Clubhouse Growth Hacks: So gewinnst Du Reichweite und Sichtbarkeit auf der Hype-Plattform

Wenn Gary Vaynerchuk irgendwo spricht, strömen die Leute. Der Unternehmer und Agenturinhaber ist ebenfalls vom Wachstumspotenzial von Clubhouse überzeugt. (Quelle: GaryVee auf Youtube)

Wir geben Euch fünf Tipps & Tricks, um Euren Account zu pushen

Müsste man sich aktuell einen Witz ausdenken, der mit dem Halbsatz „Treffen sich zwei Social Media Manager…“ beginnt, dann müsste an dessen Ende wohl eine Pointe stehen, die sich um Clubhouse dreht. Die Drop-in-Audio-Plattform hat in Deutschland innerhalb der vergangenen zehn Tage eine enorme Aufmerksamkeit auf sich gezogen – erst innerhalb der Online-Marketing-Szene, dann in der größeren Medien- und Politik-Blase. Ein Heer von Glücksrittern versucht deswegen aktuell, auf der Clubhouse-Welle zu reiten. Aber wo sind die besten Surfspots? Wir haben für Euch fünf Hebel zusammengetragen, die an den grundlegenden Mechanismen der Plattform ansetzen.

Clubhouse ist offenbar bereits ein Unicorn

Zwei Millionen Nutzende sollen weltweit in der vergangenen Woche auf Clubhouse aktiv gewesen sein – das schreiben die Betreiber der Plattform selbst vor zwei Tagen in ihrem Blog. Gleichzeitig verkünden sie eine neue Funding-Runde, angeführt vom renommierten Silicon-Valley-VC Andreessen Horowitz. Genaue Zahlen dazu nennt Alpha Exploration, das Betreiberunternehmen von Clubhouse, selbst zwar nicht. Der US-Blog The Information hatte aber bereits einen Tag zuvor berichtet, dass die Bewertung von Clubhouse durch die neue Investitionsrunde auf eine Milliarde US-Dollar steige.

Laut dem US-Medium Axios sollen die Clubhouse-Macher insgesamt 100 Millionen US-Dollar eingesammelt haben. Die neuen Mittel sollen in neue Mitarbeiter, die technische Infrastruktur und die Entwicklung besserer Discovery-Funktionalitäten, aber auch in die auf der Plattform aktiven „Creator“ fließen, so die Gründer. Bald wollen die Clubhouse-Betreiber Funktionen testen, mit denen die Nutzenden der Plattform Geld verdienen können: durch den Verkauf von Tickets oder Abos oder „Tipps“ (Kleinstbetragsspenden).

Kai Diekmann, Thomas Gottschalk und Doro Bär sind schon da

Diese Aussicht dürfte es für viele noch einmals attraktiver machen, sich in dieser Frühphase der Plattform auf Clubhouse eine relevante Reichweite aufzubauen. In Deutschland sind, nachdem die beiden Podcaster Philipp Klöckner und Philipp Glöckler die Clubhouse-Welle in Deutschland losgetreten haben (hier unser Bericht dazu), innerhalb der vergangenen Tage viele deutsche Prominente auf der Plattform aktiv geworden, vermutlich häufig gepusht von einer Armee von PR-Beratern.


Wie aber kann man als „Nichtpromi“ von diesem Hype profitieren und am Wachstum der Plattform partizipieren? Wir haben uns für Euch auf Clubhouse umgesehen, die Mechanismen der App untersucht und nicht zuletzt sehr gut zugehört, wenn erfahrene deutsche Marketingmacher und Growth Hacker Tipps für das Wachstum auf der Plattform gegeben haben. Fünf davon haben wir für Euch zusammengestellt.

Tipp 1: Zieht Promis zu Euch auf die Bühne

Eines der zentralen Elemente, mit denen die Clubhouse-Macher User, die die App bereits installiert haben, wieder auf die Plattform ziehen, sind Push-Benachrichtigungen. Wenn Ihr also einem anderen Nutzenden folgt, bekommt Ihr in der Regel eine Push-Nachricht, wenn diese:r Nutzer:in einen Raum eröffnet oder in einem Raum auf die Bühne geht (und ihr Push-Nachrichten von Clubhouse aktiviert habt).

Wie About-You-Gründer Tarek Müller im OMR Podcast erklärt hat, könnt Ihr diesen Umstand für Euch ausnutzen. Wenn Ihr gerade einen Raum betreibt und Ihr seht, dass ein:e andere:r Nutzer:in mit vielen Followern Euren Raum betreten hat, dann ladet diese Person zu Euch auf die Bühne ein. Nimmt diese Person die Einladung an, erhalten all jene ihrer Follower, die Push-Nachrichten aktiviert haben, eine Benachrichtigung – und Ihr habt Eure potenzielle Reichweite im Idealfall vervielfacht.

Tipp 2: Betretet teilnehmerstarke Räume, in denen User sprechen, die Euch folgen

Clubhouse-Räume werden in der App in drei Ebenen dargestellt: Ganz oben sind die Moderatoren und Speaker auf der Bühne zu sehen. Die unterste Ebene ist das Publikum der „Otto-Normal-User“. Dazwischen gibt es jedoch noch eine zweite Ebene von all jenen Zuhörern im Raum, denen die Moderatoren und Speaker des Raumes folgen. Auch aus diesem Umstand könnt Ihr einen Vorteil ziehen.

Wenn Ihr bemerkt, dass es aktuell einen Raum im Clubhouse gibt, der viele Teilnehmer verzeichnet, und in denen ein:e andere:r Nutzer:in spricht, der/die Dir folgt, dann kann es für Euch von Vorteil sein, diesen Raum zu betreten. Denn im besten Fall werdet Ihr im sichtbaren Bereich des Raumes („above the fold“) angezeigt, was die Wahrscheinlichkeit erhöhen dürfte, dass andere Personen im Raum Euer Profil antippen und Euch folgen.

Vielleicht ist es Euch ja sogar gelungen, Clubhouse-Nutzende als Follower zu gewinnen, die selbst viele Follower verzeichnen. Solltet Ihr eine Push-Nachricht erhalten, dass diese einen Raum eröffnet haben, kann es ratsam sein, diesen Raum schnell zu betreten. Denn vermutlich werden schnell viele Menschen in den Raum strömen – und wenn Ihr zu den ersten Teilnehmern gehört und der/die Moderator:in Euch folgt, werdet Ihr ganz oben angezeigt.

Tipp 3: Nutzt die Ping-Funktion, um Follower in Euren Raum zu ziehen

Natürlich können andere Clubhouse-User Euren Raum im „Hallway“ (der Startseite der App) potenziell selbst entdecken. Und natürlich werden Eure Follower darüber benachrichtigt, wenn Ihr einen Raum startet oder vorterminiert. Aber wenn Ihr wirklich alle Möglichkeiten nutzen möchtet, Zuhörer in Euren Raum zu ziehen, solltet Ihr überlegen, ob Ihr zusätzlich die Ping-Funktion der App nutzt.

Durch das kleine Plus in der rechten unteren Ecke des Bildschirms könnt Ihr als Moderator oder Speaker Eure Follower auf einen Raum aufmerksam machen und in diesen einladen. Klar, übermäßiger Gebrauch der Funktion könnte Eure Follower so sehr nerven, dass sie Euch entfolgen. Insofern ist es vermutlich ratsam, die Funktion dosiert einzusetzen. Am besten ladet Ihr die Follower-stärksten Nutzer unter Euren Followern ein – damit deren Follower im Idealfall eine Push-Benachrichtigung erhalten.

Tipp 4: Eröffnet Folgeräume für erfolgreiche Panels

Immer wieder gibt es auf Clubhouse Räume, die extrem viele Zuhörerinnen und Zuhörer anziehen – in der vergangenen Woche beispielsweise hat eine Diskussion von Frank Thelen mit OMR-Gründer Philipp Westermeyer mehr als 5.000 Menschen in einen Raum gezogen, bis keine weiteren Zuhörer:innen mehr Zutritt erhielten. Ein Tipp von Clubhouse-Pionier Philipp Klöckner (der gemeinsam mit Philipp Glöckler die Clubhouse-Welle in Deutschland losgetreten hat) ist in diesem Zusammenhang die Einrichtung so genannter Folgeräume.

Denn häufig haben viele Zuhörer:innen noch Redebedarf, wenn prominente Speaker einen Raum vielleicht schon wieder geschlossen haben. Zumindest einen Teil dieses Aufmerksamkeitspotenzials lässt sich mit Räumen auffangen, die sich im Titel gezielt auf den vorherigen Raum beziehen. Ein Beispiel sind die wöchentlichen „Clubhouse Townhalls“, in denen die Betreiber der App immer ein Update über den Status Quo geben. Im Anschluss eröffnen andere Nutzende immer eine Diskussionrunde zu den Neuigkeiten, die nicht mit Clubhouse in Verbindung stehen.

Tipp 5: Vergebt Invites an Menschen mit hoher Reichweite auf anderen Plattformen

Aktuell lässt sich nur nach Einladung eines bereits bestehenden „Clubhouse-Mitglieds“ ein neuer Account auf der Plattform einrichten. Habt Ihr neue Mitglieder gewonnen, so werdet Ihr auf deren Profil als Einladender („Nominated by…“) angezeigt. Wie Maximilian Pohlmann, CMO von Wohnklamotte, auf LinkedIn angemerkt hat, lässt sich daraus auch ein Vorteil ziehen.

Denn wem es gelingt, ein neues Clubhouse-Mitglied zu gewinnen, das prominent ist oder zumindest auf anderen Plattformen über eine hohe Reichweite verfügt, der/die könnte von einem potenziellen Follower-Wachstum des neuen Clubhouse-Mitglieds mitprofitieren. Schließlich dürften viele Nutzende, die dem „Star“ folgen, neugierig sein, wer diesen auf die Plattform gebracht hat und das Profil des Einladenden zumindest einmal antippen.

Klar, nicht jeder hat eine:n Prominente:n oder einen Nischen-Social-Star im Adressbuch. Und zugegebenermaßen wird dieser Hebel noch dazu mit zunehmenden Alter und anhaltendem Wachstum der Plattform immer schwerer zu bedienen sein. Aber immerhin gibt es ja aktuell noch keine Android-Version von Clubhouse. Wenn die kommt und reichweitenstarke iOS-Verweigerer Zugang zu Clubhouse erhalten, könnte es sich lohnen, nochmals die eigenen Kontakte im Hinblick auf diese Kriterien durchzugehen.

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