Von Palantir zum Drohnen-Startup: Die krasse Karriere von Helsing-CTO Robert Fink

29.3.2026

Der Tech-Chef von Deutschlands wertvollstem Startup über autonome Drohnen und die Sicherheit Europas.

OMR-Gründer Philipp Westermeyer und Helsing-CTO Robert Fink nach der Aufnahme in Hamburg. Foto: OMR
OMR-Gründer Philipp Westermeyer und Helsing-CTO Robert Fink nach der Aufnahme in Hamburg. Foto: OMR
Er war der Architekt hinter Palantirs Flaggschiff-Software „Foundry“ und wurde durch den Börsengang reich. Heute baut Robert Fink mit Helsing eines der wichtigsten Defense-Tech-Startups Europas auf. Im Talk mit Philipp Westermeyer erklärt er, warum klassische Kampfpiloten gegen KI bald keine Chance mehr haben, wie autonome Drohnen den Ukraine-Krieg verändern und warum er Gehaltsangebote von 600.000 Dollar einfach ignoriert. Und er verrät, welche Parallelen es zwischen seiner Arbeit für Palantir und dem Nähen des Hochzeitskleids seiner Frau gibt.
Robert Fink hat in Oxford studiert, was per se ja schon mal nicht als schlechteste Adresse der weltweiten Hochschullandschaft gilt. Doch als er zu Palantir kam, war er dennoch überrascht: "Das war nochmal eine Schippe drauf. Das war wirklich unfassbar", sagt er. Palantir habe die Besten der Besten verpflichtet. Und Fink gehörte offenbar zu dieser Elite. Mehr als sieben Jahre war er bei der Software-Firma, bevor er nach dem Börsengang ausstieg und einen Neuanfang wagte – weit weg in seiner Heimat Deutschland. Als CTO baut er nun Technologie beim Drohnen- und KI-Startup Helsing, dem mit rund zehn Milliarden Euro Bewertung wertvollsten Startup des Landes. Im OMR Podcast spricht Robert Fink...
...über den Einfluss von KI auf die Rekrutierung von Arbeitskräften: "KI multipliziert die Länge von jedem Vektor der Fähigkeiten mit 10. Also die Person, die vorher schon besonders gut Architektur konnte, die kann jetzt zehnmal besser Architektur, weil die LLMs deren Arbeit beschleunigt. Das beschleunigt alle Leute in deren jeweiligen Richtung und es macht die richtig guten Leute nochmal zehnmal besser. Das macht aber auch die Leute, die vielleicht nicht so gut sind, leider zehnmal in irgendeine Zufallsrichtung nicht mehr so gut. Das heißt, man braucht immer noch die allerbesten Leute, jetzt vielleicht sogar noch mehr. Wir müssen eigentlich noch mehr einstellen und darauf achten, dass wir nur die allerbesten kriegen, noch mehr als vorher."
...über den Einfluss von KI auf den Luftkampf: "Wir haben jetzt mit wenigen Jahren Arbeit gezeigt, dass zum Beispiel im Luft-Luft-Kampf, also ein Pilot gegen ein Piloten in zwei Kampfflugzeugen oder zwei gegen zwei, das ist im Prinzip jetzt schon ,a done deal'. Die menschlichen Piloten werden da keine Chance mehr haben. Die Frage ist, wann es kommt und wer die Systeme baut. Und klar, wir als Firma wollen natürlich die Firma sein, die solche Systeme baut."
...über lukrative Job-Angebote – und seine Reaktion: "Die E-Mails ignoriere ich fast schon automatisch. Das schönste Beispiel ist die ,technology driven finance firm, Minimum Compensation 600k'. So eine Nachricht kommt garantiert fünfmal die Woche. Aber die meisten Ex-Mitarbeiter von Palantir sind eher motiviert, selbst Sachen aufzubauen. Viele sind reich genug geworden, um zu machen, was sie wollen."
...über Mentalitätsunterschiede im Silicon Valley und Deutschland: "Man merkt auf jeden Fall einen sehr großen Kultur-Unterschied zwischen dem Silicon Valley und Deutschland. Viele Sachen werden dort einfach grundsätzlich positiver gesehen, man sieht mehr die Möglichkeiten anstelle der Einschränkungen. Gefühlt jede zweite Person, die man auf der Straße trifft, will die Welt verändern. In Amerika lockt man die besten Leute für Startups mit Upside, in Deutschland muss man sich darüber unterhalten, wie die Arbeitszeitregelung ist, ob Überstunden bezahlt werden und wie das mit den Pensionsansprüchen ist."
...über Parallelen zur Arbeit für Palantir und dem Hochzeitskleid seiner Frau, das er selbst genäht hat: "Du guckst dir irgendwas an und fragst dich, wie funktioniert das eigentlich? Und wenn man weiß, wie es funktioniert, weiß man ja auch, dass irgendjemand anderes es auch schon mal gebaut hat. Und das ist eine der fundamentalsten Sachen, die ich bei Palantir gelernt habe: Die Ambition zu haben, Sachen selber machen zu können. Dann sagt man nämlich nicht ,Diese Software müssen wir zukaufen', sondern: Wir bauen es einfach. Und da macht es dann auch keine Unterschied, ob es nun ein Hochzeitskleid ist oder eine neue Art von Verteidigungsfirma, die Sachen eher Software-AI-first denkt."
Die ganze Folge könnt ihr hier hören:
OMR Podcast

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