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Rockstars Picks II: Snapchat Arbitrage, Real Madrids Social-Media-Wahnsinn und digitale Gatekeeper im HipHop

Das sind die spannendsten Artikel der letzten Wochen

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Bieten Snapchat-Geofilter Potenzial für Arbitrage-Geschäfte? Eine spannende Idee, die Künstler Matty Mo („The Most Famous Artist“) da hat und die er anhand eines konkreten kleinen Beispiels einmal durchrechnet. Und das ist nur einer von mehreren lesenswerten Artikeln, die wir Euch in den heutigen „Rockstars Picks“ empfehlen.

26,14 US-Dollar – so viel hat Matty Mo (ein Künstler an der Schnittstelle zwischen digitaler und physischer Welt) bezahlt, um für vier Stunden in zwei Straßen in Los Angeles bei Snapchat einen „Branded Geofilter“ einzurichten. Die Teilnehmer des heutigen „Downtown Art Walk“, die in dieser Zeit Snapchat nutzen, können somit in dieser Zeit ihre „Snaps“ mit Matty Mos Geofilter bearbeiten. In einem Post auf Medium spielt der Künstler die Idee durch, dass sich clevere Snapchat-Nutzer mittels Geofilter auf Events große Reichweiten aufbauen könnten, um diese dann später zu einem höheren Preis an werbetreibende Unternehmen verkaufen und somit Arbitrage-Effekte nutzen zu können.

Wenn Real Madrid Verträge mit Sponsoren abschließt, wird auf bis zu 20 Seiten bis ins Kleinste festgelegt, wie die jeweiligen Partner in den Social-Media-Kanälen des Vereins gefeatured werden – das ist ein Info-Bit aus einem Artikel auf Fast Company, der einen tiefen Einblick in die Digitalstrategie des Vereins bietet. Wie der verantwortliche Manager Rafael de los Santos erklärt, ist Social Media für den Verein kein reiner PR- und CRM-Kanal, sondern sollen digitale Inhalte zum „Revenue Generator“ werden. Weil heute theoretisch alle Beteiligten im Sport-Business zum Medienhaus mutieren könnten, wolle der Verein möglichen neuen Wettbewerbern zuvor kommen. Kein Wunder, dass das Digitalteam von Real in zwei Jahren von drei auf 20 Mitarbeiter angewachsen ist.

Hierzulande außerhalb von Szenekreisen kaum bekannt, war das „New Music Cartel“ von etwa 2008 bis 2011 das führende HipHop-Blognetzwerk, dass über Wohl und Wehe eines Künstlers entscheiden konnte. Die Macher nehmen für sich in Anspruch, die Karrieren von heutigen Größen wie Drake, Kendrick Lamar und Wiz Khalifa entscheidend gepusht zu haben. In einem lesenswerten Longread zeichnet das New Yorker Magazin Complex (bei dem heute einige der NMC-Macher angestellt sind) nach, wie sich das NMC, zu dem unter anderem Blogs wie NahRight, OnSmash und 2DopeBoyz gehören, als führende Tastemaker und Gatekeeper in der Rap-Blog-Ära etablierte – und wie mit dem Aufkommen von Social Media und Streaming-Diensten sein Niedergang begann. Spannend zu sehen, was ein paar Wenige mit Willen und einem Plan aufzubauen im Stande waren.

Dass nicht nur große etablierte Plattformen wie Google und Facebook bei der Traffic-Gewinnung nützlich sein können, sondern auch andere „zentralisierte Netzwerke“, ist ein Learning aus einem Artikel von „Growth Marketer“ Ali Mese bei The Next Web. Mese meint, dass auf Plattformen wie Reddit oder Product Hunt ein Upvote gleich 1.000 Besucher wert sein kann. Anhand von eigenen Medium-Posts zeigt er, wie sich diese über Plattformen wie Inbound.org und Hacker News verbreiten und gibt Tipps, wie man zentralisierte Netzwerke für sich nutzen kann. (Kurzer Werbeeinschub: Mehr darüber könnt Ihr auf unserer Konferenz New Platform Advertising lernen…)

Als letztes noch eine kleine Lektion darüber, dass man im Marketing bei Gewinnspielen genau hinschauen sollte… Jerome Jacobsen arbeitete lange Jahre bei Simon Marketing, dem Dienstleister, der für den Druck und die Verbreitung Werbemittel für das jährliche auf Monopoly basierende Gewinnspiel von McDonalds verantwortlich war. Ab 1989 begann Jacobsen damit, die Preise aus dem Spiel Freunden und Bekannten zuzuschustern. Aber nicht nur denen: Im Jahr 1995 bekam ein Krankenhaus in den USA einen anonymen Brief, in dem Gutscheine für Preise im Wert von einer Million US-Dollar enthalten waren. Bis die Sache im Jahr 2000 aufflog, sollen Jacobsen und Komplizen Preise im Wert von 13 Millionen US-Dollar abgezweigt haben. Die ganze Geschichte könnt Ihr bei Mentalfloss nachlesen.

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