Von 30 auf 200 Mitarbeiter in wenigen Monaten: Trade Republic und der Neo-Broker-Boom

Trade Republic Christian Hecker Project A Florian Heinemann Philipp Westermeyer OMR Podcast

Philipp Westermeyer, Florian Heinemann von Project A und Christian Hecker, Gründer von Trade Republic (v.l.).

Gründer Christian Hecker und Florian Heinemann vom Investor Project A im OMR Podcast

Vier Jahre lang haben Christian Hecker, Marco Cancellieri und Thomas Pischke im „Stealth-Modus“ an der Gründung einer neuen Bank gearbeitet. Seit 2019 hat Trade Republic die angepeilte Banklizenz der BaFin, der ganz große Aufschlag folgte dann aber im April 2020: Mitten in der Corona-Krise bekam das Berliner Startup 67 Millionen US-Dollar; angeführt wurde die Series-B-Runde von Peter Thiels Founders Fund. Im OMR Podcast verraten Gründer Hecker und Florian Heinemann von Project A wie der Deal zustande kam, weshalb Neo-Broker derzeit sowohl bei Kunden, als auch bei Investoren gefragt sind – und worauf es beim Marketing für erklärungsbedürftige Finanzprodukte ankommt.

„Wir hatten bis vor kurzem kein Referral-Programm – weil wir es einfach nicht brauchten“, sagt Christian Hecker im Gespräch mit Philipp Westermeyer. Schon Anfang des Jahres habe Trade Republic laut dem Gründer eine Milliarde Euro für Kunden verwaltet. Wie viel mehr Vermögen seitdem über den Neo-Broker in Aktien, ETFs und Sparpläne investiert wurde, will Hecker zwar nicht verraten. „Das ist kräftig weiter gewachsen“, sagt er aber. Und: Die Mitarbeiteranzahl sei in nur wenigen Monaten von 30 auf heute rund 200 gestiegen; die Hälfte davon seien Entwickler und deren Produktmanager.

Die sogenannten Neo-Broker, also Apps, mit denen Endkunden Aktien, ETFs und Derivate handeln können, erleben seit knapp einem Jahr einen enormen Hype. Alleine Robinhood aus den USA hat seit Juli 2019 über 1,6 Milliarden US-Dollar Funding aufnehmen können. In solchen Dimensionen ist Trade Republic zwar noch nicht unterwegs, trotzdem sorgte die von Peter Thiels Founders Fund angeführte Series-B-Runde über 67 Millionen US-Dollar im April dieses Jahres für Aufsehen.

Deshalb sind Neo-Broker wie Trade Republic so gefragt

Schon seit der A-Runde im Juli 2019 mit an Bord ist Florian Heinemann mit dem Frühphaseninvestor Project A. Er beschreibt den Grund für den aktuellen Neo-Broker-Boom und damit auch für den Einstieg des Berliner VCs so: „Wir versuchen natürlich die Themenfelder zu finden, wo du gewisse Rückenwind-Faktoren hast.“ Im Finanzbereich seien das zum Beispiel der demographische Wandel, Negativzinsen und die Inflation. „Vor allem als Frühphaseninvestor ist es wichtig, in Themen zu investieren, die gewisse Sexyness haben; also das Potenzial, Folgeinvestoren zu überzeugen“, so Heinemann weiter.

Obwohl auch im deutschsprachigen Markt mit Anbietern wie Scalable Capital und Bux weitere Player aktiv sind und um Kunden buhlen, macht sich Christian Hecker darum keine Sorgen. „Der größte Feind ist nicht der Wettbewerb, sondern das Sparschwein. Der Markt ist groß genug für mehrere Anbieter“, sagt er. Außerdem seien die regulatorischen und technischen Herausforderungen so hoch, dass ähnliche Produkte nicht so schnell und kaum kosteneffizient nachbaubar seien.

Wie Trade Capital überhaupt mit kostenlosen Sparplänen Geld verdient, welche große Rolle ein Artikel in der FAZ für das Marketing des Unternehmens gespielt hat und wie relevant Bewertungen bei Finanzdienstleistungen sind, hört Ihr in der aktuellen Folge des OMR Podcasts.

Unsere Podcast-Partner im Überblick:

Wenn Euch der OMR Podcast gefällt, haben wir noch eine vermutlich perfekt passende Empfehlung für Euch: die Innovator Sessions vom Magazin „Innovator by The Red Bulletin“, präsentiert von Red Bull. Die Hosts Laura Lewandowski und Flemming Pinck sprechen in dem Podcast-Format mit Gründern und Vordenkern – und fragen sie gezielt nach Learnings und konkreten Tipps. Zu Gast waren bisher unter anderem David Allemann, Gründer der Laufschuhmarke „On“, Triathlet Sebastian Kienle und auch Philipp Westermeyer. Hört einfach mal rein. Überall da, wo es Podcasts gibt.

Das „Überall Office“ kommt! So sagen es unsere Kollegen von Vodafone und haben entsprechend auch das passende Produkt auf den Markt gebracht: One Net Express (ONX). Das Ganze ist eine virtuelle Telefonanlage, mit der Ihr überall immer unter einer Nummer erreichbar seid – egal ob auf dem Smartphone, Festnetztelefon oder dem Laptop. Anrufe lassen sich ohne Unterbrechung entsprechend hin- und herschalten. Damit könnt Ihr Euer Büro also wirklich überall aufschlagen. Klingt gut? Dann einmal zu Vodafone.de/ONX klicken bitte!

Zum Schluss noch ein Hinweis auf die Hamburg Media School. Am 29. und 30 Oktober gibt es dort nämlich zum ersten Mal einen Kurs für digitale Produktentwicklung. Wie entwickelt man Dinge digital? Welche Tools kommen dabei zum Einsatz? Wie setzt man etwas innovativ um? Die Antworten darauf gibt es im interaktiv aufgebauten Online-Kurs. Und als Podcast-Hörer könnt Ihr natürlich etwas Geld sparen: Auf hamburgmediaschool.com/weiterbildung bekommt Ihr zehn Prozent Rabatt.

Alle Themen des Podcasts mit Christian Hecker von Trade Republic und Florian Heinemann von Project A im Überblick:

  • Clarissa Moughrabi, Head of Research bei Axel Springer, über eine neue Studie zur Wirkung von Medien und Medienkanälen (ab 02:20)
  • 67 Millionen US-Dollar konnte Trade Republic in einer von Peter Thiels Founders Fund angeführten Series B-Finanzierungsrunde im April 2020 – also mitten in der Corona-Krise – einsammeln. Wie kam es dazu? Und wie viel ist das Unternehmen heute wert? (ab 06:00)
  • Ab 2015 hat das Gründer-Trio vier Jahre lang im Stealth-Modus gearbeitet, um eine Bank zu gründen (ab 09:20)
  • Wie Christian Hecker vom Philosophie-Studenten zum Investmentbänker bei Merrill Lynch wurde (ab 10:00)
  • Deshalb hat Project A schon früh in Trade Republic investiert (ab 12:15)
  • Wie steht Florian Heinemann zum VC-Trend „Longevity“, also der Verlängerung des Lebens? (ab 14:30)
  • Von 30 auf 200 Mitarbeitern in nur wenigen Monaten: Wie stark profitiert Trade Republic von der Corona-Krise? (ab 18:55)
  • Wie sieht der typische Kunde von Trade Republic aus? (ab 20:55)
  • Wie verdient das Unternehmen Geld? (ab 21:45)
  • So hat erst ein Startup-Projekt einer großen Bank und dann die Sino AG in der Gründungsphase von Trade Republic geholfen (ab 23:00)
  • Wie kam der Kontakt mit dem Founders Fund von Peter Thiel zustande? (ab 28:40)
  • Wo und mit welchen Marketing-Maßnahmen generiert Trade Republic App-Downloads und Kunden? (ab 36:20)
  • Wie hoch sind die Customer Acquisition Costs bei Trade Republic? (ab 44:00)
  • Bux, ein Neo-Broker aus den Niederlanden, hat in Deutschland zuletzt mit Gratis-Aktien geworben. Jetzt hat auch Trade Republic ein Referral-Programm gestartet (ab 45:00)
  • Was unterscheidet das Unternehmen von N26? Und weshalb bietet nicht auch das Unicorn einen Broker an? (ab 47:30)
  • So relevant sind die unterschiedlichen Produkte wie Einzelaktien und ETF-Sparpläne für Trade Republic (ab 49:00)
  • Könnte ein klassisches Testimonial für Trade Republic in Frage kommen? (ab 53:30)
  • Wie viele neue Kunden entstehen im Durchschnitt durch einen bestehenden Kunden? (ab 58:45)
  • So wichtig sind Portale wie Trustpilot für Trade Republic (ab 59:10)
  • Bisher spielt TV-Werbung für Trade Republic keine Rolle. Könnte sich das noch während der Corona-Krise ändern? (ab 1:03:30)
  • In diese Länder will Trade Republic expandieren – und so erleichtert war Christian Hecker, dass die US-App Robinhood die Europa-Pläne vorerst gestoppt hat (ab 1:12:30)

Jetzt diese Artikel lesen