Fastic-Gründer Ben Bak: Wie der Ex-Lovoo-CEO mit der Fasten-App Millionen umsetzt

Lovoo- und Fastic-Gründer Ben Bak. Quelle: Fastic

Eine Fastenkur im Schwarzwaldhotel bringt Benjamin Bak vor zwei Jahren auf eine App-Idee. Heute zählt sie zehn Millionen Downloads und macht achtstellige Umsätze

Benjamin Bak wuchs in Dresden auf, ist Unternehmensgründer und war schon an mehreren Multi-Millionen-Dollar-Exits beteiligt. Der Bekannteste davon: Die von ihm gegründete Dating-App Lovoo wurde 2017 für rund 58 Millionen Euro von der US-amerikanischen Meet Group gekauft. Ganz so rund lief es für ihn aber nicht immer: Als Mitte 2016 Lovoo des Betrugs verdächtigt wird, muss Bak für eine Woche in Untersuchungshaft. Wie Lovoo die Krise überstanden hat, weshalb Bak für seinen Knastaufenthalt rückblickend dankbar ist und wie ihn ein Schwarzwälder Hotelierssohn darauf gebracht hat, eine Fasten-App zu entwickeln, lest Ihr hier.

2016 gibt es eine Phase in Benjamin Baks Leben, da gerät alles ein wenig aus dem Gleichgewicht. Er ist zu der Zeit Gründer und CEO von Lovoo, einer erfolgreichen Dating-App, die gerade die wohl schwerste Krise ihrer Geschichte hinter sich hat. Das Unternehmen stand im Verdacht, Fake-Accounts für ihre eigene App verwendet zu haben, um so neue Kunden anzulocken. Eine Woche sitzt Ben Bak in U-Haft, drei Monate dauert es, bis das Verfahren eingestellt wird. Die Firma überwindet die Krise, doch Bak findet im stressigen Arbeitsalltag nicht wieder zurück in sein Gleichgewicht. „Ich habe 18 Stunden am Tag gearbeitet, von Montag bis Sonntag, die Ernährung war mir egal und ich habe keinen Sport gemacht“, sagt er im OMR Podcast. Die Folge für den Dresdner Unternehmer: schweres Übergewicht. 120 Kilo habe er zu Spitzenzeiten gewogen.

Von der Fastenkur im Schwarzwald inspiriert

Bak entscheidet sich für eine Fastenkur in einem kleinen Hotel im Schwarzwald. 28 Tage habe er am Stück nichts gegessen, die Auswirkungen auf seinen Körper seien immens gewesen. Die Lebensenergie sei zurückgekommen, er habe sich wieder fokussieren können. „Es half mir nach der Krise wieder back on track zu kommen“, sagt er. Drei Jahre später, da hat Lovoo bereits den 58-Millionen-Euro-Exit an die Meet Group hingelegt, sucht Bak nach einem neuen Community-App-Projekt. Inspiriert von den eigenen Fasten-Erfahrungen, entwickelt er innerhalb von einer Woche gemeinsam mit einem Ingenieur einen ersten App-Prototyp.

„Wir haben von Tag eins Downloads bekommen, Abos wurden abgeschlossen und die App rezensiert – und das obwohl wir nicht einmal stolz waren auf die App“, sagt er. Der Traffic generiert sich zum Teil organisch, zum Teil über Paid Ads auf den klassischen Kanälen wie Facebook und Google. Die Zahlen machen deutlich: Es gibt einen Markt für das Produkt. Nach einer Woche ruft er den Sohn des Schwarzwald-Hotelbesitzers an. Der betreibt zu der Zeit ein kleines E-Commerce-Business. Bak will ihn nach Dresden holen, um gemeinsam an Fastic zu arbeiten. Der kündigt seine Wohnung, nimmt seinen Kumpel mit und kommt am nächsten Tag nach Sachsen.

USA als größter Markt für Verhaltensänderungen

Heute beschäftigt Fastic 35 Leute, die App hat über zehn Millionen Downloads und in Apples App Store und dem Google-Play-Store kommt sie zusammen auf über 240.000 Rezensionen. Und Bak konzentriert sich nicht nur auf den deutschen Markt. In sechs Sprachen ist die App bereits verfügbar. Der größte Markt sei aktuell die USA, hierauf liege auch in Zukunft der Fokus. „In den USA gibt es viel mehr Probleme, was das Essverhalten angeht. Der Zuckerkonsum und die Diabetesrate sind extrem hoch“. Bak schwärmt von dem positiven Impact auf das amerikanische Gesundheitssystem, würden nur zehn Prozent aller Amerikaner regelmäßig fasten.

Die App liefert den Benutzern einen individuellen Fastenplan, misst Schritte- und Wasserzufuhr, liefert Rezepte und erstellt Statistiken zum eigenen Fortschritt. Sie finanziert sich über ein Freemium-Modell: Grundlegende Funktionen, wie der Fastenplan, sind für alle verfügbar, personalisierter Content wie individuelle Statistiken und Beratung nur für Subscriber verfügbar – also zahlende Kunden. Dass viele neue Nutzer über Word-of-Mouth und Einladungen akquiriert würden, liege vor allem daran, dass der Gratis-Bereich extrem groß sei, so Bak. Einen „goldenen Kanal“ fürs Online Marketing sieht Bak nicht, er setze auf ein Team, das Erfahrung in der richtigen Aussteuerung der einzelnen Marketing-Channel mitbringt. Fasten sieht Bak nicht als ein kurzfristiges Commitment, sondern einen lang anhaltenden Wandel im Lifestyle, daher befürchte er auch keinen zu kleinen Customer Lifetime Value. Die Kunden sollen zumindest phasenweise immer wieder zurückkehren zur App. Um die Expertise und das eigene Netzwerk auszubauen und das Team weiterzuentwickeln, hat sich das Team um Bak übrigens mehrere Business-Angels ins Boot geholt, darunter Trivago-Gründer Rolf Schrömgens, Tier-Gründer Lawrence Leuschner, Investor Jan Beckers und Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner.

Wenn ihr außerdem erfahren wollt, wie es dazu kam, dass Bak im Verdacht des gewerbsmäßigen Betrugs stand, wie es für ihn war, mit Verbrechern aller Couleur in U-Haft zu sein und wie die vielen Rezensionen von Fastic im App-Store zustande kommen, dann hört euch den neuesten OMR Podcast an.

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Alle Themen des Podcasts mit Ben Bak im Überblick:

  • Wie Ben Bak als Schüler eine Online-Community gründete (ab 5:30)
  • Wie sich die Idee einer Dating-App entwickelte (ab 08:00)
  • Der Exit von Lovoo (ab 10:00)
  • Über die Vorwürfe gegenüber Lovoo und wie es zu seiner U-Haft kam (ab 11:00)
  • Warum er dankbar für die Erfahrung ist und was sich rückblickend verändert hat (ab 16:00).
  • Ob er es bereut, Lovoo nicht größer aufgezogen zu haben (ab 17:20)
  • Die Krise von Lovooo und das Wegbrechen der Werbekunden (ab 19:30)
  • Die Erfolgsfaktoren von Ben Bak (ab 23:50)
  • Die Gründung seines Startup-Studios (ab 29:10)
  • Wie Baks Gewichtszunahme zur Gründung von Fastic geführt hat (ab 31:00)
  • Wie sich die App vom ersten Tag an entwickelt hat (ab 38:20)
  • Der Status Quo bei Fastic (ab 40:50)
  • Das Finanzierungs-Modell von Fastic (ab 42:20)
  • Über den Umsatz, die Investoren und die Vision der Co-Gründer (ab 45:00)
  • Über die Konkurrenz und das Marketing-Konzept (ab 49:30)
  • Warum sich beim Fasten eine hohe Customer Lifetime Value generiert (ab 54:00)
  • Die Multichannel-Marketing-Strategie von Fastic (ab 57:30)
  • Die USA als größter Markt der App und wie das Produkt weiterentwickelt werden soll (ab 58 :40)
  • Wie die hohe Rezensionsrate zustande kommt und die Rolle des App Stores (ab 01:02:30)
  • Philipp Westermeyers Fasten-Erfahrung und warum er seine Strategie ändern sollte (ab 01:05:40)
  • Das Ohne Aktien wird Schwer Podcast Sample (ab 01:12:00)
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