Streamer, Boxer, Fußballer, Unternehmer: Content-Tausendsassa Trymacs im OMR Podcast

Torben Lux23.7.2023

Maximilian Stemmler aus Hamburg ist einer der erfolgreichsten Streamer Deutschlands

Trymacs OMR Podcast
Trymacs (l.) und Elias "Eligella" Nehrlich beim Spiel ihrer Fußball-Teams SSV Hardstuck gegen Delay Sports in Hamburg (Screenhot: Youtube-Kanal „Trymacs“).

Sich selber bezeichnet Maximilian Stemmler aka „Trymacs“ in erster Linie als Streamer. Für Außenstehende, die zum ersten Mal seinen Namen googeln, dürfte diese Einschätzung deutlich schwieriger sein. Klar, der 28-Jährige hat 3,4 Millionen Follower auf Twitch. Ganz nebenbei ist er allerdings auch noch Podcast-Host, Streetwear- sowie Pizza-Unternehmer, hat ein Fußball-Team, verkaufte die Lanxess-Arena mit einem Boxkampf-Event aus – die komplette Liste würde hier den Rahmen sprengen. Im OMR Podcast erklärt der Content-Tausendsassa, wie er seit Jahren ein so hohes Pensum bewältigt und welchen Stellenwert die einzelnen Projekte haben.

Die jüngste ganz große mediale Aufmerksamkeit ist erst ein paar Wochen her: Gemeinsam mit seinem Streamer-Kollegen Jens „Knossi“ Knossalla lanciert Trymacs die Pizza-Marke „Happy Slice“. Mit einem Virtual-Kitchen-Konzept eröffnet das Duo quasi über Nacht rund 70 Restaurants. Pizzerien, Bäckereien und andere ausgewählte Lokale backen seitdem die Pizza der beiden Creator, bestellt und geliefert wird über Uber Eats, Lieferando & Co.

Der größte europäische Restaurant-Launch überhaupt sei das gewesen. Und auch mit Blick auf die Anzahl der verkauften Pizzen sei es der größte Launch gewesen, den es jemals in Europa geben hätte. „Da kommen schnell ein paar Hunderttausend Euro Umsatz zusammen, oder?“, will Philipp Westermeyer wissen. Stemmlers Antwort: „Ja, da kommt ordentlich was zusammen, klar.“ Hinter Happy Slice steckt das Berliner Startup Lanch. 

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Dass aus Trymacs, seit seinen Gaming-Anfängen sein Alter Ego in Videospielen, mal einer der größten Streamer des Landes werden sollte, war natürlich nicht sein geplanter Lebensentwurf. Nach dem Abitur wollte er eigentlich eine Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr einschlagen. Weil der Notenschnitt aber nicht mitspielt, entscheidet er sich für ein Studium der Wirtschaftspsychologie.

Parallel macht er seine ersten Gehversuche als Streamer. „Es ging alles mit dem Handyspiel Clash Royale los“, so Trymacs. „Ich war sehr gut. Und zu dem Zeitpunkt hatte der größte internationale Streamer für das Spiel nur 21 Zuschauer.“ Freunde raten ihm, dass doch auch einfach mal auszuprobieren. Anfang 2016 geht es los, das Studium bricht er in der Folge ab. „weil Youtube und Twitch so vielversprechend aussahen“, sagt er. Sein rasantes Wachstum begründet er heute auch mit viel Glück. „Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Erst spiele ich Clash Royale als einer der ersten und das wird zum größten Mobile Game. Dann spiele ich früh Fortnite und das wird das erfolgreichste Spiel überhaupt.“

Die Eventisierung der Streaming-Landschaft

Aus reinen Gaming-Streams und -Videos werden im Laufe der Zeit immer häufiger, auch auf Wunsch seiner Community, Entertainment-lastigere Formate. Große Reichweiten-Erfolge erzielt Trymacs zum Beispiel mit sogenannten Booster-Openings alter Pokémon-Sammelkarten. Es sind dann aber auch zunehmend Offline-Veranstaltungen, die für enorme Aufmerksamkeit sorgen.

Im April 2022 veranstaltet er die „Great Fight Night“ in der Lanxess Arena in Köln. 14.000 Menschen schauen zu, wie sich Creator im Ring messen, auch Trymacs selber kämpft gegen seinen Freund und Mitveranstalter Michael Doleys aka MckyTV. Die Idee sei dabei nur aus seiner Laune entstanden, beim „Rumflaxen“ im Stream. Und ursprünglich sollte der Kampf in der kleinen Kult-Kneipe „Zur Ritze“ in Hamburg stattfinden. „Dann sind immer mehr Sponsoren dazugekommen, das ganze Projekt wurde größer“, sagt Trymacs. „Und am Ende war es der größte Boxkampf in Deutschland, seit Klitschko seine Karriere beendet hat.“

Spaß vor Ertrag

Ein bisschen Klamauk und Entertainment, junge Menschen mit großen Communnitys – all das erinnert ein wenig an das Stefan-Raab-Prinzip. Mit dem legendären TV-Macher soll es Trymacs zufolge sogar hin und wieder rechtliche Auseinandersetzungen gegeben haben. Der vermutlich größte Unterschied zu Raab: Zwingend profitabel sollen die ganzen Events gar nicht sein. „Viele, viele Projekte sind nicht lukrativ. Von zehn Veranstaltungen springt vielleicht noch bei einer was raus“, sagt Trymacs.

Finanziell schlecht geht es ihm deshalb sicherlich nicht. Werbeeinnahmen von Twitch und Youtube, verschiedene Sponsorings, das eigene Streetwear-Label „AMA Studios“, die besagte Pizza „Happy Slice“, das Podcast-Format „Offline + Ehrlich“ mit seinen Creator-Kollegen Varion und unsympathischTV – insgesamt beschreibt er seinen Jahresumsatz mit einem mittleren, einstelligen Millionenbetrag; über zehn Mitarbeitende habe er inzwischen. „Ich habe das Privileg, nur noch das zu machen, worauf ich Bock habe“, so Trymacs.

In der aktuellen Folge des OMR Podcasts spricht Trymacs außerdem offen über die Entwicklung von Amazons Streaming-Plattform Twitch, deren Wettbewerber, seine Vorbildfunktion und die nächsten großen Projekte.

Alle Infos zu ausgewählten Werbepartnern findet Ihr hier.

Happy SliceKnossiLivestreamingPokémonTrymacsTwitchYoutube
Torben Lux
Autor*In
Torben Lux

Torben ist seit Juni 2014 Redakteur bei OMR. Er schreibt Artikel und Newsletter, plant das Bühnenprogramm des OMR Festivals, arbeitet an der "State of the German Internet"-Keynote, betreut den OMR Podcast und vieles mehr.

Alle Artikel von Torben Lux

Ähnliche Artikel

Aktuelle Stories und die wichtigsten News für Marketeers direkt in dein Postfach!
Zeig mir ein Beispiel