Diese Affiliates verdienen mit Outfits aus Hip-Hop-Videos mehr als ein nettes Taschengeld

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Welche Klamotten tragen die Rapper Veysel (links) und Summer Cem im aktuellen Video zu "Santorini"? (Foto: Facebook / Summer Cem).

immerfresh.de: Wenige Wochen nach Start besuchen täglich bereits tausende User die Seite

Hip-Hop dominiert seit Jahren Youtubes Trends, Spotify-Playlisten und die Charts. Das haben auch zwei Rap-Fans aus Berlin registriert – und bauen mit immerfresh.de eine Affiliate-Seite für die Outfits aus den millionenfach geklickten Videos auf. Bereits kurze Zeit nach dem Launch kann die Seite bereits tausende Visits vorweisen. OMR erklärt, wie die Macher Traffic generieren und wie das Projekt jetzt wachsen soll.

Vor ein paar Monaten schaut Clemens Lüdke ein Video des zur Zeit extrem erfolgreichen Rappers Ufo361 auf Youtube. Ihm fällt auf, dass der modeaffine Musiker aus Berlin (einen Track widmete er beispielsweise der Luxusmarke Balenciaga) im Clip viele verschiedene Outfits trägt. Da kommt ihm eine Idee: „Ich dachte mir, dass es doch garantiert viele Fans interessieren würde, was ihre Idole in den Videos so tragen“, erzählt er im Gespräch mit OMR. „Ein paar Tage später habe ich meinem Kumpel Armin von dem Plan erzählt, einen Affiliate-Shop für die Klamotten aus den Clips zu bauen. Und er hatte direkt Bock, mitzumachen.“

Es dauert danach nur wenige Tage, bis die zwei anfangen, an immerfresh.de zu arbeiten. Da beide selber große Rap-Fans sind, brauchen sie nicht lange recherchieren, um herauszufinden, welche Namen gerade besonders angesagt sind. Die ersten Artikel zu den Outfits von Azet, Capital Bra, Ufo361 und Miami Yacine gehen ab Ende Januar online. „Wir haben die Seite ganz simpel und lean aufgesetzt, am Anfang insgesamt aber nur wenig Zeit investiert“, sagt Clemens Lüdke. „Ein Großteil geht tatsächlich mit der Suche nach den Outfits drauf. Das dauert teilweise eine halbe Stunde pro Teil.“

Erster Traffic für immerfresh.de dank SEO, dann mit Hilfe von Youtube-Kommentaren

Ab April kümmern sich Clemens Lüdke und Armin Yousefshahi dann intensiver um immerfresh.de und machen sich jeweils direkt nach dem Release neuer Rap-Videos auf die Suche nach den zu sehenden Klamotten. „Es ist bis jetzt trotzdem ein Projekt aus Leidenschaft, das wir vor allem gegen Ende der Woche und am Wochenende selber betreiben“, so Lüdke. „Das liegt aber auch daran, dass neue Videos eigentlich immer erst ab Donnerstag veröffentlicht werden.“ Die ersten Visits erzielt die Seite dank Longtail-Keywords wie „capital rapper cap“, „nike jacke bushido“ oder „kollegah sonnenbrille“. Diese und ähnliche Suchbegriffe seien noch relativ unbesetzt gewesen. Clemens Lüdke sagt: „Das Suchvolumen auf ein einzelnes Keyword ist natürlich nicht so hoch, in der Summe ist das dann aber schon ganz nett.“

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Wenige Wochen nach dem Start von immerfresh.de wird die Seite bereits tausendfach besucht (Quelle: Similarweb).

Nach den ersten so erzielten Erfolgen – laut Statistikdienst Similarweb steigen die Visits von knapp über 14.000 im März auf 46.000 im April – bringt eine Freundin die immerfresh.de-Betreiber auf eine neue Idee, Reichweite zu generieren. Sie kommentiert unter einem Hip-Hop-Video auf Youtube und weist auf den Affiliate-Shop hin. Lüdke und Yousefshahi merken schnell, dass der Traffic steigt – und nutzen Kommentare in der Folge ein paar mal als Growth-Hacking-Hebel. Mit extra zu diesem Zweck erstellten Accounts fragen sie nach den Outfits aus den Clips; die Antwort liefern sie entweder mit dem Account von immerfresh.de oder ebenfalls inkognito.

Newsletter, Social und der Wechsel zur Shop-Oberfläche

Der Plan, dadurch Nutzer auf die Seite zu ziehen, geht offenbar auf. Laut Similarweb kommen im Juni knapp 40 Prozent aller Visits von Youtube, dicht gefolgt von Googles Suche mit fast 38 Prozent. Um sich weniger abhängig von einzelnen Traffic-Quellen zu machen, wollen die beiden in den kommenden Wochen aber einiges ändern. „Die Youtube-Kommentare haben geholfen, um die Seite ein wenig bekannter zu machen und uns zu zeigen, welches Potenzial das Projekt hat“, erzählt Clemens Lüdke. Im Schnitt habe die Seite inzwischen 3.000 Nutzer pro Tag – mit Peaks jeweils gegen Wochenende, wenn wieder neue Videos erscheinen.

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Kommentare unter Rap-Videos aus den Youtube-Trends sollen Traffic auf immerfresh.de generieren.

In den kommenden Wochen wollen die immerfresh.de-Macher beginnen, Facebook und Instagram zu bespielen. Zwar gibt es schon Accounts, die liegen aber quasi brach. Der Newsletter, zur Zeit noch mit Subscribern im dreistelligen Bereich, soll ausgebaut werden. Außerdem soll sich auch die Webseite an sich entwickeln: „Wir wollen ein wenig weg vom Blog-Style und hin zu einer Shop-Oberfläche“, so Lüdke. Am Geschäftsmodell solle sich aber nichts ändern. Aktuell seien sie Affiliate-Partner von rund 100 Online-Shops, wovon einige aber sehr selten Erwähnung finden. „Am relevantesten sind Shops wie Amazon, Nike und About You.“

Vom netten Taschengeld zur Hauptbeschäftigung

Von der Affiliate-Provision, die die Macher erhalten, wenn User in den Shops kaufen, nachdem sie immerfresh.de besucht haben, könnten Lüdke und Yousefshahi aktuell noch nicht leben. „Es ist schon mehr als ein nettes Taschengeld. Und dafür, dass wir beide noch andere Projekte haben, läuft es schon sehr gut“, sagt Clemens Lüdke. Er selber sei gerade dabei, sich von seinem ersten größeren Affiliate-Projekt, dem Shop-Verzeichnis shoppl.de, zu trennen. Dann will er den Fokus komplett auf immerfresh.de richten – und wohl Aufgaben wie das Recherchieren der Outfits auslagern. „Das frisst noch zu viel Zeit. Die investiere ich dann lieber in die Optimierung von Lead- und Conversion-Generierung – da haben wir gerade noch viel Luft nach oben. Oder in Kooperationen mit Shops.“

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Die Startseite von immerfresh.de erinnert aktuell noch an einen Blog. Bald soll das Design einer Shop-Oberfläche weichen.

Das Modell von immerfresh.de erinnert ein wenig an Fanseiten von Stars und Sternchen. Vor allem zu internationalen Promis kann es hier allerdings teilweise leichter fallen, eine reichweitenstarke Fanpage inklusive Affiliate-Business aufzubauen. Das zeigen beispielsweise Instagram-Accounts wie @kendalljennercloset (342.000 Abonnenten), @kyliejennercloset (253.000 Abonnenten) oder @asaprockyscloset (117.000 Abonnenten), die in ihren Stories immer mal wieder zu Online-Shops verlinken. Und auch die Idee, Outfits deutscher Rapper in einem Affiliate-Shop zu aggregieren, ist nicht ganz neu. Die Seite streetwear-guenstig.de verfolgt das Modell offenbar schon seit Oktober 2016 – kann laut Similarweb aber schon wenige Wochen nach Start von immerfresh.de nicht im Traffic mithalten.

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