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Ist dieser Deutsche der erste SEO, der Googles Algorithmus einsehen darf?

Philipp "Pip" Klöckner bei der Podcastaufnahme 2020

Philipp „Pip“ Klöckner (l) bei der Podcast-Aufnahme mit Philipp Westermeyer

Die Search-Legende Pip Klöckner spricht im Podcast über Googles CPC-Problem, Corona-Folgen für SEO und Amazons Wahnsinns-Wachstum

Es wäre ein nie da gewesener Vorgang: Philipp „Pip“ Klöckner könnte im Zuge eines Gerichtsverfahrens Einsicht in den Google-Algorithmus bekommen. Grund genug, den Search-Experten und heutigen Private-Equity-Berater mal wieder in den OMR Podcast zu holen. Hier erzählt er nicht nur von dem Verfahren in Großbritannien, sondern auch von den Auswirkungen der Corona-Krise auf die CPCs von Google – und er prophezeit weitere Wachstumsrekorde bei Amazon.

Pip Klöckner ist schon seit langem einer der wichtigsten Search-Experten in Deutschland. Er war ganz früh bei Idealo dabei und hat bei Rocket Ladenzeile.de mit aufgebaut. Heute berät er Private-Equity-Firmen während des Kauf- oder Investitionsprozesses in andere Unternehmen (zuletzt etwa KKR in Sachen Axel-Springer-Invest). Jetzt sorgt Klöckner auch international für Schlagzeilen. Er könnte als Experte Einsicht in Googles Algorithmus bekommen.

„Es geht um ein Gerichtsverfahren, das seit sieben Jahren läuft – zwischen einem UK-Preisvergleich und Google“, sagt Pip Klöckner im OMR Podcast zu Philipp Westermeyer. „Google hat zwei Zeugenaussagen geschickt, worin sie beschreiben, wie ihre Algorithmen die Webseite behandelt haben. Meine Aufgabe wäre, zu beurteilen, was die Algorithmen genau ausgelöst haben.“ Der Vorwurf des heute nicht mehr operierenden Preisvergleichs Foundem: Google habe ab 2006 eigene Preisvergleichsergebnisse in der Google-Suche über denen von Foundem platziert und so das Geschäft des Unternehmens zerstört. Das Verfahren läuft bereits seit sieben Jahren. „Google hat jetzt die Wahl, die Beweise zurückzuziehen oder Einsicht zu gewähren“, so Klöckner. „Ich gehe aber davon aus, dass ich nicht so viel Neues lernen würde.“

Googles CPC schon länger unter Druck

Das Verfahren dürfte aktuell aber das kleinste Problem von Google sein. „Alle Medien inklusive Search profitieren gerade auf der Traffic-Seite. Gleichzeitig verschlechtert sich die Monetarisierung. CPMs (Tausenderkontaktpreis) und CPCs (Cost-per-Click) fallen auch bei Search“, sagt er. Er rechne in der aktuellen Phase mit 40 bis 45 Prozent geringeren CPCs bei Google und auch Facebook. „Das wird ein sehr schweres Quartal für Google. Das Wachstum wird komplett draufgehen“, so Klöckner. Die morgen vorgestellten Zahlen für das erste Quartal 2020 würden die Corona-Effekte noch nicht zeigen, das zweite Quartal sei hingegen stark betroffen. Die CPCs bestimmen das Geschäft von Google entscheidend, sie beschreiben vor allem die Erlöse, die das Unternehmen durch Klicks auf Ads in seinen Suchergebnissen verdient.

Laut Klöckner sind sinkende CPCs aber kein neues Phänomen für Google. Seit 2012 seien die Zahlen in einigen Quartalen immer mal wieder rückläufig. „Gleichzeitig steigert Google seinen Umsatz pro Quartal um 20 Prozent. Wie schaffen sie das? Durch die Steigerung der Anzeigen-Klicks“, sagt er. Das habe das Unternehmen durch immer mehr Ads und Produkte über den ersten organischen Suchergebnissen erzeugt. In der aktuellen Situation sei aber auch ein Wachstum der Anzeigen-Klicks unwahrscheinlich. „Die Anzahl der kommerziellen Suchen wird wahrscheinlich abgenommen haben“, sagt Klöckner. Aktuell gebe es außerdem viele Unternehmen, die ihre Marketing-Ausgaben drastisch reduziert haben – darunter wichtige Google-Partner wie Booking.com oder Expedia. „Die Zitrone ist einfach ausgequetscht“, so Klöckner. Google bereitet sich mit Marketing-Budget-Kürzungen und einem Einstellungsstopp offenbar schon auf härtere Zeiten vor.

70 Milliarden Dollar Umsatz in einem Quartal?

Ganz anders sehe das Business aktuell für ein anders GAFA-Unternehmen aus. „Für Amazon hat sich gerade der perfekte Sturm zusammengebraut“, sagt er. „Sie scheinen gerade von jeder Folge, die Corona mit sich bringt, zu profitieren.“ Die Warenhäuser scheinen komplett ausgelastet, gleichzeitig spart sich Amazon derzeit Marketing-Ausgaben – Klöckner spricht von eingeplanten 25 Milliarden US-Dollar, die das Unternehmen für 2020 eingeplant habe und derzeit zurückhalte. „Da werden ohne zusätzliche Marketing-Kosten zehn Milliarden Dollar mehr Umsatz generiert – allein im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr“, sagt er. „Sie werden ihr Ergebnis wohl verdreifachen und sich damit anfreunden müssen, Steuern zu zahlen.“

Er rechne mit einem Umsatz von 70 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal 2020 – also genau in dem Quartal, dass wegen der Corona-Krise für viele Unternehmen zum Totalausfall werden könnte. Der Gewinn könne in der Zeit auf zehn Milliarden US-Dollar steigen. „Amazon wird in diesem Jahr weiter Richtung zwei Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung wachsen und Bezos Richtung 200 Milliarden Privatvermögen“, sagt Pip Klöckner. Seine teure Scheidung habe der Amazon-Gründer so also schon längst wieder ausgeglichen.

Welche deutschen Digital-Unternehmen aus Klöckners Sicht derzeit am besten durch die Krise kommen, auf welche Kennzahlen er bei der Beratung von Private-Equity-Unternehmen besonders achtet und welche SEO-Strategien Ihr aktuell nutzen solltet, hört Ihr im aktuellen OMR Podcast.

Unsere Podcast-Partner im Überblick:


Wo könnte man besser auf einen Podcast hinweisen, als in einem Podcast? „Digitale Vorreiter powered by Vodafone“ ist, wie der Name schon sagt, ein Format unserer Freunde aus Düsseldorf. Gastgeber ist OMR-Buddy Christoph Burseg und er hat aktuell Tijen Onaran zu Gast. Als Gründerin von Global Digital Women berät sie DAX-Konzerne im Bereich Inklusion und Digitalisierung. Was sie dabei erlebt, hört Ihr in der aktuellen Folge von Digitale Vorreiter!

Wenn Euer Business aktuell in den eigenen vier Wänden stattfindet, hat Vodafone ein Angebot für Euch: das Homeoffice Paket für Geschäftskunden, das unter anderem sechs Testmonate lang kostenlos Microsoft Office 365 beinhaltet. Oder den Gigacube Flex, die Plug-and-Surf-Lösung, die schnelles Internet dorthin bringt, wo es bislang nicht verfügbar war und nun dringend benötigt wird. Mehr Infos bekommt ihr hier.

Das US-Unternehmen Asana, das Facebook-Co-Gründer Dustin Moskovitz führt, ist aktuell Euer perfekter Begleiter im Homeoffice. Mit Asana könnt Ihr im Team zusammenarbeiten und habt einen zentralen Sammelpunkt für alle Infos und Aufgaben. Große Unternehmen wie Beiersdorf, Viessmann, Red Bull und Delivery Hero nutzen die Software bereits. Und auch wir bei OMR arbeiten mit Asana in den verschiedenen Teams – probiert es hier einfach mal kostenlos aus. Außerdem gibt’s noch eine kleine News: Im Juni werden wir digitale Masterclasses veranstalten (Infos dazu folgen noch). Asana wird mit seiner Masterclass „Anatomie der Arbeit“ genau zeigen, wie digitales Arbeiten heute optimal funktioniert.

Und noch ein Podcast-Tipp. Wir möchten Euch hier wärmstens die „Innovator Sessions“ empfehlen, den Podcast des Magazins Innovator von The Red Bulletin. Nach dem Motto „Lernen von Pionieren“ laden die Hosts Laura Lewandowski und Flemming Pinck zu jeder Folge Personen ein, die ganz konkrete Tipps geben können. Zu Gast waren unter anderem bereits Sebastian Kienle – immerhin einer der besten Triathleten der Welt oder Peter Hart, der mit 30 Jahren schon zwölf Unternehmen gegründet hat. Absolute Hörempfehlung! Überzeugt Euch am besten hier selbst.

Alle Themen des Podcasts mit Pip Klöckner im Überblick:

  • Philipp Westermeyer über seine lange Freundschaft zu Philipp „Pip“ Klöckner (ab 02:23)
  • Was macht Pip Klöckner aktuell genau und welche Unternehmen gehören zu seinen Kunden? (ab 04:02)
  • Thema Corona-Krise: Wie hat sich Search in der aktuellen Phase verändert? (ab 05:23)
  • Gibt es derzeit Chancen im SEO-Bereich? (ab 08:17)
  • CPCs bei Google sind jahrelang gestiegen. Jetzt fallen die CPCs in einigen Quartalen im Vergleich immer wieder. Warum? (ab 11:02)
  • Wie schätzt Pip Klöckner aktuell die Business-Aussichten für Google ein? (ab 15:35)
  • Wie sollten Unternehmen aktuell im SEO-Bereich agieren? (ab 17:24)
  • Zuletzt war auch international von Pip Klöckner zu lesen: Er könnte einer der ersten Externen sein, der Zugang zum Google-Algorithmus bekommt. Was steckt dahinter? (ab 20:54)
  • Warum wurde gerade Pip Klöckner als Experte geladen? (ab 26:25)
  • Wie blickt Pip Klöckner aktuell auf Amazon? (ab 32:47)
  • Amazon streicht in den USA derzeit zum Teil Affiliate-Provisionen zusammen. Welche Folgen hat das für die Branche? (ab 40:34)
  • Welche deutschen Digital-Unternehmen machen Pip Klöckner gerade Spaß? (ab 43:46)
  • Wenn Pip Klöckner als Berater für ein Private-Equity-Unternehmen angeheuert wird: Was sind die wichtigsten Kennzahlen, die er sich bei Firmen anschaut? (ab 46:43)
  • Pip Klöckner spricht immer wieder von „Blended CAC“ (Blended Customer Acquisition Cost). Was steckt dahinter? (ab 50:29)
  • Disney+ und Quibi: Wie stehen die Chancen für die neuen Streaming-Anbieter aus Sicht von Pip Klöckner? (ab 53:40)

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