Vom Offline-Flohmarkt zum florierenden Online-Marktplatz für Second-Hand-Mode

Podcast Roadshow Stuttgart OMR Maedchenflohmarkt Maria Spilka

Mädchenflohmarkt Co-Gründerin Maria Spilka mit Philipp Westermeyer bei der Podcast Roadshow in Stuttgart (Foto: OMR / Rikkert Aussems).

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Mädchenflohmarkt-Gründerin Maria Spilka verrät im OMR Podcast, wie sie einen boomenden Fashion-Marktplatz aufgebaut hat

Handtaschen von Gucci und Chanel, Tops von H&M oder S.Oliver, Schuhe von Graceland bis Louis Vuitton – die Angebote und damit auch die Preise auf maedchenflohmarkt.de können ganz schön variieren. Verantwortlich für die Produktauswahl auf dem 2012 gegründeten Marktplatz für Second-Hand-Mode sind die inzwischen rund eine Million Nutzerinnen. Mit welchen Marketing-Maßnahmen es das Gründer-Trio um Maria Spilka geschafft hat, das Henne-Ei-Problem neuer Plattformen zu lösen, welche Kanäle heute vor allem funktionieren und wie das Unternehmen Geld verdient, erklärt sie im aktuellen OMR Podcast.

„In den ersten drei Monaten haben wir ausschließlich auf Facebook geworben – und so unsere ersten 100.000 registrierten Nutzerinnen bekommen“, sagt Maria Spilka im Gespräch mit Philipp Westermeyer auf der Podcast Roadshow in Stuttgart. „Wir haben nur mit dem Fanpage-Namen geworben, da erschien dann beispielsweise ‚Anna folgt Mädchenflohmarkt‘. Die Kampagnenart gibt es heute gar nicht mehr.“ Dank des quasi selbsterklärenden Brandnamens habe diese Herangehensweise sehr gut funktioniert.

2012 gründet Maria Spilka gemeinsam mit Thorsten Lückemeier und Peter Ambrozy den Mädchenflohmarkt als Marktplatz für Second-Hand-Mode. Die beiden Mitgründer hatten das Format zuvor schon als klassischen Offline-Flohmarkt ausprobiert – mit Erfolg. Die Übertragung der Idee ins Internet war allerdings kein Selbstläufer; beim Aufbau eines lebendigen Marktplatzes besteht die Herausforderung immer darin, gleichzeitig eine relevante Menge an Verkäufern und Käufern aufzubauen. Dieses „Henne-Ei-Problem“ habe Mädchenflohmarkt mit dem Concierge-Service gelöst.

Dank Bloggern und Influencern zur lebendigen Plattform

„Mädchenflohmarkt besteht aus zwei Bereichen“, sagt Maria Spilka. „Einmal der klassische C2C-Marktplatz, also die Plattform zwischen Käufer und Verkäufer. Und der Concierge-Service.“ Kundinnen können ihre Klamotten, Taschen und Accessoires direkt an Mädchenflohmarkt schicken. In mehreren Logistikzentren wird die Ware gelagert, online gestellt und beim Verkauf auch versendet. 40 Prozent des Verkaufspreises gehen dabei als Provision an Mädchenflohmarkt – die beträgt nur zehn Prozent, wenn Kundinnen Verkauf, Versand & Co. selber übernehmen.

„Mit Layouts, Entwürfen und dem Konzept des Concierge-Services haben wir uns vor dem Start an Blogger gewendet und gefragt, ob sie uns nicht ein paar Sachen schicken wollen“, sagt Maria Spilka. Am Tag des Launches wären so rund 500 Artikel auf der Plattform gewesen, die die Gründer alle selber fotografiert, beschrieben und online gestellt hätten. Heute sehen die Zahlen ein wenig anders aus: rund 600.000 Artikel seien auf dem Marktplatz online, etwa 150.000 davon in den eigenen Lagern. An drei Standorten in Stuttgart arbeiten um die 150 Angestellte.

Second-Hand-Marktplatz mit neuer Ware?

Obwohl Mädchenflohmarkt sich ganz klar als Marktplatz für Second-Hand-Mode, also getragenen Klamotten, aufstellt, sind nicht alle Sachen auf der Seite gebraucht. „20 bis 25 Prozent der Ware, die wir bekommen, ist neu – 40 Prozent davon sogar noch mit dem Original-Preisschild“, so Maria Spilka. Dafür sortiere das Team insgesamt auch rund 30 Prozent der zugeschickten Ware aus, weil sie zu abgenutzt ist. Der Teil werde gespendet. Wieviel Umsatz Mädchenflohmarkt aktuell generiere, möchte Spilka zwar nicht sagen. Aber: „Wir agieren sehr nah an der schwarzen Null, wollen aber schneller wachsen. Und das macht mit VC-Geld mehr Spaß.“ Im September 2018 hatte das Unternehmen zuletzt fünf Millionen Euro von Breuninger Family Office und Vorwerk Ventures eingesammelt.

Auf welchen Kanälen Mädchenflohmarkt weiter wachsen will, weshalb Instagram „komplett verpennt“ wurde und wie die Kooperation mit Ebay funktioniert, erfahrt Ihr in der aktuellen Folge des OMR Podcasts.

Unsere Podcast-Partner:


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Treue Hörer kennen bereits die Berliner Performance-Marketing-Agentur Claneo mit dem Schwerpunkt auf Search und Content. Das Gründer-Trio Magdalena Mues, Matthäus Michalik und Martin Grahl kann inzwischen eine Top-Kundenliste vorweisen mit Brands wie HelloFresh, Steigenberger Hotels und vielen mehr. Wir selber arbeiten auch mit den Kollegen zusammen und sind sehr zufrieden. Das 35-köpfige Team will jetzt weiter wachsen und sucht Verstärkung: einen SEA Consultant – egal Junior, Senior oder noch erfahrener. Alle Infos dazu findet Ihr hier.

Auch in diesem Jahr werden wir unsere OMR Aftershow im Bootshaus in Köln feiern. Traditionell steigt die Party am Abend des ersten Dmexco-Tages (11. September) – mit einer Menge guter Leute, leckeren Getränken, die wie immer im Ticketpreis inkludiert sind, und einem ziemlich guten Lineup. Natürlich mit Oli. P, die Drunken Master sind dabei und ein Künstler, der als DJ unter dem Namen „Who the fuck is H.P. Baxxter?“ auftritt. Na, wer könnte das sein? Also schnell Tickets sichern, solange es noch welche gibt.

Alle Themen des Podcasts mit Maria Spilka von Mädchenflohmarkt im Überblick:

  • Philipp Westermeyer über die Podcast-Aufnahme bei der Roadshow in Stuttgart, ein paar Tage Urlaub und den neuen Sport-Podcast der Hummels-Brüder „Alleine ist schwer“ (ab 01:30)
  • Maria Spilka hat Mädchenflohmarkt 2012 gegründet. Was macht das Unternehmen und wie hat sie es geschafft, einen Marktplatz aufzubauen? (ab 02:58)
  • Welche Produkte und Marken laufen auf der Plattform am besten? (ab 05:18)
  • Aktuell hat das Unternehmen rund 150 Mitarbeiter an drei Standorten in Stuttgart – und etwa 150.000 Artikel auf Lager (ab 06:58)
  • Deshalb ist Maria Spilka überzeugt, dass der Fashion-Bereich groß genug für mehrere Marktplätze wie Mädchenflohmarkt ist(ab 07:55)
  • Zum Start hat Mädchenflohmarkt ausschließlich Facebook als Marketing-Kanal genutzt – und in drei Monaten 100.000 Nutzer generiert (ab 09:35)
  • Wie hoch ist die Provision, die Mädchenflohmarkt an Verkäufen auf der Plattform verdient? (ab 12:20)
  • Steht bald die nächste Finanzierungsrunde an? Und wie schätzt Maria Spilka den Wert des Unternehmens heute ein? (ab 13:54)
  • Enge Kooperation trotz Wettbewerb: So funktioniert die Zusammenarbeit mit Ebay (ab 15:15)
  • Macht sich das auch im Einkauf von Mode gesteigerte Umweltbewusstsein auf der Second-Hand-Plattform Mädchenflohmarkt bemerkbar? (ab 18:10)
  • Würden auch noch Frauen mit 70 Jahren auf Mädchenflohmarkt fündig werden? (ab 20:15)
  • So unterscheiden sich teilweise die Nutzer, die Klamotten verkaufen von denen, die sie bei Mädchenflohmarkt kaufen (ab 22:10)
  • In der Stuttgarter Innenstadt hat Mädchenflohmarkt ein Ladengeschäft getestet – und führt es nicht mehr weiter (ab 23:30)
  • Plant Maria Spilka, Klamotten über Second-Hand hinaus anzubieten – zum Beispiel in Form von Eigenmarken? (ab 25:30)
  • Das steckt hinter dem Projekt „Mädchen University“ (ab 27:10)
  • Rund 30 Prozent der zugeschickten Kleidung landet wegen schlechter Qualität nicht auf der Plattform. Was passiert mit den Klamotten? (ab 29:10)
  • Warum hat Mädchenflohmarkt fast 850.000 Facebook-Fans, aber „nur“ 50.000 Abonnenten bei Instagram? (ab 31:10)
  • Wie hoch ist die Retourenquote bei Mädchenflohmarkt? (ab 34:40)
  • Was hat Maria Spilka vor der Gründung von Mädchenflohmarkt gemacht? (ab 36:43)
  • Wie unterscheidet sich das Marketing für Käufergenerierung zu dem für Verkäufergenerierung? (ab 41:30)
  • Über welche Kanäle spricht Mädchenflohmarkt potenzielle Verkäufer an? (ab 45:20)
  • Will sich Maria Spilka gezielt als Personal Brand positionieren? (ab 47:20)
  • Kleiner Teaser zum Schluss: Die erste Folge von „Alleine ist schwer“, dem Podcast von Jonas und Mats Hummels, ist live!

Viel Spaß beim Anhören – und vielen Dank für jede positive Bewertung!

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