SeriengrĂŒnder Nikita Fahrenholz: Von Lieferheld und Book A Tiger zu Luxusgaragen und Yoga
Torben Lux12.8.2020
Fahrenholz spricht im OMR Podcast ĂŒber seine bisherige Karriere â und die teils ungewöhnlichen neue Projekte
Nikita Fahrenholz (r.) und Philipp Westermeyer in der "alten Podcast-Kabine" im OMR Office.
Inhalt
- Auszeit auf Mallorca und ein Zwei-Millionen-Funding fĂŒr eine schlechte Idee
- Luxusgaragen fĂŒr Luxuskarossen
- Unsere Podcast-Partner im Ăberblick:
- Alle Themen des OMR Podcasts mit Nikita Fahrenholz in der Ăbersicht:
In wenigen MĂ€rkten der deutschen Startup-Szene gab es in den vergangenen Jahren so viel Bewegung (und Geld), wie in der Lieferdienst-Branche. Einer, der daran einen maĂgeblichen Anteil hatte, ist Nikita Fahrenholz. Nach den GrĂŒndungen von Lieferheld, heute Delivery Hero, und Book A Tiger, gehört heute zu Helpling, hat er erst eine lĂ€ngere Auszeit auf Mallorca genommen â um danach mit direkt drei Projekten wieder durchzustarten. Was sich hinter Fahrengold, actio.com und TipTap verbirgt und wie er auf seine bisherige Karriere zurĂŒckblickt, verrĂ€t er im aktuellen OMR Podcast.
âIch glaube, das volle Potenzial des globalen Lieferdienst-Marktes ist erst zu einem Zehntel abgeschöpft â oder auch nur zu einem FĂŒnfzigstelâ sagt Nikita Fahrenholz im GesprĂ€ch mit Philipp Westermeyer. Fahrenholz war 2009 Teil des GrĂŒndungsteams von Lieferheld. Heute, einen frĂŒhen 50-50-Merger mit Delivery Hero, zahlreichen weiteren M&A-Deals und Finanzierungsrunden in Höhe von insgesamt ĂŒber vier Milliarden Euro spĂ€ter, wird das Unternehmen an der Börse mit knapp 20 Milliarden bewerten â auch dank des Corona-bedingten Wachstums. âIch denke, Delivery Hero wird mal 100 Milliarden Euro wert seinâ, so Fahrenholz.Â
Er selber hatte sich schon 2014 von dem Unternehmen verabschiedet, ist aber bis heute Gesellschafter. âIch hatte Lust, etwas eigenes aufzubauenâ, sagt Fahrenholz. Gemeinsam mit Claude Ritter, ebenfalls Teil des Lieferheld-GrĂŒndungsteams, startet er noch im selben Jahr Book A Tiger. Die Plattform fĂŒr die Vermittlung von ReinigungskrĂ€ften hatte von Anfang an ernstzunehmende Konkurrenz; unter anderem durch Helpling, das Ende 2019 auch das Deutschland-GeschĂ€ft vom inzwischen als Tiger Facility Services firmierenden Unternehmen ĂŒbernimmt. âIch hatte die GlĂŒcks-Komponente ein wenig unterschĂ€tztâ, sagt Fahrenholz. âWir waren bei Book A Tiger aber trotzdem im zweistelligen Millionenumsatz.â Nach etwa vier Jahren, Mitte 2018, verlĂ€sst er auch seine zweite GrĂŒndung.
Auszeit auf Mallorca und ein Zwei-Millionen-Funding fĂŒr eine schlechte Idee
Den Ausstieg nutzt Fahrenholz dann fĂŒr eine Auszeit auf Mallorca. âIch habe lange wirklich einfach nur gechilltâ, erzĂ€hlt er. âIrgendwann wurde ich dann aber wieder ein bisschen unruhiger.â Gemeinsam mit dem frĂŒheren Delivery Hero-Produktchef Daniel Stahlkopf will er Speisekarten digitalisieren, sammelt zwei Millionen Euro ein â und gibt das Geld schlieĂlich wieder zurĂŒck. âWir hatten einen Fehler in der Idee entdeckt. Dann musste ich die Investoren zwei Wochen spĂ€ter anrufen.âÂ
Das hĂ€lt das Duo allerdings nicht auf, direkt das nĂ€chste Projekt und Fahrenholzâ heutigen Hauptjob zu starten. âWir bauen mit actio.com eine Mobile-First-Coaching-Software, die es dir als Coach ermöglicht, eine Gruppe von Leuten anzurufen und mit ihnen zu interagieren. Im besten Fall irgendwann mit 10.000 Menschenâ, erklĂ€rt der SeriengrĂŒnder. Es gebe aus seiner Sicht keine gute Coaching-Software, die man auf dem Handy nutzen kann. Actio.com launche in wenigen Wochen die App und starte mit eigenen Live-Kursen fĂŒr Yoga, Fitness, ErnĂ€hrung & Co. In der zweiten Stufe solle eine fĂŒr externe Coaches offene Plattform entstehen.Â
Luxusgaragen fĂŒr Luxuskarossen
Beim zweiten aktuellen Projekt von Fahrenholz, bei dem er vor allem als Ideen- und Geldgeber fungiert, geht es um Garagen. âAm Anfang war das fast schon eine Spinnerei. Ich habe einfach festgestellt, dass es keine schönen Garagen auf dem Markt gibt.â Mit âFahrengoldâ will Fahrenholz, der selber Auto-Fan ist, diese MarktlĂŒcke jetzt schlieĂen. âDas war eigentlich erst ein Hobby. Aber wir bekommen pro Monat 100 bis 200 Anfragen. Und jetzt muss ich das gröĂer denken.â Das erste Modell kostet derzeit 45.000 Euro, ein zweites fĂŒr rund 25.000 Euro soll folgen.Â
Was hinter Nikita Fahrenholzâ drittem Projekt, der Trinkgeld-App TipTap, steckt, welche Fehler pizza.de in der damaligen âWerbeschlacht der Lieferdiensteâ gemacht hat und wie lange der SeriengrĂŒnder noch so umtriebig sein möchte, erfahrt Ihr in der aktuellen Folge des OMR Podcasts. Â
Unsere Podcast-Partner im Ăberblick:
So langsam wird der GigaCube Business von Vodafone zu unserem nĂ€chsten Stammgast. Ihr dĂŒrftet die Plug-and-Surf-Lösung in WĂŒrfelform also inzwischen kennen: Einfach ans Stromnetz anschlieĂen, verschiedene GerĂ€te per W-Lan verbinden und lossurfen. Das Ganze gibt es in mehreren Varianten, unter anderem fĂŒr Power-Nutzer mit einem Unlimited-Tarif. Vor allem in Zeiten von Homeoffice ein sehr nĂŒtzliches GerĂ€t. Alle Infos dazu und weitere Homeoffice-Angebote von Vodafone findet Ihr hier. Â
GoDaddy ist wieder da. Und zwar nicht alleine, sondern wieder in Form des GoTeams, das aus der Influencerin Bonnie Strange, Rapper Eko Fresh und Philipp Westermeyer besteht. Das Ziel: Junge Unternehmen in Sachen Digitalisierung und Webseiten-Erstellung coachen. Jetzt gibt es mit dem neuen Podcast-Format â#GoTeam â Bau dein Businessâ die nĂ€chste Stufe. In acht Folgen spricht Philipp Westermeyer mit GrĂŒnder*innen, gibt Tipps und tauscht Insights aus. Alle Folgen findet Ihr unter anderem auf philipp-westermeyer.de (Ihr lest richtig), als Video auf dem Youtube-Kanal von GoDaddy und natĂŒrlich aufallen gĂ€ngigen Podcast-Plattformen. Folge 1 mit dem GrĂŒnder der nachhaltigen Kaugummi-Marke Forest Gum ist jetzt live.
Zum ersten Mal als Partner dabei ist heute Wrike, eine Arbeits-Management-Plattform fĂŒr Unternehmen, die bereits seit 2006 am Markt ist. Mit Hilfe der Software optimiert Ihr die ArbeitsablĂ€ufe zwischen verschiedenen Teams, natĂŒrlich konfigurierbar fĂŒr alle möglichen AnwendungsfĂ€lle â und habt global rund um die Uhr Support. Wenn Ihr zum Beispiel Kreativ- und Sales-Teams habt und die Koordination da bisher nicht optimal lĂ€uft, solltet Ihr auf jeden Fall mal einen Blick riskieren. Zu den Kunden zĂ€hlen unter anderem Google, Airbnb, Ogilvy und Siemens. Hier findet Ihr weitere Infos â inklusive einem sechswöchigen Gratis-Test.
Am Ende noch eine kleine Bitte. Der Podcast-Markt wĂ€chst und wir wollen natĂŒrlich weiterhin verstehen, in welche Richtung. FĂŒr diesen Zweck haben wir eine kleine Umfrage gebaut. Wenn Ihr fĂŒnf Minuten fĂŒr das anonyme Beantworten investiert, helft Ihr nicht nur uns â Ihr habt auch die Chance, einen von zwei Wunschgutscheinen in Höhe von 100 Euro zu gewinnen. Hier geht es zur Umfrage. Danke!
Alle Themen des OMR Podcasts mit Nikita Fahrenholz in der Ăbersicht:
- Wie die Karriere vom Lieferheld- und Book A Tiger-GrĂŒnder Nikita Fahrenholz begonnen hat
- Ăber die von auĂen teilweise komplizierte GrĂŒndungsgeschichte von Lieferheld und Delivery Hero
- Wie viele Anteile am Unternehmen hatte Nikita Fahrenholz nach dem Merger von Lieferheld und Delivery Hero? Und hÀlt er diese heute noch?
- So schÀtzt Fahrenholz die Zukunft des Lieferdienst-Konzerns ein
- Weshalb konnte sich pizza.de nicht durchsetzen, obwohl die Plattform als eine der ersten am Markt war
- Lieferheld, Lieferando, pizza.de â Wie sich die âSchlacht der Lieferdiensteâ durch Marketing entschieden hat
- Deshalb hat Lieferheld schon frĂŒh eine Buy-and-Build-Strategie verfolgt und gleichzeitig sehr offensiv Sales betrieben
- Warum hat Nikita Fahrenholz Delivery Hero 2014 verlassen?
- Welche Aufgaben hatte er bis dahin im Unternehmen?
- Wie viele MillionÀre hat Delivery Hero hervorgebracht?
- 2014 hat Nikita Fahrenholz die Plattform fĂŒr ReinigungskrĂ€fte Book A Tiger gegrĂŒndet
- Weil die Unit Economics, also die ProfitabilitÀt pro Privatkunde, nicht zufriedenstellend war, setzte das Unternehmen nur noch auf das B2B-GeschÀft
- 2018 hat Fahrenholz Book A Tiger verlassen
- Ăber seine zweijĂ€hrige Auszeit â und ein Zwei-Millionen-Funding fĂŒr ein neues Projekt, das er wieder zurĂŒckgegeben hat
- Was hat es mit seiner GrĂŒndung Fahrengold auf sich?
- Deshalb glaubt Nikita Fahrenholz an eine Luxus-Garage fĂŒr Luxus-Autos
- Sein eigentlicher Hauptberuf ist seit der GrĂŒndung 2019 actio.com. Die Coaching-App fĂŒr Themen wie ErnĂ€hrung, Mindfulness und Fitness soll demnĂ€chst launchen
- Wie ist die Idee fĂŒr das Unternehmen entstanden?
- Diese Fonds und Angels haben bereits in actio.com investiert
- Das dritte Projekt von Fahrenholz, tiptap.com, ist eine Trinkgeld-App
- Bekommt Nikita Fahrenholz dank seines Werdegangs inzwischen eigentlich fĂŒr jede Idee Geld?
- Sind drei aktive Unternehmen gleichzeitig nicht zu viel?
- Deshalb ist das UX von actio.com eine groĂe technische Herausforderung
- Wie viel könnte actio.com mal wert sein?
- Wie hat sich Fahrenholzâ Haltung und sein VerhĂ€ltnis zu Geld in den vergangenen Jahren verĂ€ndert?
- Sieht sich Nikita Fahrenholz selber manchmal als Karikatur der Berliner GrĂŒnderszene?
- Welche finanzielle Kennzahl ist fĂŒr ihn bei potenziell neuen GrĂŒndungen am wichtigsten?
- Ăber verschobene Notar-Termine fĂŒr eine anstehende Finanzierung, LiquiditĂ€tsengpĂ€sse und sogenanntes Bridge Capital
- Was hÀlt Fahrenholz vom Wework-GeschÀftsmodell?
- Der groĂe Unterschied zwischen Startups wie Picnic und Flaschenpost zu allen Lieferdienst-Plattformen: eigene Lager und herausfordernde Logistik
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