Hidden Champion Digistore24: Eine deutsche Plattform mit achtstelligem Jahresgewinn

Sven Platte (Quelle: Instagram)

Wie Sven Platte & Co. einen Marktplatz für digitale Produkte aufgebaut haben

Wer nicht gerade im Affiliate Marketing tätig ist oder sich schon einmal näher mit dem Verkauf digitaler Infoprodukte beschäftigt hat, kennt Digistore24 vermutlich nicht. Das Unternehmen ist ein waschechter Hidden Champion mit 300 Millionen Euro Außen- und 30 Millionen Euro Innenumsatz. In der neuesten Folge des OMR Podcasts erklärt der Digistore24-Mitgründer Sven Platte das Geschäftsmodell, gibt genaue Einblicke in die Unternehmenszahlen und nimmt Stellung gegenüber Kritik an der Szene.

2013 fängt Sven Platte während seines Zahnmedizinstudiums damit an, ein Buch über erfolgreiches Flirten in digitaler Form übers Internet zu verkaufen. Bei der US-Plattform Clickbank, die die Abwicklung solcher Verkäufe ermöglicht, sei er damals der größte Anbieter im deutschsprachigen Raum gewesen, erzählt Platte im OMR Podcast. Weil die die Bedürfnisse des europäischen Marktes nicht richtig abbildet, beginnt Platte direkt nach dem Studium gemeinsam mit zwei Mitgründern eine Plattform aufzubauen, die deutschen Anbietern das Verkaufen digitaler Produkte erleichtern soll.

Affiliates streichen bis zu 70 Prozent des Verkaufspreises ein

Digistore24 stellt heute den „Vendoren“, wie das Unternehmen die auf der Plattform aktiven Verkäufer nennt, eine umfassende technische Infrastruktur zur Verfügung. Die Anbieter können über den unternehmenseigenen Dienst Oneclickbusiness aus Videos, Bildern und Texten einen eigenen Online-Kurs bauen. „Kurse werden von den Endkunden als viel höherwertiger eingestuft als einzelne PDFs, Soundfiles oder Videos“, so der 39-jährige Sven Platte. Ist der Kurs erst einmal zusammengestellt, ermöglicht Digistore24 nicht nur die gesamte Zahlungsabwicklung, sondern auch noch das Durchführen von Partnerprogrammen.

So können die „Vendoren“ Affiliates anwerben, die für das jeweilige Produkt werben und eine Provision einstreichen, wenn durch sie ein Kauf zustande kommt. Digistore24 liefert die Tracking-Technologie dafür. Die Provisionsraten sind dabei in der Regel deutlich höher als bei Partnerprogrammen für physische Produkte. Nicht selten gehen zwischen 50 bis 70 Prozent des Produktverkaufspreises an die Affiliates. Digistore erhält von jedem Verkauf sieben Prozent Provision plus einen Euro zusätzlich als Entlohnung für die Abwicklung. „Wir sind ein bisschen wie eine Bank – bei uns kommt das gesamte Geld an, und wir verteilen es dann“, sagt Platte.

„Wir mussten schon Produkte entfernen“

Zwischen 30.000 und 40.000 Vendoren (größtenteils Kursanbieter, aber vereinzelt auch Software-Unternehmen) sind auf Digistore24 aktiv. Die Preise für Online-Kurse liegen in der Regel zwischen 50 und 100 Euro. Platte ist sich im Klaren darüber, dass die Branche nicht das beste Image hat – und ihre öffentliche Wahrnehmung von Coaches geprägt ist, die den schnellen Reichtum versprechen, dabei mit teuren Autos posieren (die in Wahrheit nur gemietet sind) und Inhalte ohne die notwendige Substanz liefern.

„Wir mussten auch schon Produkte von der Plattform entfernen“, erklärt der Digistore24-Geschäftsführer. Er halte den Ansatz, 80 Prozent der Ressourcen ins Marketing zu investieren und nur 20 ins Produkt für nicht nachhaltig. In seinen eigenen Info-Produkten, in denen er erklärt, wie man ein eigenes digitales Produkt entwickeln und ein Online-Business aufbauen kann, predige er gegen eine solche Einstellung an. „Meine Idealvorstellung ist, dass alle Vendoren Produkte machen, die die Leute glücklich machen.“

Verzeichnet Digistore24 schon eine neunstellige Bewertung?

Bisher hätten er und seine beiden Mitgründer nicht die Notwendigkeit gesehen, externe Investoren aufzunehmen. Für einen Exit sehe er noch zu viel Potenzial im Markt. So versuche Digistore24 aktuell, stärker im US-amerikanischen Markt Fuß zu fassen.

Aus unternehmerischer Sicht sind bereits die bisherigen Zahlen beeindruckend: Mit 70 Mitarbeitern an mehreren Standorten erwirtschaftet Digistore24 mit allen Sub-Unternehmen einen  Jahresaußenumsatz von 300 Millionen Euro, der Innenumsatz liegt bei ungefähr 30 Millionen Euro. Auf Philipp Westermeyers Schätzung, Digistore24 könnte damit vielleicht schon 250 Millionen Euro wert sein, antwortet Platte: „Vielleicht auch 500 Millionen Euro.“

Welche Vendoren auf Digistore24 gerade durch die Decke gehen, wie es kam, dass Sven Platte in ein Musikstudio investiert hat, in dem u.a. Star-DJ Tiesto produziert, und warum manche Vendoren ihren Affiliates auch 200 Prozent des Verkaufspreises zahlen – das erfahrt Ihr in der neuesten Folge des OMR Podcasts.

Unser Podcast-Partner im Überblick:

Inzwischen Tradition am Anfang des OMR Podcasts: ein kurzer Hinweis auf die Kollegen von Vodafone. Mit „Vodafone Business Prime“ gibt es da aktuell ein Angebot für Geschäftskunden. Für 19 Euro im Monat bekommt Ihr eine 360-Grad-Flat und 15 GB Datenvolumen inklusive. Mit dabei ist sogar ein persönlicher Ansprechpartner. Alle Infos und Details findet Ihr unter vodafone.de/prime.

Zum ersten mit dabei sind die Kollegen der Commerzbank. Die wird im nächste Jahr 150 Jahre alt und hat immer noch wieder gute Ideen. Das Girokonto der Commerzbank beispielsweise ist kostenlos, so lange man es komplett online nutzt. Wenn man das Konto drei Monate lang aktiv nutzt, bekommt man 100 Euro Startguthaben. Und wenn man einen Neukunden empfiehlt, kommen nochmal 100 Euro dazu. Noch dazu soll die Kontoeröffnung extrem schnell und einfach gehen. Probiert’s doch mal aus unter OMR.Commerzbank.de.

Wieder mal mit dabei sind unsere Freunde von Readly, sozusagen das Spotify oder Netflix für Journalismus. Für 9,99 Euro pro Monat bekommt Ihr vollen Zugriff auf tausende nationale und internationale Magazine – von der Computer Bild, Sportbild über den Playboy bis zu Intouch ist garantiert für jeden Geschmack etwas dabei. Wenn Ihr Euch jetzt über readly.com/omr anmeldet, könnt Ihr zwei Wochen lang kostenlos testen und vielleicht sogar (bei Anmeldung vor dem 16.12.) ein Kindle Fire Tablet gewinnen.

Am Ende wie so oft noch ein Hinweis in eigener Sache: Unser neuer OMR Report „SEO Pro“ ist da! Auf insgesamt 156 Seiten haben wir das Thema Suchmaschinenoptmierung noch einmal richtig auf links gedreht. Gemeinsam mit externen Experten steigen wir richtig tief in Technik, On- und Off-Page-Optimierung und Tools ein – inklusive Checklisten, Screencasts, Template und und und. Mit dabei waren zum Beispiel Andre Alpar sowie Magdalena Mues und Matthäus Michalik von Claneo. Noch mehr Infos und den Report selber findet Ihr hier.

Alle Themen des Podcasts mit Sven Platte in der Übersicht:

  • Wer ist der größte Affiliate bei Digistore24? (ab 8:12)
  • Wie viel Umsatz macht Digistore24? (ab 12:29)
  • Wie viele Vendoren sind bei Digistore aktiv? (ab 16:07)
  • Wie viel investieren die Vendoren ins Marketing, wieviel in die Inhalte? (ab 19:39)
  • Warum hat Digistore24 eine Niederlassung in Bulgarien? (ab 22:16)
  • Warum haben sie bislang nicht externes Kapital aufgenommen oder das Unternehmen verkkauft? (ab 26:13)
  • Wer sind die bekanntesten Vendoren auf Digistore24? (ab 27:32)
  • Kann man mit Infoprodukten Millionen umsetzen? (ab 28:29)
  • Wie steht er zu Abzockvorwürfen gegenüber Anbietern von digitalen Infoprodukten? (ab 33:25)
  • Wer sind die aktuellen Shooting Stars auf Digistore24? (ab 37:58)
  • Wie gewinnt Digistore24 Kunden? (ab 38:50)
  • Warum haben die klassischen Affiliate-Netzwerke nicht eine vergleichbare Plattform zu Digistore24 aufgebaut? (ab 43:15)
  • Was ist das am stärksten wachsende Segment auf der Plattform? (ab 47:42)
  • Wie hoch ist die Firmenbewertung von Digistore24? (ab 50:58)
  • Wie kam es, dass Sven Platte ein Musikstudio aufgekauft hat? (ab 52:20)
  • Welche weiteren Side Businesses hat Sven? (ab 59:44)

Viel Spaß beim Anhören – und vielen Dank für jede positive Bewertung!

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