Wer ist der Mann, der seit knapp 20 Jahren die Fäden für Amazon in Deutschland zieht?

Amazons Deutschland-Chef Ralf Kleber zu Gast im OMR Podcast

Seit über 20 Jahren ist Ralf Kleber schon bei Amazon angestellt, fast 20 davon als Country Manager Deutschland. Damit ist er nicht nur weltweit der dienstälteste Landeschef bei einem der wertvollsten Konzerne überhaupt, sondern auch so eng am Siegeszug der Plattform-Ökonomie dran, wie wohl nur ganz wenige hierzulande. Im aktuellen OMR Podcast blickt Kleber auf sein erstes Treffen mit Jeff Bezos zurück, reagiert auf Kritik am Handelsriesen und ordnet die Meilensteine seiner Karriere ein.

16.000 feste Mitarbeiter habe Amazon in Deutschland im Bereich Operations, in Summe dürften es knapp 22.000 sein. Und würde man das Deutschland-Geschäft separat betrachten: Amazon wäre wohl ziemlich sicher DAX-fähig. Viel tiefer lässt sich Ralf Kleber kaum in die Karten schauen, wenn es um Zahlen und vor allem Größenvergleiche geht. Dafür ist er, immerhin sei fast 20 Jahren Country Manager Deutschland von Amazon, zu sehr PR-Profi. „Vor Jahren sind es glaube ich weltweit zwei Millionen gewesen“, antwortet er beispielsweise auf die Frage von Philipp Westermeyer, wie viele Händler denn hierzulande bei Amazon aktiv wären.

Als Ralf Kleber 1998 bei Amazon im bayrischen Hallbergmoos anfängt, hatte das amerikanische Tech-Startup gerade den deutschen Online-Buchhändler „ABC Bücherdienst“ ge- und sich damit eine starke Ausgangsposition in den Online-Handel im deutschsprachigen Raum erkauft. 100 bis 200 Mitarbeiter hätte Amazon damals hier gehabt. Und ein Onboarding habe quasi nicht stattgefunden – seinen Rechner musste Kleber noch selber aufbauen.

Ein Bier mit Jeff Bezos in Hamburg

Knapp ein Jahr nach seinem Antritt trifft Ralf Kleber das erste Mal Amazon-Gründer Jeff Bezos. Bei der Launch-Party der „Produktgruppe Musik“ sprechen beide 1999 in Hamburg mit Journalisten über die Zukunft von E-Commerce und trinken Bier auf einem Balkon. „Wir haben darüber geplaudert, ob Online jetzt wirklich eine gute Idee ist, ob die Welt das braucht und warum das Internet so langsam ist“, erinnert sich Kleber. „Jeff kam für diesen Abend extra eingeflogen. Das wird so sicherlich nie wieder möglich sein, weil es seine Zeit einfach nicht zulässt.“

Highlights dürfte es in den folgenden über 20 Jahren dennoch genug gegeben haben. Auf die Frage nach seinen persönlichen drei Meilensteinen nennt Ralf Kleber beispielhaft drei: den Kindle („Es war nahezu unmöglich, die großen Elektronik-Konzerne davon zu begeistern, ein Gerät zu bauen, dass nichts kann. Es ist Schwarz-weiß und kann umblättern.“), Letzte-Meile-Zustellung („Ich denke, dass der Ausbau uns neue Wege eröffnet. Dort treffen wir auf unseren Kunden, können extrem viel lernen und extrem viel in Innovationen stecken, um Zustellung anders zu machen.“) und die Öffnung des Marktplatzes („Die Entscheidung, den Wettbewerb mit Händlern zuzulassen, war nicht so offensichtlich, wie das heute erscheint. Ich kann mich an kontroverse Diskussionen inhouse erinnern.“).

Philipp Westermeyer will wissen, wie Ralf Kleber mit Kritik umgeht, wenn Amazon von Händlern auf dem Marktplatz erfolgreich vertriebene Produkte plötzlich selber anbiete. „Das nennt sich Wettbewerb und das ist, glaube ich, eine ganz gängige Strategie“, entgegnet der Deutschland-Chef. „Und Wettbewerb findet ja nicht nur auf dem Marktplatz Amazon statt.“ Außerdem würden 66 Prozent aller verkauften Artikel auf Amazon von Händlern verkauft. „Das ist ziemlich viel, wenn man sich das mal vor Augen führt“, so Kleber.

Weshalb die Größe von Amazon Fluch und Segen zugleich sei, warum Ralf Kleber vor allem das Thema Sprachassistenz besonders fasziniert und wie sein Blick auf chinesische Plattformen aussieht, erfahrt Ihr in der aktuellen Folge des OMR Podcasts.

Unsere Podcast-Partner im Überblick:

Das „Überall Office“ kommt! So sagen es unsere Kollegen von Vodafone und haben entsprechend auch das passende Produkt auf den Markt gebracht: One Net Express (ONX). Das Ganze ist eine virtuelle Telefonanlage, mit der Ihr überall immer unter einer Nummer erreichbar seid – egal ob auf dem Smartphone, Festnetztelefon oder dem Laptop. Anrufe lassen sich ohne Unterbrechung entsprechend hin- und herschalten. Damit könnt Ihr Euer Büro also wirklich überall aufschlagen. Klingt gut? Dann einmal zu Vodafone.de/ONX klicken bitte!

Wir weisen an dieser Stelle ja immer gern auf weitere spannende Podcasts hin. Die Kollegen von Hubspot (bekannt für ihre All-In-One-Plattform für Inbound-Marketing, Sales, CRM und Kundenservice) haben ein spannendes Format für Euch an den Start gebracht. In „The Digital Helpdesk“ beleuchten die zwei HubSpotter Marvin Hintze und Ben Harmanus Themen wie Social Media Marketing, Content Marketing, Influencer Marketing, Landing-Page-Optimierung und viele mehr. Da sind auf jeden Fall viele Learnings dabei, hört also hier direkt rein.

Wer regelmäßig den OMR Podcast hört, wird es in den vergangenen Wochen mitbekommen haben: Wir haben uns mit OMR ein ganz kleines bisschen an Appinio beteiligt. Die Kollegen machen Realtime-Market-Research, also Marktforschung in Echtzeit. In kürzester Zeit liefert Euch die App repräsentative Ergebnisse zu Euren Fragen. Firmen wie Red Bull, About You und wir eben auch nutzen den Service längst – und Ihr könnt es auch. Wenn Ihr neugierig seid und auch mal Eure eigene Umfrage starten wollt, einfach eine Mail an omr@appinio.com.

Zum Schluss noch ein Hinweis auf die Hamburg Media School. Am 29. und 30 Oktober gibt es dort nämlich zum ersten Mal einen Kurs für digitale Produktentwicklung. Wie entwickelt man Dinge digital? Welche Tools kommen dabei zum Einsatz? Wie setzt man etwas innovativ um? Die Antworten darauf gibt es im interaktiv aufgebauten Online-Kurs. Und als Podcast-Hörer könnt Ihr natürlich etwas Geld sparen: Auf hamburgmediaschool.com/weiterbildung bekommt Ihr zehn Prozent Rabatt.

Alle Themen des Podcasts mit Deutschlands Amazon-Chef Ralf Kleber im Überblick:

  • So kam Ralf Kleber vor über 20 Jahren zu Amazon
  • Jeder feste Mitarbeiter von Amazon ist am Unternehmen beteiligt. Wie viele Aktien hält Ralf Kleber?
  • Wie sieht Klebers Arbeitsalltag aus und wie ist Amazon Deutschland aufgestellt?
  • Unterscheiden sich die Kundendefinitionen von Amazon und Shopify? Wie relevant sind Endkunden im Vergleich zu Händlern?
  • Wenn Amazon gut laufende Produkte plötzlich selber verkauft, können Händler auch mal das Nachsehen haben. Was sagt Ralf Kleber dazu?
  • Ist Amazon schon heute die zweitgrößte Mediafirma der Welt?
  • Was waren für Ralf Kleber in seiner Laufbahn bei Amazon die drei wichtigsten Meilensteine?
  • Wird Amazon in ein paar Jahren noch Logistik-Partner haben oder bereits alles selber machen?
  • Wie ist der Kontakt von Ralf Kleber zu Amazon-Gründer Jeff Bezos?
  • Über die „One-Way-Door-Entscheidung“ Versandkostenfreiheit
  • Gibt er Bereiche oder sogar eine Schwäche bei Amazon, die Ralf Kleber Sorgen bereitet?
  • So denkt Deutschlands Amazon-Chef über die Discovery-Funktion der Plattform
  • Über die hohe Relevanz von Prime und Philipp Westermeyers These aus der diesjährigen „State of the German Internet“-Keynote, Amazon hätte in Deutschland mehr Prime-Abonnenten, als die evangelische Kirche Mitglieder
  • Weshalb veröffentlicht Amazon nur so wenige Zahlen?
  • Welche Rolle spielt China für Ralf Klebers Rolle als Amazons Deutschland-Chef?
  • So steht Kleber zum in den vergangenen Jahren immer stärker werdenden Trend der „Amazon Agentur“
  • Was sagt er zu großen Marken, die sich öffentlich gegen Amazon entscheiden?
  • So denkt Kleber über Alibaba, JD & Co.
  • Hat sich Ralf Kleber vor einigen Wochen die Anhörung von Mark Zuckerberg, Tim Cook, Sundar Pichai und Jeff Bezos vor dem US-Kongress angeschaut?
  • In seiner Freizeit ist Kleber Fußball-Trainer einer B-Jugend-Mannschaft
  • Was ist der „Amazon-6-Pager“?

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