (ab 21:57)
  • Warum ist LinkedIn für Verena Pausder die aktuell wichtigste Plattform in Sachen „Personal Branding“ (ab 25:10)
  • Kann Verena Pausder für junge Frauen ein realistisches Rolemodel sein? (ab 26:22)
  • Wie weit ist die Initiative, die es Vorstandsmitgliedern möglich machen soll, Elternzeit zu nehmen? (ab 30:30)
  • An welchen Startups und VC-Fonds ist Verena Pausder beteiligt? (ab 34:41)
  • Warum hat Verena Pausder aus Homeschooling-Corona.com kein Business entwickelt? (ab 39:13)
  • Warum es für börsennotierte Unternehmen Storytelling aktuell wichtiger ist als das Erzielen von Gewinnen (ab 46:30)
  • Was ist die „Rule of Forty“? (ab 49:37)
  • Warum Philipp Klöckner die Tesla-Aktie für überbewertet hält (ab 54:14)
  • Wie Google das Maps-Produkt noch stärker monetarisieren will (ab 61:01)
  • Über Review-Plattformen von Google und in den Google Suchergebnissen (ab 65:27)
  • Welcher Schritt Googles Trustpilot enorm in die Hände gespielt hat (ab 70:25)
  • Warum Philipp Klöckner den Wirecard-Einbruch ein bisschen erahnt hat (ab 73:05)
  • Warum statt Quibi Tiktok zur erfolgreichen Kurzvideo-App avanciert ist (ab 77:31)

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