Sven Schmidt im OMR Podcast: Sven und Philipp im Größenwahn und Verknappung als Superpower

Sven Schmidt analysiert zudem den größten Fehler von TeamViewer, wie die Inflation Milliardenbewertungen antreibe und wieso Verknappung so wichtig sei

Der zweite Platz sei in der Plattformökonomie der erste Verlierer, warum TeamViewer auf Microsofts „Raubkopien“-Strategie hätte setzen sollen und wieso das neue deutsche Einhorn Enpal ein Energiekrisen- und Negativ-Zinsen-Gewinner sei – wie gewohnt liefert OMR Podcast-Stammgast Sven Schmidt im Gespräch mit Philipp Westermeyer fundierte Analysen und eine starke Meinungen. Die beiden sprechen zudem darüber, wieso Facebook aus Investorensicht weiter attraktiv erscheine und wie Verknappung ein Weg sein könne, um tradierte Geschäftsmodelle in dem Zeitalter der Plattformökonomie zu positionieren. In anderen Worten: Ein analytischer Deep Dive in die deutsche und internationale Tech-, Startup- und Sport-Szene. Wer diesen Podcast nicht hört, hat die Wirtschaft und das Sport Business nie geliebt.

Der GAFA-Rundumschlag

„Für die Gesellschaft nicht gut, aber für die Facebook-Gesellschafter gut.“ So urteilt OMR Podcast-Stammgast Sven Schmidt über die Steuerquote des US-amerikanischen Tech-Giganten. Wenn man die moralischen Fragen rundum Facebook ausblende, gehe es Facebook trotz des Erfolges von Tik Tok sehr gut. Wer auf die Quartalsberichte schaut, sieht: Die Nutzerzahlen steigen, auch beim „blauen Facebook“. Gleichzeitig nimmt die Monetarisierung pro Nutzer zu. Sven hält Facebook, Google und Amazon im Vergleich zu den meisten anderen Tech-Firmen für fair bewertet.

Teamviewer ohne Netzwerkeffekte

Wie das Beispiel Facebook zeigt, bilden Netzwerkeffekte einen unfassbaren Burggraben, durch den das Geschäft des Tech-Giganten trotz unzähliger Negativkampagnen und Skandale blüht und gedeiht. Doch viele andere Firmen überschätzen ihre eigenen Netzwerkeffekte – so zum Beispiel TeamViewer. Nach einem guten Corona-Jahr ist die Aktie der Fernwartungsspezialisten in den letzten Wochen um mehr als 50 Prozent eingebrochen.

Die Diagnose von Sven Schmidt: Aufgrund überzogener Wachstumserwartungen hätte die Firma mehr investiert, als sie sich eigentlich leisten kann. Jetzt wo dem Wachstum die Puste ausgeht, belasten große Sponsoring-Deals mit Manchester United und der Formel 1 die Marge – ein tödlicher Mix für die Börse. Laut Sven Schmidt war ein entscheidender Fehler der Firma, bei kleinen und neuen Kunden zu früh zu monetarisieren. Mit einem Produkt wie TeamViewer, das nur über geringe Netzwerkeffekte verfüge, müsse man versuchen, zum Synonym der eigenen Branche zu werden – wie Google für Suche.

N26 = Neobank + Robinhood + Coinbase

Natürlich gibt es wieder ein deutsches Einhorn Update – die Neobank N26 ist mit jetzt knapp 10 Milliarden Dollar wieder das höchstbewertete Fintech in Deutschland. Während das neue Einhorn Enpal von den Negativ-Zinsen profitiert, sollte N26 eher darunter leiden. Dennoch hat die Firma vor Kurzem eine neue Finanzierungsrunde bei einer Bewertung von 9 Mrd. Dollar abgeschlossen. Dahinter stecke laut Sven Schmidt eine Vision, die beim britischen Konkurrenten Revolut schon zur Realität wurde. Bei Revolut haben die Kunden nicht nur ein Bankkonto, sondern können auch mit Aktien oder Kryptowährungen handeln.

Suboptimale Monetarisierung von Spiegel Online

Dass die kurzfristige Umsatzoptimierung für Firmen enorm gefährlich sein kann und manche Anbieter in der Plattformökonomie oft nur mit Verknappung gewinnen können, wird im Laufe des Podcasts immer wieder deutlich. Philipp Westermeyer führt als negatives Beispiel Spiegel Online an. Die Plattform hätte laut Philipp das Potential, neben Facebook und Google zu einer eigenen Kategorie im deutschen Digitalmarketing zu werden. Stattdessen lässt Spiegel Online von Drittanbietern Performance Marketing auf der Seite schalten und verkauft sich damit laut Philipp Westermeyer weit unter Wert: „Im Performance Marketing wird Spiegel Online nie mithalten können. Nur mit einer klaren Differenzierung und einer Verknappung der Werbemöglichkeiten kann die Plattform ihr volles Potenzial entfalten!“

Europäische Fussballliga als Antwort auf EPL

Wie eigentlich jedes Mal, wenn Sven zu Gast im OMR Podcast ist, reden die beiden natürlich auch über Fußball. Diesmal geht es um die Frage, ob die Bundesliga sich nach der Premier League als die europäische Nummer zwei etablieren könnte. Sven hat hier eine klare Meinung: „Meine Antwort drauf: Das ist ja nett, die klare Nummer zwei zu sein, dann kriegt man zumindest noch 20 Prozent vom Kuchen ab. Aber im Plattformgeschäft bekommt die Nummer eins meist 80 Prozent vom Kuchen ab.“ Svens Lösungsvorschlag ist eine europäische Fussballliga. Die NFL mache laut Sven und Philipp übrigens vieles richtig – von dem Bereitstellen von kostenlosen Inhalten auf sozialen Medien bis zur Verknappung. So überrascht es nicht, dass Philipp und Sven sich nächstes Jahr das Event Superbowl vor Ort anschauen werden.

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Was machen Menschen mit ihrem Geld? Dieser Frage geht Steven Gätjen im Podcast „Money Money“ nach und spricht mit seinen prominenten Gästen über Investments von Startups über Kryptowährung bis Cannabis.

Alle Themen des OMR Podcasts mit Sven Schmidt im Überblick:

  • Warum Sven Schmidt schon im letzten Podcast gesagt hat, dass Chronext nicht an die Börse gehört und jetzt Recht behält (ab 5:39)
  • Welche strategischen Fehler er TeamViewer-CEO Oliver Steil attestiert (ab 7:40)
  • Wieso TeamViewer sich zu sehr auf die Monetarisierung von Neu- und Kleinstkunden fokussiert hat (ab 10:58)
  • Warum die Aktien der GAFA-Unternehmen komparativ attraktiver sind als viele andere Tech-Aktien (ab 17:38)
  • Über Aktien, die aktuell hohe Inflationsrate und eine Idee, ihr zu entgehen (ab 21:12)
  • Weshalb in den Neo-Banken Revolut und N26 extremes Potenzial steckt (ab 28:00)
  • Warum Schmidt noch immer skeptisch auf das Fast-Delivery-Unicorn Gorillas blickt (ab 32:09)
  • Wieso das neue deutsche Einhorn Enpal ein Energiekrisen- und Negativ-Zinsen-Gewinner ist (ab 33:17)
  • Warum Schmidt glaubt, dass Trusted Shops viel Potential der Marke verschenkt hat (ab 39:20)
  • Wieso Philipp Westermeyer denkt, dass Spiegel Online zur wichtigen Plattform im deutschen Digitalmarketing werden kann (ab 42:52)
  • Welche strategischen Fehler die beiden beim Aufbau von Sport1 beobachtet haben (ab 46:43)
  • Welche Frage Sven Schmidt im kommenden OMR Podcast mit BVB-Chef Hans-Joachim Watzke stellen würde (ab 53:22)
  • Was der Kauf des Premier-League-Clubs Newcastle durch einen saudischen Staatsfonds bedeutet (ab 1:02:57)
  • Weshalb es ein Fehler der 2. Bundesliga ist, das Montagabend-Spiel aufzugeben (ab 1:11:27)
  • Wieso die NFL durch gezielte Verknappung große Umsätze erzielt (ab 1:14:50)
  • Wie Schmidt die Idee einer alle zwei Jahre ausgerichteten Fußball-WM bewertet (ab 1:16:52)