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Page Rank

Der Page Rank beschreibt einen bestimmten Google-Algorithmus. Vereinfacht ausgedrückt, bewertet dieser die Qualität einer Webseite anhand ihrer Linkstruktur. Entwickelt wurde er von den Gründern von Google, um später dann auch von ihnen in der eigenen Suchmaschine verwendet zu werden.

Der Page Rank einer Seite errechnet sich aus den Backlinks, also den Links, die von anderen Webseiten auf diese Page führen, und aus der Qualität der Seiten, von denen aus auf die Zielseite verlinkt wird. Ebenfalls spielen hier die Anzahl der insgesamt verlinkten Webseiten und eine thematische Übereinstimmung dieser zueinander eine wichtige Rolle. Anhand dieser Kriterien erhalten Webseiten einen Page Rank zwischen 0 und 10, wobei 0 der schlechteste Wert und 10 der beste Wert ist.

In der Suchmaschinenoptimierung (SEO) – genauer in der Offpage-SEO und dort im Linkaufbau – war der Page Rank lange Zeit die wichtigste Metrik, um die Güte einzelner Pages zu bestimmen. Einen solch hohen Stellenwert besitzt der Algorithmus heute nicht mehr, dennoch ist er nach wie vor wichtig. Google hat nämlich mehrfach ganz offiziell kundgetan, dass Page Rank intern immer noch verwendet wird – und das sollten SEO-Treibende, die maximale Erfolge erzielen möchten, selbstverständlich nicht außer Acht lassen. Mittels SEO Software können heute unter anderem Metriken angenommen und für die eigene Suchmaschinenoptimierung weiterverwertet werden, die dem klassischen Page Rank ähneln.

Warum hat Page Rank heute nicht mehr die Bedeutung wie noch vor zehn oder gar 20 Jahren?

Google selbst sagt zwar, dass Page Rank heutzutage beim Ranking noch eine Rolle spielt, diese aber vergleichsweise wenig relevant ist. Zu Anfangszeiten stellte der Algorithmus nichts weniger als die Basis für die Suchergebnisse dar, heute bestimmen jedoch sehr viele andere Faktoren das Ranking einer Webseite deutlich stärker.

Erstmals veröffentlichte Google den Page Rank als Referenzwert für Website-Betreiber*innen im Jahr 2000. Dies geschah mithilfe einer Toolbar für den Internet Explorer. Die Metrik wurde dort als Skala von 1 bis 10 und zudem grafisch dargestellt.

Seit 2016 ist diese Toolbar Geschichte. Deren Update bzw. die Aktualisierung des Page Ranks als Referenzwert wurde bereits 2013 eingestellt. Heutzutage gibt es damit keine Möglichkeit mehr, sich einen auf aktuellen Einflüssen basierenden Page Rank anzeigen zu lassen. Tools, die heute noch den Page Rank analysieren lassen, gründen in aller Regel auf den Werten von 2013. Was aber hat Google dazu bewegt, den Page Rank öffentlich praktisch abzuschalten?

Offiziell hat Google 2016 verkündet, dass das Internet und das Verständnis der User vom Web immer komplexer werden. Somit seien Page Rank und die entsprechende Toolbar als alleingestellte Metrik kaum noch nützlich. Man wolle durch das Zurückziehen des Werkzeugs Verwirrung bei Benutzern und Webmastern über die Relevanz der Metrik vermeiden.

Soweit die offizielle Begründung, es spielte hier aber ganz sicher auch noch ein weiterer Aspekt ein – nämlich Link-Spam! Letzterer wurde durch Page Rank tatsächlich forciert. Denn SEO-Treibende waren teilweise geradezu besessen von der Metrik und taten alles, um ihre Werte in die Höhe zu treiben. Linkkäufe schienen vielen SEOs dafür als bestes Mittel. Page Rank wurde unter anderem deshalb noch lange nach seiner wirklichen Hochzeit als „Maß aller Dinge“ angenommen, da es der einzige Faktor war, für den Google selbst einen konkreten Wert bereitstellte.

Google erkannte Linkkäufe zunehmend als großes Problem. Eigentlich waren Links als ein gutes Qualitätsmerkmal gedacht, das der Suchmaschine verlässlich und auf einer sehr authentischen Ebene Aufschluss darüber verschaffen sollte, welche Seiten es sich in welchen Suchkontexten lohnte, prominent darzustellen. Massen an gekauften Links ließen den Algorithmus mehr und mehr zu einer Farce werden. Das Abstellen von Page Rank war also zentrales Mittel, um die Aussagekraft von Backlinks aufrechtzuerhalten. Bis heute zählen solche Verlinkungen zu den wichtigsten Ranking-Faktoren überhaupt.

Wie funktioniert Page Rank und was macht ihn auch heute noch interessant?

Page Rank bewertet Webseiten – vereinfacht ausgedrückt – nach folgendem Prinzip: Je mehr Links auf eine Page verweisen, desto wichtiger ist die Seite und desto höher wird sie bewertet. Früher war der Page Rank für Google zentrales Indiz für das Ranking. Heute spielen jedoch weitaus mehr Faktoren eine Rolle. Page Rank wird schon seit einigen Jahren nur noch intern als Wert verwendet. Alleine das macht ihn oder genauer das Prinzip dahinter für SEOs aber nach wie vor interessant.

Besonders die Tatsache, dass beim Page Rank neben der Anzahl der Links auch – und sogar sehr stark – die Gewichtung der linkgebenden Seiten berücksichtigt wird, lässt immer noch potenziell SEO-nützliche Schlüsse zu. Im Ansatz des Page Ranks wird eine Seite unabhängig von deren Inhalt besser bewertet, wenn wichtige andere Pages auf sie verlinken. Das bedeutet, die Bewertung einer Seite ergibt sich rekursiv über die Bewertung der Page, die auf sie verlinkt. Daraus ergibt sich wiederum, dass die gesamte Linkstruktur des Webs eingebunden ist und es wichtig ist, diese für das Erreichen eines guten Rankings zu berücksichtigen oder sogar für die eigenen Zwecke zu steuern.

Seiten mit einem hohen Page Rank geben ihre gute Bewertung praktisch an andere Seiten weiter, auf die sie per Backlink verweisen. Per sogenanntem Page Rank Sculpting kann sogar aktiv versucht werden, den Page Rank einer Webseite auch auf deren Unterseiten zu übertragen. Verweist eine Seite mit einem Backlink auf eine andere Page, so geht dadurch Page Rank als Teil des Link-Juice auf die andere Seite über. Wie groß hier die Übertragung des Page Ranks ist, hängt von den weiteren ausgehenden Links auf der gleichen Seite ab. Die Weitergabe von Page Rank funktioniert sowohl bei externen als auch bei internen Verlinkungen.

Wie kann Page Rank heute sinnvoll in die eigene SEO-Strategie eingebunden werden?

Der ursprüngliche Page Rank wurde als Referenzwert seit 2013 nicht mehr aktualisiert. Es gibt im Netz zwar nach wie vor Tools, mithilfe derer der Page Rank analysiert werden kann, entsprechende Ergebnisse sind jedoch längst nicht mehr aussagekräftig.

Generell ist es heute noch viel weniger sinnvoll, sich verstärkt oder sogar einzig auf eine einzelne Metrik, wie den Page Rank, zu konzentrieren als es in den finalen Jahren des Page Ranks sowieso schon war. Vielmehr sollte man sich – wie im Übrigen auch Google es in vielerlei Hinsicht tut – auf das große Ganze bzw. dessen Verbesserung konzentrieren. Im Kontext von Page Rank und Offpage-Optimierung bedeutet das, vornehmlich die Optimierung sämtlicher Linkstrukturen zu fokussieren und so zumindest keinen Page Rank zu verschwenden, anstatt konkret darauf hinzuarbeiten, diesen einen ganz offiziell veralteten und heute kaum noch zweckmäßig nachvollziehbaren Wert zwanghaft zu erhöhen.

Die moderne SEO kann durch die Berücksichtigung der Prinzipien des Page Ranks rund um Linkqualität und deren Weiterreichung trotzdem profitieren. Werden nämlich danach Linkstrukturen geschaffen, geht man auch ohne greifbaren offiziellen Wert der Suchmaschine auf die internen Denk- und Verfahrensweisen von Google ein und hat demzufolge gute Chancen, einen Vorteil zu erreichen.

Google nimmt bei der Berechnung des Page Ranks einer Webseite grundsätzlich drei Faktoren an. Wer heute noch auf Page Rank optimieren oder jenen zumindest in seine SEO-Strategie einfließen lassen möchte, sollte bei der Ausrichtung seiner Pages darauf achten, dass diese Grundlagen stets berücksichtigt bzw. Pages entsprechend ausgerichtet werden. Sie lauten wie folgt:

  • Die Quantität und insbesondere die Qualität der eigenen Verlinkungsseiten
  • Die Anzahl ausgehender Links auf jeder Linkseite
  • Den Page Rank bzw. – für SEOs – die allgemeine Reputation jeder verweisenden Seite

Weiterhin sollte stets im Hinterkopf sein, dass…

  • … die Art und Weise, wie Seiten einer Website untereinander verlinkt werden, nicht nur den Link-Juice beeinflusst, sondern auch starken positiven Effekt auf die SEO-wichtige User-Experience haben kann.
  • … externe Links Google ebenfalls dabei helfen, Seiten zu bewerten, wenn verknüpfte Pages inhaltlich oder grundsätzlich thematisch gegenseitig passen.
  • … gute Backlinks nach wie vor einen der wichtigsten Ranking-Faktoren darstellen und deren Link-Juice möglichst vorteilhaft eingesetzt oder weitergeleitet werden sollte.

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