Hidden Champion „Flaschenpost“: 7.000 Mitarbeiter und dreistelliger Millionenumsatz

Flaschenpost-CEO Stephen Weich

Flaschenpost-Chef Stephen Weich in einem seiner Lager.

Flaschenpost-CEO Stephen Weich erzählt im OMR Podcast wie er vom Getränke- zum Alles-Lieferanten werden will

Ein Unternehmen aus Münster auf dem Weg zum Unicorn? Flaschenpost könnte diesen Weg gehen. Das 2016 gegründete Unternehmen macht nach eigenen Angaben jährlich einen dreistelligen Millionenumsatz mit der kostenlosen Lieferung von Getränken innerhalb von 120 Minuten nach Bestellung. Im OMR Podcast hört Ihr von CEO Stephen Weich, mit welchen Strategien er Flaschenpost noch größer machen will – und was die Lieferung von Klopapier damit zu tun hat.

2016 gründet Dieter Büchl gemeinsam mit Stephen Weich, Niklas Plath und Christopher Huesmann in Münster Flaschenpost. Die Idee: das nervige Einkaufen und Schleppen von Getränken durch eine kostenlose Lieferung ersetzen. 2018 steigt Stephen Weich zum CEO auf, Ideengeber Büchl wechselt in den Aufsichtsrat. „Wir sind damit gestartet, dass wir der alltägliche Getränkeversorger für jedermann sein wollen“, sagt Weich im aktuellen OMR Podcast. Auch mit Hilfe einer 50-Millionen-Euro-Investition im Jahr 2019 wächst das Unternehmen schnell. Heute arbeiten inklusive Fahrern und Lagerarbeitern 7.000 Menschen für Flaschenpost. Aus 21 Lagerstandorten beliefern sie heute 135 Städte in Deutschland – 100.000 Getränkekisten am Tag.

Die geheime Zutat

„Wir verstehen uns als Logistik- und IT-Unternehmen“, sagt Stephen Weich. „Unsere ‚Secret Sauce‘ ist die Nachfrage-Vorhersage im Algorithmus.“ Nur so funktioniere es, die 100.000 Getränkekisten jeden Tag innerhalb von jeweils 120 Minuten zum Kunden zu bringen. „Zu Stoßzeiten haben wir zwischen sechs und zehn Stopps pro Trip“, erzählt er. Da Lagerarbeiter und Fahrer direkt bei Flaschenpost angestellt seien, führe der Weg in die Profitabilität nur über eine hohe Zahl an Lieferungen mit möglichst wenigen Fahrten.

Und der Erfolg des Modells hänge an der Einhaltung des Lieferversprechens: „Es geht um die operative Exzellenz“, so Stephen Weich. „Am Ende ist es schließlich schwierig, eine Rolle Toilettenpapier oder eine Kiste Wasser zu emotionalisieren.“ Wenn ein Kunde erstmal gewonnen sei, funktioniere Flaschenpost fast wie ein Abo-Service: „Wir sehen ein Subscription-Verhalten bei den Kunden“, sagt der CEO. Kunden würden ähnliche Produkte und Mengen bestellen und so könne das Unternehmen gut vorhersagen, wann die nächste Bestellung eintrudelt. „Wenn wir Kunden verloren haben, dann meist, weil sie umgezogen sind“, sagt Weich selbstbewusst.

Die Beziehung zum Kunden

„Wir erreichen die Endkunden und wir kennen unsere Kunden. Das können die großen Einzelhändler nicht bieten“, sagt der Flaschenpost-CEO. „Wenn man den aktiven Kundenkontakt hat, ist es ja leichter, einen Upsell zu erreichen.“ Deshalb schaue das Unternehmen gerade, welche Produkte es über Getränke hinaus noch verkaufen kann. „Wir haben in der Corona-Zeit gesehen, wie die Nachfrage nach Toilettenpapier durch die Decke gegangen ist und das vom Kunden auch schon gesehen wurde“, so Weich. „Wir haben 2018 auch angefangen, Weihnachtsbäume anzubieten. Das zeigt, dass der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind.“ Vorerst will er aber kein komplettes Supermarkt-Sortiment anbieten. Gestartet wird mit unverderblichen Produkten wie eben Klopapier, Nudeln, Putzmittel und Tiernahrung.

Webseite von Flaschenpost

Die Flaschenpost-Webseite mit aktuellem Bier-Angebot.

Auch die auf Flaschenpost präsenten Marken hätten mittlerweile erkannt, dass aus dem Unternehmen auch eine Plattform werden kann. „Wir wurden am Anfang noch belächelt von der Getränkeindustrie. Jetzt ist es schon so, dass der Kundenzugang immer mehr verstanden wird“, sagt CEO Weich. Partner kämen schon aktiv auf ihn zu, um ihre Produkte auf der Webseite von Flaschenpost prominenter zu platzieren. Er könne sich deshalb gut vorstellen, auch ein Media-Business zu bauen, fast so, wie man es von Amazon kennt: Platzierung gegen Bezahlung. Neben der Internationalisierung und dem Ausbau der Produktpalette dürfte das der nächste Wachstumshebel für Flaschenpost sein.

Wie das Unternehmen an immer neuen Standorten seine Kunden gewinnt, was Weich zum Wettbewerber Durstexpress sagt und ob der Name die Internationalisierung überlebt, hört Ihr im neuen OMR Podcast.

Unsere Podcast-Partner im Überblick:

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Alle Themen des OMR Podcasts mit Stephen Weich in der Übersicht:

  • Kurz zusammengefasst: Was steckt hinter Flaschenpost? (ab 1:47)
  • Wie lief die Gründung 2016 und wie groß ist das Unternehmen jetzt? (ab 5:36)
  • Wie hat Flaschenpost das Wachstum finanziert? (ab 7:49)
  • Wie sieht die Zielgruppe des Unternehmens aus? (ab 8:47)
  • Was kaufen die Kunden vor allem bei Flaschenpost? (ab 13:21)
  • Wie hat sich die Corona-Krise auf das Unternehmen ausgewirkt? (ab 14:39)
  • Erste Lebensmittel gibt es schon im Shop: Plant Flaschenpost auch, neben Getränken weitere Produkte zu verkaufen? (ab 16:14)
  • Wie sieht Stephen Weich den Wettbewerb mit Online-Supermärkten wie Picnic? (ab 17:29)
  • Wie viele Bestellungen gehen bei Flaschenpost pro Tag ein? (ab 20:57)
  • Dr. Oetker hat den Wettbewerber Durstexpress gestartet. Wie blickt Stephen Weich auf die Konkurrenz? (ab 24:03)
  • Der direkte Kundenzugang als große strategische Waffe von Flaschenpost (ab 25:37)
  • Der regionale Ansatz: Über welche Kanäle akquiriert Flaschenpost seine Kunden? (ab 26:40)
  • Plant Stephen Weich einen IPO mit Flaschenpost? (ab 35:25)
  • Wie soll die Internationalisierung ablaufen? Was passiert dann mit dem Namen? (ab 36:43)
  • Wie nehmen die CEOs von Edeka und Rewe das Unternehmen wahr? (ab 38:24)
  • Wie soll sich das Unternehmen in der Zukunft noch entwickeln? (ab 42:35)
  • Wie sieht die Fahrzeugflotte von Flaschenpost aus? (ab 43:49)
  • Bestellen Kunden vor allem über die App oder die Webseite? (ab 44:53)
  • Was ist die ‚Secret Sauce‘ von Flaschenpost? (ab 46:12)
  • Kann Flaschenpost auch eine Plattform werden, wo Marken für bessere Sichtbarkeit bezahlen? (ab 49:13)
  • Würde es für das Unternehmen Sinn machen, eigene Getränkemarken zu besitzen? (ab 52:10)
  • Gibt es ein internationales Vorbild für Flaschenpost? (ab 52:58)

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