Jägermeister-Digitalchef: „Wir waren schon immer Marketing-First-Mover“

Felix Jahnen, Head of Global Digital Marketing bei Jägermeister

Felix Jahnen, Head of Global Digital Marketing bei Jägermeister

Felix Jahnen, Head of Global Digital Marketing bei Jägermeister, im OMR Podcast

Die deutsche Traditionsmarke Jägermeister hat in den vergangenen Jahren den Turnaround vom Altherrenschnaps zur hippen Brand geschafft. Das ist heute nur noch mit einer cleveren digitalen Marketing-Strategie zu schaffen – und die plant Felix Jahnen, Head of Global Digital Marketing, bei dem Unternehmen aus Wolfenbüttel. Im OMR Podcast erzählt er, welche Plattformen besonders wichtig sind, um die passende Zielgruppe zu erreichen, wie ein erster Messenger-Bot-Versuch gelaufen ist und warum Jägermeister aus seiner Sicht schon immer First Mover im Marketing war.

„Die Zeit der Eckkneipe ist ja vorbei, die Stammtische sind heute digital und da wollen wir dann auch mitspielen“, sagt Jägermeister-Digitalchef Felix Jahnen im OMR Podcast. Er glaube fest daran, dass Jägermeister auf einer Stufe mit Red Bull und Apple in Sachen Branding stehen könne – die Marke also als Synonym für die ganze Sparte „Kräuterschnaps“ gelte. Das sei aber nur möglich, wenn Jägermeister digital immer neue Sachen ausprobiere und mutig bleibe. Was sicher nicht jeder erwartet von einem Familienunternehmen aus dem niedersächsischen Wolfenbüttel mit etwa 500 Millionen Euro Umsatz und über 600 Mitarbeitern in 108 Ländern.

Die Zielgruppe auf den Plattformen erreichen

Dabei hat Jägermeister ein Problem: „Unser Sales-Modell ist noch sehr klassisch. Verkäufe finden fast ausschließlich in Bars oder im Supermarkt statt, in Sachen E-Commerce gibt es noch viel zu tun“, so Jahnen. Deshalb setze das Unternehmen vor allem auf Branding-Kampagnen, dabei sei die Messung der KPIs die größte Herausforderung. Trotzdem ist Jägermeister bereit für Experimente. Mit dem „Jäm Bot“ startete das Unternehmen Anfang 2017 einen rappenden Messenger Bot. Nutzer konnten mit diesem im Facebook Messenger interagieren und Nachrichten für ihre Freunde erstellen. Die Deutschrapper Eko Fresh und Ali As saßen dabei einen Tag im Studio und rappten die persönlichen Nachrichten ein. Später gab es vorgefertigte Rap-Messages, die die Nutzer verschicken konnten.

„Wir wollten, dass die Leute mit der Marke Jägermeister interagieren“, sagt Jahnen. „Am Ende haben 40.000 Leute den Bot genutzt, vier Millionen haben unseren Video-Teaser dazu gesehen und die Verweildauer im Bot lag bei vier Minuten.“ Dabei seien diese Zahlen nicht das Entscheidende: „Wir gucken uns neue Dinger auch an, um die erste Buzz-Welle mitzunehmen“, so Jahnen. Insgesamt setze Jägermeister vor allem auf die Plattformen Facebook und Instagram, da diese am besten für Branding-Kampagnen für die passende Zielgruppe geeignet seien. Auf Facebook hat das Unternehmen mittlerweile über 5,5 Millionen Fans aus der ganzen Welt bei Instagram seien es laut Jahnen insgesamt über 200.000, wenn man alle einzelnen Länder-Pages zusammenzähle.

First Mover aus Tradition

Felix Jahnen sieht Jägermeister als traditionellen First Mover in Sachen Marketing und verweist gern auf die 70er Jahre: „Jägermeister war damals ja der erste Trikotsponsor für einen Bundesliga-Klub.“ Von der Brust von Eintracht Braunschweig ist die Brand mittlerweile verschwunden und widmet sich vor allem Festivals und Musik-Veranstaltungen – Sport passe nicht zur Marke. Wenn aber der „Platzhirsch“, ein 20 Meter hoher Holzhirsch mit Bar, Dancefloor und DJ-Pult, auf deutschen Festivals auftaucht, dürfte die Brand für ordentlich Aufmerksamkeit sorgen.

Wie Jägermeister Influencer Marketing für sich nutzt, warum das Unternehmen seine Kampagnen vor allem mit Agenturen umsetzt und wo Jahnen am liebsten mal einen Jägermeister trinken würde, hört Ihr im OMR Podcast.

Unsere Podcast-Partner:

Als Podcast-Partner und beim OMR Festival 2018 dabei ist Eyeo. Der Weltmarktführer im Adblocking ist nicht nur für Adblock Plus bekannt, sondern auch für seine Acceptable Ads Initiative. Der haben sich führende Advertiser, Agenturen und Publisher angeschlossen. Schaut’s Euch mal an. Und die Kollegen wollen mit ihrem jüngsten ZukaufFlattr nochmal durchstarten. Eyeo hat den Payment-Service im April 2017 übernommen und will einen weiteren Monetarisierungs-Kanal für Medienanbieter etablieren. Die Kollegen werden ihre Produkte auf ihrem Stand und in einer Masterclass auf dem OMR Festival 2018 auch nochmal genauer vorstellen.

Egal, ob Ihr eine gedruckte Zeitschrift abonniert habt oder nicht: Viele wünschen sich einen Service für Zeitschriften, wie ihn Spotify für Musik und Netflix für Filme und Serien bietet. Hier kommt Readly ins Spiel, die Flatrate für Zeitschriften. Mit Readly könnt Ihr jede Ausgabe von Magazinen wie der Cosmopolitan, Sport Bild oder GQ in einer App lesen – für 9,99 Euro pro Monat. Für alle OMR Podcast-Hörer gibt es einen Testmonat gratis, damit Ihr das Angebot in aller Ruhe ausprobieren könnt. Einfach hier klicken und anmelden.

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Videos in sozialen Netzwerken sind der Reichweitenmotor für viele Brands und Publisher. Wer hier nicht mitspielt, hat den Kampf um die Zielgruppe eigentlich schon verloren. Ihr solltet also spätestens heute über Eure Bewegtbildstrategie nachdenken. Helfen könnte dabei ein Angebot der Hamburg Media School: Die Social Video Academy. Hier erfahrt Ihr alles über Strategie, Planung, Kreation und Produktion von Video-Content bis hin zur Distribution und den dahinter stehenden Geschäftsmodellen. Die nächste Academy startet am 2. März. Hier gibt’s alle Infos.

Alle Themen vom Podcast mit Jägermeister-Digitalchef Felix Jahnen:

  • Wie groß ist Jägermeister als Unternehmen heute? (ab 1:49)
  • Was war Felix Jahnens erster Gedanke, als jemand ihm sagte: „Du bist jetzt Digitalchef bei Jägermeister“? (ab 3:08)
  • Wie misst Jägermeister den Erfolg seiner Digital-Kampagnen – ohne digitale Abverkaufskanäle? (ab 5:42)
  • Wie hoch ist das Digital-Marketing-Budget des Unternehmens? (ab 8:08)
  • Welche Plattform ist die wichtigste für Jägermeister? (ab 8:39)
  • Wieso arbeitet Jägermeister so intensiv mit Agenturen zusammen? (ab 10:19)
  • Marketing-First-Mover Jägermeister. Wo das Familienunternehmen schon in den 70ern Maßstäbe gesetzt hat (ab 11:22)
  • Die Eckkneipe dient langsam aus. Auf welche Zielgruppe konzentriert sich Jägermeister heute? (ab 13:11)
  • Wie ist der Messenger-Bot-Versuch von Jägermeister gelaufen? (ab 16:20)
  • Was macht Jägermeister in Sachen Influencer Marketing? (ab 21:14)
  • Wie unterschiedlich die Marke in Korea und Deutschland wahrgenommen wird (ab 26:36)
  • Wieso sieht Felix Jahnen Jägermeister auf einer Stufe mit Brands wie Apple oder Red Bull? (ab 27:52)
  • Wie ist es heute noch möglich, Alkohol-Brands zu etablieren? (ab 33:05)
  • Wie ist Felix Jahnen an seinen Job bei Jägermeister gekommen? (ab 35:40)
  • Macht Jägermeister noch Sport-Sponsoring? (ab 37:39)
  • Wie groß ist die Brand auf den sozialen Plattformen? Und wie bespielen sie die Reichweite? (ab 38:19)
  • Gibt es auch mal schlechtes Feedback von Leuten, die etwas zu viel Jägermeister am Abend getrunken haben? (ab 40:55)

Wie immer könnt Ihr den aktuellen OMR Podcast bei SoundcloudiTunes (falls die aktuelle Episode noch nicht sichtbar ist, einfach abonnieren) oder per RSS-Feed anhören. Ihr könnt uns außerdem auf den Plattformen Spotify, Stitcher und Deezer finden. Viel Spaß beim Anhören – und vielen Dank für jede positive Bewertung.

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Diskussion auf OMR
  • Robit

    Ich war am Wochenende auf einem Metal-Konzert der Band Accept im Barba Negra Music Pub in Budapest. Der ganze Club war mit Jägermeister gebrandet – hat toll ausgesehen. Das Logo sowie der Slogan „Are you in?“ war auf LED Tafeln zu sehen – und diese haben geflackert – was ich mich dabei gefragt habe – war das Absicht oder ein Fehler im Stromkreis? Wie auch immer, durch das Flackern hat sich die Sache ziemlich in mein Bewusstsein eingebrannt…ob es nun Zufall war oder nicht – es hat funktioniert…und wenn es keiner war – GUT GEMACHT! 🙂
    Und eigentlich war das Pub dann doch noch wie eine Eckkneipe… :)))

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