Urs Kalecinski aka "The Miraclebear" zu Gast bei OMR-Gründer Philipp Westermeyer im OMR Podcast.
"Ich werde den Mr.Olympia 2025 nach Deutschland holen", hat Urs Kalecinski vor zwei Jahren gesagt, kurz nach seiner dritten Olympia-Bronze in Folge. Geklappt hat das nicht. Statt auf Nummer sicher zu gehen, ist er in die härteste Klasse seines Sports gewechselt und hat dort quasi wieder bei null angefangen. Wirtschaftlich klingt das nach keiner guten Idee, denn mit Pokalen verdient im Bodybuilding kaum jemand Geld. Kalecinski kann es sich trotzdem leisten.
Als wir im Oktober 2024 über seinen Aufstieg geschrieben haben, folgten ihm 1,6 Millionen Menschen auf Instagram und rund 400.000 auf YouTube. Inzwischen sind es dort knapp 700.000 Abos. Sportlich lief es in den letzten beiden Jahren dafür etwas holpriger: Nach dem Wechsel von der Classic Physique ins offene Schwergewicht gewann der 28-Jährige zwei Pro-Shows, beim Olympia-Debüt in der Men's Open reichte es für Platz 13. Die Saison 2026 sagte er nach einer Erkrankung ab, das nächste Ziel heißt jetzt Mr. Olympia 2027. Finanziert wird das alles nicht über Preisgelder. Wettkampf-Bodybuilding sei bei ihm "Gott sei Dank ein Nullgeschäft, aber sonst ein Minusgeschäft", sagt Kalecinski im Gespräch mit Philipp Westermeyer im OMR Podcast. Die meisten Konkurrent*innen finanzierten den Sport als teures Hobby. Er selbst verdient sein Geld mit Sponsorings, YouTube und einer eigenen Fashion-Brand, die er mit seinen beiden Brüdern aufbaut.
Angefangen hat das 2019 bei ESN, mit einer Kooperation für 150 Euro im Monat. "Ich war super dankbar", erinnert er sich. "Ich wusste halt, okay, ich muss einen Mehrwert liefern." Sein Team ist bis heute erstaunlich klein: zwei Brüder fürs Geschäftliche, ein Kameramann, der dreht und schneidet. Mehr brauche er nicht. Mindestens so aufschlussreich wie seine Partner sind die Deals, die er nicht macht. Ein Online-Casino habe ihm 300.000 bis 400.000 Euro geboten, auch Peptid-Shops winkten mit hohen Summen. Kalecinski hat abgesagt. "Ne Mann, das kannst du nicht machen, das ist so ein negativer Impact", sagt er. Auch ein komplett ausgestattetes Studio eines Geräteherstellers schlug er aus, weil er weiter frei sagen will, welche Maschine er gut findet und welche nicht.
Ähnlich konsequent ist seine Entscheidung für den deutschen Markt. Angebote, für ein US-Publikum zu produzieren, gab es. Doch "jeder gute Bodybuilder bisher ist immer von Deutschland weggegangen", sagt er. Kalecinski will den Sport hierzulande größer machen und das Klischee vom Bodybuilder im Kellergewölbe loswerden. Dazu gehört für ihn auch, über die Schattenseiten zu sprechen. Im Podcast redet er über den Druck nach dem frühen Durchbruch, eine schwere persönliche Krise in seinen Berliner Jahren und über Doping. Auf die Frage, ob die Athleten clean seien, antwortet er ohne Umschweife: "Ne, wir sind da nicht clean."
Warum große Marken trotzdem noch zögern, was er sich von Marketing-Entscheider*innen wünscht und weshalb Philipp Westermeyer ihn für "noch unterbewertet" hält, hört ihr in der ganzen Folge. Ab heute überall da, wo es Podcasts gibt.
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