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Nois7: Wie der größte deutsche Fotograf auf Instagram eine Million Follower gewonnen hat

Robert Jahns über seine beachtlichen Werdegang

Robert Jahns (Foto: Robert Jahns)

Vor wenigen Jahren war Robert Jahns noch als Artdirector in der Agenturbranche tätig und einer breiteren Öffentlichkeit unbekannt. Heute verzeichnet er als Fotograf und Künstler auf Instagram mehr Follower als Fotografie-Ikonen wie Annie Leibovitz, Peter Lindbergh oder Steve McCurry. Gegenüber OMR hat er verraten, wie ihm das gelungen ist – und wie er damit umgeht, dass sich Instagram verändert.

Ein Elefant, der an einen riesigen Traube aus Luftballons schwebt, ein Wal, der aus einem Kanal in Venedig auftaucht, eine Achterbahn, die durch die Häuserschluchten New Yorks führt, ein Vogelschwarm in Herzform über dem Eiffelturm – die Bilder von Robert Jahns sind immer ein bisschen zu perfekt, oder zu fantastisch um wahr zu sein. „Ich mag es, wenn Bilder die Welt so zeigen, wie sie noch niemand gesehen hat“, so der 30-Jährige im Gespräch mit OMR.

I have a little surprise for you!!! Just click the link in my profile ?

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Arte Ex Machina

Viele der Artworks, die er über seinen Instagram-Account Nois7 verbreitet, basieren auf seinen eigenen Fotografien. „Ich bin sehr viel auf Reisen, da kommt einiges an Bildmaterial zusammen.“ Nicht selten nutzt Jahns auch Bilder von befreundeten Fotografen. „Ich war noch nie in Island, aber wenn ich ein Landschaftsfoto von dort brauche, kenne ich Fotografen, die ich dafür anschreiben kann.“ Und ab und an greift er auch auf Stockfotos zurück.

Aus dem gesamten Material erstellt er mittels Smartphone-Apps und Desktop-Software in vielen Stunden aufwändige Montagen. „Im Durchschnitt brauche ich für ein Artwork ein bis zwei Tage.“ An seinem bislang aufwändigsten Bild hat er eine ganze Woche gearbeitet. Es zeigt die Brooklyn Bridge im Regen, bedeckt von einer Masse von schwarzen Regenschirmen – darunter ein Schirm in Regenbogenfarben. „Dafür habe ich jeden Regenschirm zunächst einzeln fotografiert und dann händisch auf jeden Schirm einzeln Regentropfen gesetzt.“

When your life feels black and white, make sure that you dream in color.

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Netzwerken als Erfolgstreiber

Noch vor einigen Jahren hätte Jahns für solch eine akribische Arbeit vermutlich gar keine Zeit gehabt: Nach einer Ausbildung zum Mediengestalter arbeitete er als Artdirector in einer Werbeagentur in Hamburg. Vollkommen glücklich machte ihn das nicht: „Da konnte ich nicht selbst verwirklichen.“ Fotografieren ist bereits seit seinem 15. Lebensjahr sein Hobby. Vor fünf Jahren begann Jahns dann damit, sich parallel zum Berufsleben über Instagram einen Namen als Fotograf und Künstler zu machen. „Ich habe das Potenzial von Instagram eigentlich erst relativ spät erkannt“, sagt er. „Viele Fotografen waren damals schon relativ groß auf der Plattform.“

Seinen Stil habe er erst finden und mit den Jahren entwickeln müssen, so Jahns heute. Es gelingt ihm aber auch trotz seines vergleichsweise späten Starts recht schnell ein Publikum aufzubauen. Seine wirksamste Methode dabei? „Das Wichtigste ist, in der Community selbst aktiv zu sein und sich mit der App und den Leuten, die sie nutzen, zu beschäftigen.“ So habe er gezielt gesucht, wer in den unterschiedlichen Bereichen die besten Fotografen bei Instagram seien, sei diesen gefolgt und mit ihnen in Kontakt getreten. „Ich habe den Leuten Feedback gegeben. Ich habe aber nicht nur ‚Amazing!‘ unter das Bild geschrieben, sondern bin ins Detail gegangen. So etwas fällt den Leuten auf. Die haben mir geantwortet und auch Kontakt aufgenommen.“

Kooperationen sorgen für Follower-Boosts

Mit vielen den Fotografen, die er auf diese Weise kennenlernt, kooperiert er auch. Er bearbeitet die Fotos anderer Fotografen, verwendet deren Motive als „Backdrop“ (Hintergrund) oder beide erstellen gemeinsame Artworks. „Wenn beide das Artwork dann auf ihren Accounts veröffentlichen und den anderen vertaggen, dann bringt das natürlich jeweils beiden etwas“, so Jahns. Der erfolgreichste Fall: Eine Zusammenarbeit mit Murad Osman, dem Erfinder der auf Instagram sehr bekannten „Followmeto“-Serie. Jahns Interpretation des Motivs rangiert unter seinen Bildern mit den meisten Likes auf Platz 7.

Auch Jahns selbst postet unbearbeitete Fotos und veranstaltet einen „Editing Contest“, bei dem er andere zum Bearbeiten aufruft. Jedesmal, wenn ein anderer Fotograf seine Bearbetung postet und Jahns vertaggt, gewinnt dieser neue Follower in der richtigen Zielgruppe. Doch Jahns beschränkt sein Networking-Aktivitäten nicht nur auf die digitale Sphäre. „Ich bin auch zu Instawalks, also zu Instagrammer-Treffen gegangen.“ Auch dort ergeben sich neue Kontakte, auch auf diese Weise steigt seine Bekanntheit.

„Will nicht nur Produkte ins Bild halten“

Mit diesen Methoden gelingt es ihm, seine Reichweite langsam, aber stetig zu steigern. Dass er sich mit seinen stark bearbeiten, teilweise surrealen Motiven von den durchschnittlichen Instagram-Schnappschüssen relativ deutlich unterscheidet, trägt vermutlich dieser Entwicklung bei. Nachdem Jahns mehrere 10.000 Follower angesammelt hat, melden sich erste Blogs und klassische Medien und berichten über ihn.

Bald kontaktieren ihn auch die ersten Agenturen und Werbetreibenden. Doch einfach Produkte in die Kamera halten möchte er nicht – „ich arbeite da anders als andere“. Er gestaltet lieber aufwändigere Motive für seine Kunden. „Wenn die Unternehmen mich anrufen, dann wollen sie ja auch meinen Stil.“

Für Nike auf Reisen

Mittlerweile hat er nach eigener Schätzung zehn bis 15 Kampagnen für Werbekunden durchgeführt. Eine seiner liebsten: eine Kampagne für ASUS, in deren Rahmen er  insgesamt zwölf Artworks erstellt und Presse-Interviews gegeben hat, durch mehrere Länder gereist ist und sich mit dem Gewinner eines Foto-Contests in Hong Kong getroffen hat. „Das war wirklich cool.“ Solche Kampagnen könnten sich durchaus auch über ein halbes Jahr ziehen, so Jahns. Die Kunden bezahlen dann einen individuell verhandelten Paketpreis.

The whale in Venice came up again.

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Vor zweieinhalb Jahren konnte Jahns sich selbstständig machen. Heute finanziert er sich zu 90 Prozent über Auftragsarbeiten. „Die Kunden buchen da auch immer meine Social-Media-Reichweite mit.“ Der Rest seiner Einkünfte rühre aus dem Verkauf von Prints, die er unter anderem über seine eigene Website anbietet.

Sightseeing zu fotogenen Uhrzeiten

Das Reisen gehört heute fest zu seinem Beruf. „Das ist mit das Wichtigste. Ich kann ja Arbeiten und Reisen miteinander verbinden. Ich achte dann beispielsweise auch darauf, auch zu bestimmten Uhrzeiten zu Locations zu fahren, beispielsweise zum Sonnenauf- oder -untergang.“


Mittlerweile habe er schon zwei Weltreisen unternommen. Über seinen Zweit-Account LifeofNois7, den er zusammen mit seiner Frau betreibt, bietet er Einblick hinter die Kulissen. Darüber komme er auch schon einmal an Hotelunterkünfte, indem er über diese Instagram- oder Blog-Posts erstelle. „Ich stecke aber auch noch sehr viel eigenes Geld in die Reisen.“

„Das wird mir zu viel“

Mit 1,1 Millionen Followern hat Robert Jahns heute ein größeres Publikum auf Instagram als jeder andere deutsche Fotograf – und auch mehr als viele internationale Star-Fotografen. Auf einer Liste aller „Top-Fotografen im Web“ wird er aktuell auf Platz 18 geführt.

Doch auch wenn Instagram ihm diesen Aufstieg ermöglicht hat, ist Jahns mit der jüngsten Entwicklung der Plattform nicht richtig glücklich. „Das Ganze hat sich schon sehr zu einem Business entwickelt. Das wird mir zu viel und finde ich auch schade.“ Auch das Influencer Marketing sieht er kritisch: „Influencer halten ein Produkt in die Kamera und reden darüber, das liegt mir nicht.“

Opfer des Algorithmus

Auch mit der gesamten Branche um das Thema herum kann er offenbar nicht viel anfangen. „Ich bekomme da ja viel mit. Das ganze Thema ist so explodiert, es gibt viel zu viele Agenturen.“ Die meisten davon gingen es auch falsch an: „Die haben eine Datenbank und verknüpfen dann Influencer mit Brands. Das ist nichts für mich; ich will nicht in einer Datenbank mit 3.000 anderen sein.“

Ein weiterer Wermutstropfen für ihn: der Algorithmus, mit dem Instagram den Feed der Nutzer ausfiltert – und der die Account-Betreiber Sichtbarkeit und Interaktionen kosten kann. „Das ging vor einem Jahr los und hat mich krass getroffen. Seitdem ist das Engagement deutlich niedriger“. Follower und Engagement wüchsen insgesamt weiter, „aber die Kurve ist abgeflacht“. Manchmal lösche er deswegen ein Bild wieder nach 10 bis 15 Minuten. „Wenn das Engagement nur halb so gut ist wie sonst, nehme ich es runter.“ Sein Ratschlag für andere Instagram-Nutzer: „Man sollte das nicht groß beachten, sonst frustriert es einen nur.“

The New York City Thunderstorm II

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Junge/r Mann/Frau zum Mitreisen gesucht

Immerhin: Die Erweiterung der Plattform um die Instagram Stories begrüßt Jahns. „Das ist eine weitere Möglichkeit, mit der Community zu interagieren, und das finde ich super.“ Noch nutzt er das Feature selbst zwar nicht. „Ich bin keine Person, die über sein Leben berichtet. Ich kann mir aber vorstellen, die Leute mal zu einem Shooting mitzunehmen.“ Demnächst will Jahns erst einmal ein Live-Q&A durchführen.

Seine Einkünfte als selbstständiger Fotograf haben sich so gut entwickelt, dass er in der nahen Zukunft auch ein kleines Team um sich herum aufbauen will. „Ich suche einen Online Marketing Manager und einen Praktikanten, aber es ist sehr schwer, die richtigen Leute zu finden. Darüber hinaus will Jahns in Zukunft häufiger seine Werke ausstellen. „Eine Ausstellungs-Tour durch mehrere Länder wäre cool.“

Wer Robert Jahns einmal live erleben will, der sollte am 10. November die Influencer-Marketing-Konferenz Inreach in Berlin besuchen. Dort wird er über „Die Macht der Bilder“ sprechen. Als OMR-Leser erhaltet Ihr mit dem Code OMR25 25 Prozent Rabatt! Tickets gibt es hier!

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