Die Pip-Klöckner-Story Teil 2: Warum der SEO-Topstar jetzt in gebrauchte Bagger macht

Philipp "Pip" Klöckner

Teil 2 vom OMR Podcast mit Pip Klöckner: Über Klagen gegen Google, Paul Kalkbrenner und sein neues Projekt

Der erste Teil des Pip-Klöckner-Podcasts hat sehr viele von Euch interessiert und lief richtig gut. Also wollten wir Euch nicht zu lange auf Teil 2 warten lassen. In dem erzählt Pip, wie er mit Ladenzeile Google verklagt hat, was aus seiner Domain-Investition über 1,7 Millionen Euro wurde, und warum er jetzt in ein B2B-Projekt für gebrauchte Bagger und Gabelstapler eingestiegen ist.

Einen kleinen Cliffhanger aus Teil 1 gab es ja: Was ist eigentlich aus dem Domain-Portfolio geworden, das Pip Klöckner sich innerhalb eines Jahres für 1,7 Millionen Euro zusammengekauft hatte? „Es hat mich schnell eingeholt, dass man Domains nicht von der Steuer absetzen kann“, sagt er. Das sei auch der Grund, warum so viele Domainer in den Emiraten oder anderen Steueroasen sitzen. Klöckner habe einen Teil der Investition durch Verkäufe wieder reinbekommen: „Mit dem Verkauf von 20 Prozent der Domains habe ich 50 Prozent der Investition wieder eingenommen“, sagt Klöckner. Wieso er dem DJ Paul Kalkbrenner die Domain pk.de nicht verkaufen wollte, hört Ihr im Podcast.

Mit Ladenzeile in Klage gegen Google eingestiegen

Die wichtigste Frage an einen cleveren SEO wie Philipp Klöckner ist ja: Wie steht es aktuell um Google als Plattform? „Wenn man im Preisvergleichssegment unterwegs ist, ist es seit 2011 extrem schwer, SEO-Traffic zu generieren“, sagt er. Der Panda-Algorithmus habe viele Preissuchmaschinen im Google-Ranking abstürzen lassen – laut Klöckner auch ein positiver Schritt, da solche Seiten in den Top-10-Suchergebnissen zu Produkten überhand genommen hatten. In dieser Phase fing Google aber selbst an, eigene Preisvergleiche über den Suchergebnissen anzuzeigen. „Diese Hybris, zu sagen, dass die Nutzer keine Preissuche wollen, aber gleichzeitig die eigenen schlechteren Produkte darüber zu packen, fanden wir so unfair, dass wir mit Ladenzeile dem Wettbewerbsverfahren gegen Google beigetreten sind“, erzählt Klöckner.

„Ich empfinde das eindeutig als Missbrauch der Marktmacht, weil Google über die Vormachtstellung in der horizontalen Suche alle Verticals darunter killen wird.“ Er rechnet aber nicht damit, dass dieses immer noch laufende Verfahren den geschädigten Preisvergleichen noch nützen wird: „Viele sind ja schon bankrott oder operieren super klein.“ Es sei festgestellt worden, dass es einen Verdacht auf Missbrauch von Marktmacht gebe. Der nächste Schritt wäre eine Strafe, die bis zu zehn Prozent des Geschäftsvolumens von Google sein könnte. All das könnte noch in diesem Jahr passieren. „Es ist aber damit zu rechnen, dass Google gegen die Strafe klagen wird und damit zwei bis drei weitere Jahre ins Land gehen“, sagt Pip Klöckner.

Gebrauchte Bagger als neues Projekt

Bei seinem neuesten Projekt dürfte Klöckner keine Angst vor Konkurrenz durch Google-Produkte haben. Seit März sitzt er als Marketing-Verantwortlicher in der Geschäftsführung von Trademachines. Der Marktplatz für gebrauchte Industriemaschinen wird in der Presse schon als „Google für gebrauchte Bagger“ gefeiert. Er habe sich für ein B2B-Geschäft entschieden, weil seine Lernkurve sich abgeflacht hatte: „Ich habe gemerkt, dass ich immer effizienter wurde. Wenn man ehrlich ist, macht man im Consulting ja so eine Art Knowledge Arbitrage, also ich lerne bei Kunde A und verkaufe das an Kunde B mit weiter.“

Trademachines

Die Webseite von Trademachines

Im B2C-Business kommt es laut Pip Klöckner in den nächsten Jahren noch stärker zu einem Verdrängungswettbewerb – egal ob im Food- oder Fashion-Bereich. Derzeit würden sich Bestellungen insgesamt noch nach online verschieben und jeder Bereich wachsen. Sobald sie saturiert seien, wird es laut Klöckner für jeden Anbieter ab Platz drei im Google-Ranking schwer zu bestehen. Im B2B-Business stelle sich diese Frage nicht: „Es steht ja kein Konsum- sondern ein Invest-Kalkül dahinter. Ich nutze drei oder vier SEO-Tools, weil jedes mir einen Nutzen bringt, der höher als der Preis der Software ist.“ Die Branche ziehe jetzt nach und starte den Weg, den das B2C-Business schon gegangen ist – das ist seine Chance, wirklich etwas zu bewegen: „Je staubiger und rostiger die Märkte sind, desto spannender sind sie.“

Zu Teil 1 der Pip-Klöckner-Story geht es hier.

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Alle Themen vom Podcast mit Pip Klöckner (Teil 2) auf einen Blick:

  • Er schob Wimdu an Airbnb in Sachen Google-Platzierung vorbei und konnte trotzdem nicht gewinnen. Was hat Pip Klöckner aus dieser Zeit gelernt? (ab 2:24)
  • Warum er mit Ladenzeile in das Wettbewerbsverfahren gegen Google eingestiegen ist (ab 4:30)
  • Wie läuft das Verfahren und was könnte Google an Strafe zahlen? (ab 6:35)
  • Wie schätzt Klöckner den geplanten Börsengang von Trivago ein? Würde er Aktien zeichnen? (ab 7:39)
  • Wie wirkt sich TV-Werbung auf das Google-Ranking aus? (ab 8:49)
  • Wieso ist Klöckner nach Jahren als Rocket-Berater wieder operativ in ein Projekt eingestiegen – und was reizt ihn am B2B-Bereich? (ab 9:57)
  • Was ist aus seinem Domain-Portfolio im damaligen Wert von 1,7 Millionen Euro geworden? (ab 18:16)
  • So funktioniert der Domain-Markt heute (ab 21:29)
  • Wie gut funktionieren Affiliate-Projekte heute noch? (ab 23:10)
  • Wie analysiert Klöckner neue Projekte, um in die Beratung zu starten? (ab 26:59)
  • Welche Unternehmen machen derzeit extrem gutes Online Marketing? (ab 32:18)

Die neue Folge vom OMR Podcast mit Pip Klöckner ist ab sofort bei Soundcloud, iTunes (falls die aktuelle Episode noch nicht sichtbar ist, einfach abonnieren) oder per RSS-Feed verfügbar. Ihr könnt uns außerdem auf den Plattformen Stitcher und Deezer finden. Viel Spaß beim Anhören – und vielen Dank für alle positiven Bewertungen.

Glossar:

Sandbox-Projekte: Testprojekte, die mit Ressourcen und Freiheiten ausgestattet sind, um Neues auszuprobieren.

Traffic Spikes: Extreme Ausschläge im Traffic einer Webseite – in diesem Fall nach oben.

Exact-Match-Domain-Bonus: Eine Exact-Match Domain wird in Deutschland meist Keyword-Domain genannt. Sie bezeichnet eine meist exakte Übereinstimmung zwischen Suchanfrage und Domain-Namen. Beispiel: Jemand sucht nach Springseil und die Domain lautet springseil.de – der Betreiber dieser Webseite bekam von Google lange Zeit einen Ranking-Bonus.

BI-Tools: Software, die bei der Datenauswertung und –analyse helfen. Das Ziel: Business Intelligence – also Informationen über das eigene Unternehmen zu sammeln, um Strategien zu entwickeln.

competitive edge: Wettbewerbsvorteil

dropshippen: Drop-Shipping beschreibt im Online-Handel folgenden Vorgang: Ein Shopbetreiber ohne eigenes Lager nimmt eine Bestellung entgegen und leitet diese an den Großhändler weiter. Dieser verschickt die Ware neutral verpackt direkt an den Kunden. Der Kunde zahlt aber beim Shopbetreiber, der sich ein eigenes Lager spart und die Lieferung mit dem Großhändler abrechnet.

Wallet Share: Auch „Share of Wallet“ (SOW) gibt an, wie viel Prozent des Budgets eines Kunden für einen bestimmten Produkt- oder Dienstleistungsbereich ausgegeben wird.

Quick Wins: Profit ohne großen Aufwand

Low Hanging Fruits: Metapher für einfach und schnell zu erledigende Aufgaben

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