Deep Dive in den Maschinenraum: OMR Reviews startet neuen Podcast "Tech Check"
Martin Gardt3.2.2026
Tech-Stacks ungeschminkt: Zum Auftakt des neuen OMR-Formats zeigt Jens Polomski, wie viel Automation ein kleines Team heute wirklich braucht
OMR Reviews bringt Licht in den Software-Dschungel – bisher vor allem über 70.000 Bewertungen auf der Plattform. Mit dem OMR Tech Check startet nun ein neues Format, das noch tiefer geht. Host Marvin Müller, VP Marketing bei OMR Reviews, lädt CEOs, Gründer*innen und Marketing-Profis ein, um über die Werkzeugkästen ihrer Unternehmen zu sprechen.
In der Premierenfolge gewährt Jens Polomski, in der Branche als Jens "PolomsKI" bekannt, unter anderem Einblicke in den Aufbau seines Unternehmens snipKI. Der KI- und Tool-Experte zeigt dabei auf, wie er das "Netflix für AI Learning" mit einem radikal schlanken Tech-Stack steuert und warum er Software heute lieber baut als kauft.
Wer wissen will, wie erfolgreiche Unternehmen heute wachsen, muss sich die Software ansehen, die im Hintergrund die Fäden zieht. Der OMR Tech Check setzt genau hier an. Es geht um echte Einblicke in den Maschinenraum der innovativsten Firmen unserer Zeit. Die erste Folge mit Jens Polomski dient als Blaupause für das, was Hörer*innen in Zukunft erwartet: ein Deep Dive in die Welt der Tools, die Unternehmen wirklich helfen.
Jens Polomski und sein Projekt snipKI
Jens Polomski ist für viele auf Linkedin die erste Anlaufstelle, wenn es um KI-News geht. Doch hinter dem KI-Experten steckt ein Unternehmer, der mit snipKI eine Plattform für KI-Enablement geschaffen hat. Jens versteht Künstliche Intelligenz nicht als theoretisches Konzept, sondern als Werkzeug zur Effizienzsteigerung. "Wir haben so drei Säulen – einmal den Bereich Education und Enablement, wo wir KI-Skills vermitteln. Wie arbeitest du mit Tools? Wie setzt du wirklich Sachen um, anstatt nur theoretisches Blabla?" Woher das Wissen kommt? Jens selbst nutze seine Technologie, um Prozesse abzubilden, für die andere Firmen große Abteilungen benötigen. Er ist überzeugt, dass die Art der Wissensvermittlung sich ändern muss: "Wir zeigen immer einen konkreten Case und wollen damit inspirieren und die Leute weiterbringen."
Die Philosophie des Vibe Codings
Ein Herzstück von Jens’ Arbeitsweise ist das sogenannte Vibe Coding. Statt für jede Anforderung eine fertige Software-Lösung zu abonnieren, nutzt er KI-Coding-Tools, um individuelle Lösungen zu schaffen. "Irgendein AI-Coding-Tool ist auf jeden Fall mit im Stack drin, und damit fühle ich mich unglaublich befähigt, alles zu tun." Er beschreibt im Podcast, wie er Code heute als Sprache nutzt, die er mithilfe von Algorithmen fließend beherrscht, um beispielsweise die Videobearbeitung zu optimieren oder statische Ads zu generieren. "Mein aktueller Favorit ist aktuell NanoBanana Pro , weil: starkes Modell, starke Bildgenerierung und unglaubliche Kreativität." NanoBanana ist das Bilderstellungs-Modell von Google. Im Arbeitsalltag verlässt er sich zudem auf eine gezielte Auswahl an Anwendungen, die er Marvin gegenüber wie folgt zusammenfasst:
- ChatGPT dient als solides Text-Tool für Entwürfe und die tägliche Korrespondenz.
- Freepik, um verschiedene Bild- und Videomodelle zu verbinden und schnell kreativen Output zu erzeugen.
- Google AI Studio und Cursor bilden die technologische Basis für Programmierarbeiten und das Vibe Coding.
Automation als Skalierungshebel im CRM
Damit snipKI trotz eines kleinen Teams global agieren kann, setzt Jens auf radikale Automatisierung durch Tools wie n8n und Make. Die fungieren als Bindeglied zwischen verschiedenen Systemen und übernehmen lästige Routineaufgaben. Ein zentraler Punkt seiner Strategie ist die Nutzung von Hubspot als Single Source of Truth. Für Jens ist es essenziell, dass alle Datenpunkte an einem Ort zusammenlaufen: "Das muss in einem Tool trackbar sein, sonst schaffst du dir Datensilos und dann hast du auch keinen Spaß mehr." Ein weiterer entscheidender Faktor ist die tiefe Integration der Tools in die tägliche Kommunikation über Slack. Jens nutzt dort automatisierte Workflows und spezialisierte Helfer, um den Überblick zu behalten: "Wir haben Slack-Bots, die wir anhauen können wie KI-Mitarbeiter. Das funktioniert erstaunlich gut."
Ein Marketing-Hack für 130.000 Leads
Dass technologische Experimentierfreude auch im Marketing massive Früchte tragen kann, beweist eine Aktion, die Jens Ende letzten Jahres auf Linkedin gestartet hat. Er entwickelte via Vibe Coding ein Tool, das Linkedin-Profile automatisiert in KI-generierte Infografiken verwandelte. Der Erfolg war überwältigend: Innerhalb nur einer Woche wurden über 130.000 Bilder generiert und auf der Plattform geteilt. Jens erinnert sich an den Hype: "Das war auf jeden Fall meine krasseste Marketingaktion bisher." Er gibt jedoch offen zu, dass die virale Welle ihn auch technisch und finanziell forderte, da die variablen Kosten für die KI-Modelle während des Hypes explodiert sind. Dennoch sei der Effekt auf die Brand Awareness unbezahlbar und zementiere seinen Ruf als innovativer Vordenker.
Der Wandel von der Technologie zur Usability
In der professionellen KI-Welt beobachtet Jens eine Verschiebung weg vom bloßen Stauneffekt hin zur tatsächlichen Nutzbarkeit im Alltag. "Die Technologie ist schon sehr, sehr gut, aber die Nutzung ist noch das Problem. Das Verstehen, wo die Limitierungen aber auch die Möglichkeiten sind." Jens betont im Tech-Check-Podcast immer wieder, wie wichtig es ist, hürdenfreie Prozesse zu schaffen, damit KI wirklich Arbeitsschritte abnimmt, anstatt neue Barrieren aufzubauen. Er warnt davor, jedem Trend blind zu folgen: "Es ist ganz wichtig, nicht immer dem Hype zu glauben, sondern zu verstehen, wo die Limitationen sind."
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