Wie The Stryze Group mit dem Kauf von Amazon-Händlern ein Unicorn aufbauen will

Sebastian Funke, Mark Hartmann und Philipp Westermeyer (v.r.) in der Podcast-Kabine im OMR Office.

Themen:

Mark Hartmann und Sebastian Funke erklären im Podcast ihre Strategie. Außerdem dabei: das Gründerpaar von Silent Yachts

Dass aktuell sehr viel Geld im Markt für Aufkäufer von Amazon-Sellern unterwegs ist, dürfte inzwischen niemanden mehr überraschen. Wie heiß die Branche immer noch ist, macht auch das Beispiel der Berliner Stryze Group deutlich. Obwohl die Gründer Mark Hartmann und Sebastian Funke nicht die ersten waren, wurden sie Anfang 2021, nur drei Monate nach der Gründung, mit 100 Millionen US-Dollar ausgerüstet. Woher das Geld kam und was das Duo, das mit Springtech Partners nebenbei noch ein Portfolio im Wert von Rund 300 Millionen Euro verwaltet, mit dem Unternehmen jetzt erreichen will, verraten sie im aktuellen OMR Podcast.

„Wir sind schon seit in Summe sieben Jahren auf Amazon aktiv mit eigenen Marken“, sagt Sebastian Funke im Gespräch mit Philipp Westermeyer. „Und wir haben um 2018 auch schon begonnen, kleine Deals zu machen und Marken zuzukaufen.“
VC-Geld habe es für dieses Konzept damals aber noch keines gegeben. Das hat sich spätestens geändert, als das US-Unternehmen Thrasio 2020 370 Millionen US-Dollar eingesammelt hat; bis heute sind es insgesamt 3,4 Milliarden Dollar. „Da war plötzlich Interesse da“, so Funke.

Mit der Berlin Brands Group (Gründer Peter Chaljawski im Podcast) und SellerX (Gründer Malte Horeyseck im Podcast) folgten schnell die ersten Unternehmen, die in Deutschland Amazon-Händler im großen Stil aufkaufen. „Wir waren jetzt nicht die ersten am Markt“, sagt Sebastian Funke. Und trotzdem investiert Upper90, der Hauptfinanzier von Thrasio, Anfang des Jahres in das unter dem Dach „The Stryze Group“ neu gebündelte Amazon-Business („Manuco“) von Funke, Hartmann, Sascha Krause und Taro Niggemann. „Die hatten schon mit allen gesprochen und wir waren zum Schluss irgendwie das hässliche Entlein“, erklärt Sebastian Funke. „Am Ende haben sie mitgemacht, im deutschsprachigen Raum vorher aber in niemanden investiert.“ Außerdem an Bord: Alstin Capital, das Investment-Vehikel von Carsten Maschmeyer.

Die Differenzierung zu anderen Playern

100 Millionen Euro konnte die Stryze Group seit ihrer Gründung Ende 2020 bisher aufnehmen. Und wenn es nach Markt Hartmann geht, soll es schon bald so weiter gehen: „Es wird wahrscheinlich auch noch mal eine größere Runde in den nächsten Monaten geben.“ Sebastian Funke ergänzt: „Unicorn-Status ist unser Ziel, ganz klar.“ Das grundlegende Geschäftsmodell unterscheidet sich dabei auf den ersten Blick nicht von anderen mit viel Geld ausgestatteten Playern am Markt. Amazon-Seller mit Potenzial identifizieren, übernehmen und skalieren. 50 solcher Akquisitionen habe sie die Stryze Group für das laufende Jahr vorgenommen; und es sehe gut aus, dass das Ziel erfüllt wird.

Dabei will sich das Unternehmen von Wettbewerbern abgrenzen. „Wir wollen eigentlich gar nicht so stark in diese Amazon-Aufkäufer-Schiene rein. Das ist jetzt ein taktischer Weg, um zu wachsen“, erklärt Markt Hartmann. Man wolle den Händler der nächsten Generation machen, das erfolgreichste D2C-Markenhaus der Zukunft bauen. Um das zu schaffen, würden alle aufgekauften Händler direkt in das Unternehmen integriert werden. „Das ist glaube ich auch der Unterschied zu Konkurrenz. Es gibt viele, die sind eher wie ein Private Equity Fonds unterwegs. Wir integrieren von Tag 1“, so Hartmann.

Dass das funktioniert, liege auch an den meist sehr ähnlichen bis gleichen Wertschöpfungsketten aller Marken. „Es gibt sehr viele Services, die die alle brauchen. In unserer Firma haben wir solche Shared Services und die kannst du auf den Hundeknochen, die Backfolie oder das Haaröl anwenden. Dadurch haben wir eine unglaublich hohe Effizienz, die eine Marke alleine nie hätte“, erklärt Hartmann. Im Podcast verrät das Duo außerdem, wie profitabel das Geschäft schon jetzt ist, welche Unternehmen aus dem Portfolio von Springtech Partners wie groß ist – und weshalb Gebäudereinigung und Hausmeister-Tätigkeiten ein lukratives Digital-Business sein können.

Das Tesla der Meere: Silent Yachts

Außerdem zu Gast: Heike und Michael Köhler. Das Ehepaar hat 2009 Silent Yachts gegründet. Das komplett eigenfinanzierte Unternehmen baut seitdem elektrisch, mit Solarenergie angetriebene Luxusyachten bis zu 35 Meter Länge. Über die Entstehungsgeschichte, den Weg von einer Idee bis zu über 100 Millionen Euro Jahresumsatz und die sehr spezielle Zielgruppe sprechen beide im aktuellen OMR Podcast.

Michael und Heike Köhler von Silent Yachts.

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Die Themen des Podcasts mit Mark Hartmann und Sebastian Funke im Überblick:

  • Vom gemeinsamen Studium an der WHU über einige Angel-Investments zu den ersten Gründungen wie Stoyo und Springtech Partners (3:00)
  • Über den Exit von vermietet.de an Scout24 und den Gesamtwert ihres Portfolios (22:30)
  • Das Business der Amazon-Seller-Aufkäufer und die Unterschiede zwischen Push und Pull (28:00)
  • Struktur in Unternehmensgruppen, Wertschöpfungsketten auf Amazon und eine Abhängig von Plattformen (40:00)
  • Unicorn-Ambitionen, ein heißer Markt und die Zukunft der Amazon-Händler (50:00)
  • Extra: Heike und Michael Köhler von Silent Yachts, dem „Tesla der Meere“ (1:04:00)
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