Wie FREE NOW mit dem Mobilitätsbudget den Verkehr in Großstädten verändern möchte

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CEO Marc Berg und Fabio Griemens, Director B2B Strategy & Operations, erklären, was hinter dem jetzt gestarteten B2B-Angebot steckt

Langsam aber sicher erwachen unter anderem die Gastro-, Veranstaltungs- und Messe-Branche nach langen Corona-Auszeiten wieder zum Leben und mehr und mehr Menschen sind – ob privat oder beruflich – wieder in Städten unterwegs. Um den Weg von A nach B dabei so flexibel wie möglich zu gestalten, bietet die Hamburger Mobilitätsplattform FREE NOW ab jetzt das sogenannte Mobilitätsbudget für Unternehmen an. Was genau dahinter steckt und welche Rolle es für Arbeitgeber als Benefit bei der Suche nach Talenten spielen kann, haben OMR Marc Berg, CEO, und Fabio Griemens, Director B2B Strategy & Operations, verraten.

OMR: Marc, die Pandemie hat ja vor allem alles rund um Geschäftsreisen auf den Kopf gestellt. Wie schätzt Du die Zukunft in dem Bereich ein und welche Rolle spielen der aktuelle Nachhaltigkeits-Boom sowie die immer größere Aufmerksamkeit auf Klimaschutz-Themen beim Mobilitätsbudget für Firmen? Stichwort: grüne Mobilität und autofreie Stadt.

Marc Berg

Marc Berg: Tatsächlich haben sich in den letzten ein bis zwei Jahren zwei große Mobilitäts-Trends herausgestellt: Schnelle Wege und nachhaltige Mobilität. Zum einen möchten Menschen nicht mehr viel Zeit im (eigenen) Auto verbringen. Konzepte, an denen wir arbeiten, wie die „15 Minute City“, sind deshalb so aktuell wie nie. Zum anderen ist der Bedarf an nachhaltiger Mobilität enorm gestiegen. Auf diesen Bedarf haben wir uns eingestellt und Angebote sowohl für Konsumenten und für Firmen entwickelt. Das Mobilitätsbudget ist dabei besonders beliebt und zahlt genau auf diese Trends ein.

Von Anfang an: Was genau ist das Mobilitätsbudget?
Marc Berg: Das Mobilitätsbudget ist eine Möglichkeit für Nutzer, multimodale Fahrten über die FREE NOW App zu buchen. Man kann also Taxis, eScooter, eBikes oder Carsharing über die FREE NOW App nutzen. Jegliche Kosten bis zum Budgetwert übernimmt der Arbeitgeber, der bei der Zahlung im System hinterlegt ist. Damit sind Menschen schnell und nachhaltig unterwegs.

Ist das der endgültige Abschied vom klassischen Firmenwagen?
Marc Berg: Ich würde es so sagen: Es geht um den Bedarf, flexibel von A nach B zu kommen, ohne zum Beispiel für Wartungskosten aufzukommen oder viel Zeit für die Parkplatzsuche zu investieren. Das Mobilitätsbudget bietet nachhaltige und schnelle Mobilität für alle Mitarbeiter und lohnt sich für Firmen, da es deren Kosten senkt.

Seit wann arbeitet Ihr an dem Projekt? Welche Zielsetzung verfolgt Ihr damit? Und wie ist der aktuelle Stand?
Fabio Griemens: Wir haben in den letzten zwölf Monaten intensiv am Mobilitätsbudget gearbeitet. Seit September 2021 ist es in Deutschland und Frankreich erhältlich, bis Ende 2021 geht es dann in all unseren elf europäischen Ländern live. Durch einen Piloten mit rund 2.000 Arbeitnehmern sehen wir jetzt schon den riesigen Mehrwert und die positive Rückmeldung der Nutzer und Firmen. Wir möchten Möbilität individueller machen. Das erweiterte Angebot an Multimobilitäts-Lösungen zahlt darauf ein, dass wir als Firma bis 2030 Net Zero erreichen wollen – dieses Ziel schaffen wir nun mit vielen zusammen.

Wie wichtig kann ein Mobilitätsbudget in Zukunft für Firmen sein, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben?
Fabio Griemens: Arbeitgeber müssen umdenken. Die Zeit, in der eine Fachkraft lokal innerhalb kürzester Zeit gefunden und eingestellt wurde, hat sich geändert. Heute streiten Unternehmen international um die besten Mitarbeiter. Da kommen „Benefits“ ins Spiel. Was bietet mir mein potentieller Arbeitgeber denn noch neben meinem Gehalt? Cooles Büro? Flexible Arbeitszeitmodelle? Sabbatical? Unsere Antwort lautet: flexible Mobilität.

Welche Rolle spielt der ÖPNV im Mobilitätsbudget? Wo liegt da die Herausforderung?
Marc Berg: Der öffentliche Personennahverkehr ist der Schlüssel für eine flexible urbane Mobilität in Großstädten. In Hamburg nutzten vor Corona täglich 1,2 Millionen Fahrgäste den Verkehrsverbund, in London waren täglich 4,8 Millionen Fahrgäste nur mit der U-Bahn unterwegs. Wir wollen den Nutzern den größtmöglichen Service bieten und Bus und Bahn gehören daher zu einer flexiblen Mobilität dazu und werden unser vielfältiges Angebot vervollständigen und unser Produkt noch attraktiver machen.

Weshalb ist das B2B-Segment für Euch so interessant und wie agieren Firmen in dem Moment als Multiplikator?
Fabio Griemens: Unser Service, dass Nutzer ihre Dienstfahrten direkt über den Arbeitgeber bezahlen lassen, ist Grundlage dafür, dass wir heute schon so einen großen Stamm an loyalen B2B-Nutzern haben. Neben dem klassischen Business Account führen wir jetzt mit dem Mobilitätsbudget ein neues Produkt ein, mit dem wir Unternehmen auch für die private Mobilität ihrer Mitarbeiter eine Option aufzeigen.

Gibt es eine Mindest-Mitarbeiteranzahl, für die das Mobilitätsbudget für Unternehmen in Frage kommt? Welchen Spielraum haben Firmen bei der individuellen Gestaltung des Budgets?
Fabio Griemens: Die Höhe legt das Unternehmen fest und ist nach unten und oben komplett offen. Unser Vertriebsteam berät die Firmen dabei gerne, um herauszufinden, welche Mobilitätslösungen für die Mitarbeiter besonders interessant sind. Das Ziel ist, sich multimodal so flexibel aufzustellen, dass das Mobilitätsbudget jegliche Form der gewünschten Mobilität abdecken kann.

Weshalb ist das Mobilitätsbudget für Euch als reiner Vermittler so attraktiv?

Fabio Griemens

Fabio Griemens: Mit unserem immer größer werdenden Portfolio von Mobilitätslösungen sind wir der Vorreiter im Markt und wollen durch eine hohe Kundenzufriedenheit die Nutzer nachhaltig an uns binden. Je mehr wir ihre Wünsche und Bedürfnisse erfüllen, desto öfter werden sie uns nutzen. Das Mobilitätsbudget ist dabei ein sehr junges Produkt am Markt, es gibt noch wenig Anbieter, die so ein großes Portfolio an Fortbewegungsmöglichkeiten in einer App anbieten und hierfür ein Produkt haben, was im B2B-Bereich verkauft werden kann.

Wie und wo akquiriert Ihr Kunden?
Fabio Griemens: Für uns ist es wichtig, den Entscheidungsträgern auf den richtigen Kanälen zu begegnen. Die Manager aus den Bereichen Travel, Mobility, Employer Branding, Compensation und Benefits lassen sich gerne auf Events zu Themen wie Business Travel, Reise und HR inspirieren. Digital sind sie natürlich auf Linkedin und anderen Netzwerken aktiv. Genau da sind wir als Branchen-Experte im Social-Selling-Style vertreten. Hier bedarf es einer perfekt abgestimmten Digital-Strategie, da wir im B2B auf der einen Seite mit den Entscheidungsträgern kommunizieren, auf der anderen Seite aber auch Business-Nutzer direkt ansprechen können. Hier arbeiten wir also eng mit unseren Kampagnen- und Brand-Teams intern zusammen, um Synergien zu nutzen.

Was hat sich in den vergangenen Monaten auch dank Corona in der Mobilität geändert, auch was die Ansprüche der Kund:innen angeht?
Marc Berg: In vielen Bereichen sehen wir, dass sich die klassische Arbeitswoche grundlegend verändert hat. Home-Office-Regelungen sind fast überall zur Selbstverständlichkeit geworden. Statt an fünf Tagen in der Woche zu pendeln, arbeiten die meisten Mitarbeiter jetzt zwei bis drei Tage von zu Hause. Für die, die zwei bis drei Tage ins Büro fahren, sind gerade in urbanen Gebieten multimobile Angebote immer relevanter. Das Jobticket rechnet sich in diesen Fällen nicht mehr und das Budget kann stattdessen in eine Vielzahl von multimodalen Angeboten gesteckt werden. Für Unternehmen ist genau jetzt die richtige Zeit, um umzudenken und in neue Mobilitätsformen zu investieren.

Danke für das Gespräch.

Zu den Unternehmen, die das Mobilitätsbudget schon jetzt nutzen, zählen unter anderem einige der führenden Beratungshäuser. HORIBA Europe hingegen prüft derzeit noch eine Einführung. Der japanische Anbieter von Motor-, Antriebs- und Fahrzeug-Prüfstandsystemen gehört im Bereich der Emissionsmessung zu den Weltmarktführern. Eine Implementierung von Mobilitätsbudgets könnte im Konzern eine Alternative zur Car Policy und Car Allowance (PKW-Überlassungspauschale) werden. „Flexibilität in der Wahl des Verkehrsmittels – idealerweise gepaart mit digitaler on demand Buchung bei möglichst flächendeckender Verfügbarkeit und unter Berücksichtigung der Effizienz und Umweltfreundlichkeit – stoßen auf breite Zustimmung“, erklärt Bartosz Harwardt, strategischer Einkäufer und zertifizierter Fuhrparkmanager bei Horiba.

Bisher biete das Unternehmen auf Grundlage seiner Car Policy Berechtigten diverse Fahrzeugmodelle als Dienstwagen an; nach der Pilotphase könnte das Angebot um Alternativen erweitert werden. „Das multimobile Zeitalter ist eine Herausforderung und Chance zugleich, die Individualnutzung effizienter und nachhaltiger zu gestalten“, so Harwardt. Und gerade Nachhaltigkeitsaspekte würden bei der Entscheidung eine immer wichtigere Rolle spielen.

Das Mobilitätsbudget von FREE NOW könnte eine spannende Lösung für Euer Unternehmen sein? Mehr Infos und Kontaktmöglichkeiten findet Ihr hier.

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