Rocket-Analyse: Nächster Rückzug von der Börse? Sven Schmidt sieht das nicht zwingend so

Rocket Internet

Zuletzt gab es Gerüchte, wonach Oliver Samwer mit Rocket den Rückzug von der Börse plant – was steckt dahinter?

Vor Kurzem berichtete das Manager Magazin, dass Oliver Samwer seine Holding Rocket Internet von der Börse nehmen wolle. Doch macht das wirklich Sinn für das Unternehmen und den Gründer? Stammgast Sven Schmidt analysiert im OMR Podcast, was ein Rückzug von der Börse bedeuten würde, welche Vorteile der mit sich brächte, und welche anderen Wege die Samwers gehen könnten.

„Wenn Oliver Samwer wirklich bereit sein sollte, einen Taking Private zu machen, müsste er 30 Prozent Prämie zahlen“, sagt Sven Schmidt im OMR Podcast. Ein Taking Private beschreibt den Schritt, ein Unternehmen von der Börse zu nehmen – und das kann teuer werden. „Würde Oliver Samwer 32 Euro pro Aktie bieten, müssten mindestens 800 Millionen Euro Wert bei Rocket liegen, die nicht transparent sind. Und trotzdem wäre das erstmal ein Plus-Minus-Nullgeschäft für ihn“, so Schmidt.

Aktuell lägen die Cash-Reserven von Rocket bei 3,1 Milliarden Euro. Zusammen mit einer halben Milliarde Euro durch Anteile an anderen Unternehmen und 300 Millionen Euro ergäben sich 3,9 Milliarden Reserven – so viel ist das Unternehmen aktuell auch an der Börse wert. Ein Rückkauf der Aktien wäre aber noch einmal deutlich teurer.

Langsames Rantasten statt Schnellschuss

Deshalb glaubt Schmidt nicht daran, dass Samwer das Unternehmen auf einen Schlag von der Börse nimmt (wie im Artikel vom Manager Magazin angedeutet). Stattdessen kaufe dieser nach und nach Anteile zurück, damit der letzte Schritt des Taking Private dann nur noch mit wenigen Aktionären auszuhandeln sei. Er sehe aber den Sinn hinter den Überlegungen des Rocket-Gründers. „Bei Rocket passt die Firma, in der Form, in der sie gerade ist, nicht an die Börse“, so Sven Schmidt. „Das Unternehmen entwickelt sich aus meiner Sicht zum persönlichen Family-Office von Oliver Samwer.“ Das ursprüngliche Geschäftsmodell, Plattformen zu entwickeln und darauf Firmen aufzusetzen, funktioniere nicht mehr. Stattdessen investiere Rocket derzeit in börsennotierte Unternehmen, Immobilien und verleihe Geld. „Ich habe schon vor vier Jahren gesagt, dass das Zeitalter der Klone und Inkubatoren zu Ende ist“, sagt Sven Schmidt.

Wie er die Entwicklungen bei Rocket mit denen bei Axel Springer vergleicht, welcher Adtech-Deal ihn gerade beschäftigt und ob Taking Private derzeit ein allgemeiner Trend ist, hört Ihr im neuen OMR Podcast.

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Alle Themen des Podcasts mit Sven Schmidt im Überblick:

  • Wie Philipp die aktuelle News über Rocket (mit ein bisschen Glück) vorhergesehen hat (ab 01:39)
  • Wieso wird darüber diskutiert, dass Rocket Internet von der Börse gehen könnte? (ab 03:31)
  • Warum erwartet Sven Schmidt eigentlich eine andere Entwicklung, als gerade in den Medien zu lesen ist? (ab 04:30)
  • Der Vergleich zwischen dem geplanten Taking Private von Axel Springer mit der aktuellen Entwicklung bei Rocket Internet (ab 06:50)
  • Woher könnte Rocket Internet zusätzliches Kapital für einen Taking Private nehmen? (ab 10:25)
  • These zum Grund für einen möglichen Börsenabgang: Oli Samwer will zukünftige Werttreiber des Unternehmens nicht mit anderen teilen. Kann man das so sehen? (ab 14:59)
  • Warum denken gerade einige Unternehmen – vor allem aus dem Digital-Bereich – über einen Abgang von der Börse nach? (ab 21:14)
  • Gibt es noch weitere Kandidaten, die von der Börse gehen könnten? (ab 27:16)
  • Gerade wurde Applift laut Sven Schmidt “verramscht”. Was ist los im Adtech-Business? Und was hat die Entwicklung der Branche mit Rocket Internet zu tun? (ab 33:06)
  • Ist die Global Fashion Group die Bad Bank der Branche? (ab 37:49)
  • Ist es für das deutsche Digital-Business ein schlechtes Zeichen, dass die Samwers ihr Geld lieber in Immobilien investieren, als in digitale Geschäftsmodelle? (ab 39:33)

Viel Spaß beim Anhören – und vielen Dank für jede positive Bewertung!

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