Zur Neufund-Debatte: Ein Gastbeitrag von OMR-Podcast-Stammgast Sven Schmidt

Sven Schmidt Maschinensucher OMR Podcast

Sven Schmidt

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Den kompletten Gastbeitrag lest Ihr bei FinanceFWD

In der vergangenen Woche wurde der (mittlerweile gelöschte) FinanceFWD-Podcast von Sven Schmidt zum Thema Crowd-Investing mit Fokus auf das Berliner Startup Neufund in der Branche heftig diskutiert. Nachdem sich Frank Thelen in diversen Interviews (t3n / Deutsche Startups) geäußert hat, bezieht Sven Schmidt nun Stellung.

Warum wurde der FinanceFWD Podcast gelöscht?

Zusammen mit OMR-Gründer Philipp Westermeyer und Felix Disselhoff, dem Chefredakteur von FinanceFWD, habe ich einen Podcast zu Crowd-Investing im Allgemeinen und zum Berliner Start-Up Neufund im Speziellen aufgenommen. Dieser Podcast ist am 2. August 2018 veröffentlicht worden. Im Podcast habe ich die Zweitwährung von Neufund mit dem Namen Neumark (bzw. NEU) und die Bewerbung dieser durch den Risikokapitalgeber Frank Thelen, der über seine Firma Freigeist Capital am Neufund Betreiber Fifth Force GmbH beteiligt ist, als Schneeballsystem bezeichnet.

Mir ist danach klar geworden, dass diese Bezeichnung missinterpretiert werden kann. Das Störgefühl von Frank Thelen konnte und kann ich nachvollziehen. Daher habe ich einem Gespräch mit Frank Thelen am Montag, dem 6. August 2018, zugestimmt. Es ist vereinbart worden, dann den Podcast sowie den Begleitartikel offline zu nehmen.

Frank Thelen hat sich dem Gespräch gestellt, das verdient meinen Respekt. In dem Gespräch wurden jedoch Behauptungen mich betreffend in den Raum gestellt, die faktisch nicht stimmen. Ich habe deshalb darum gebeten, diese Punkte in einem Nachtrag zu dem Podcast zu klären. Betreffend des Nachtrags gab es keine Einigung. Dementsprechend wurde das Gespräch nicht als Podcast veröffentlicht. Da Philipp und ich zu unserem Wort stehen, wurde der alte Podcast dennoch einvernehmlich offline genommen.

Zu den Aussagen des Podcasts stehe ich – mit Ausnahme des verwandten Begriffs Schneeballsystem – vollumfänglich. Meine Ansichten sind in dem gemeinsamen Gespräch, das primär unterschiedliche Perspektiven aufgezeigt hat, nicht widerlegt worden.

Ich ging davon aus, dass das Thema damit erledigt sei. Gründerszene hat jedoch einen Facebook-Post von Lieferando-Gründer Christoph Gerber zum Anlass genommen, einen von Gründerszene selbst als „Popcorn“ klassifizierten Artikel zu der Thematik zu veröffentlichen. Insbesondere in der ersten Version des Artikels hat der Autor meine Argumentation und meines Erachtens nach die Funktionsweise von Neufund falsch widergegeben. Als Folge hat Frank Thelen auf t3n sowie Deutsche Startups Interviews zu der Thematik gegeben. Dementsprechend möchte ich die Gelegenheit nutzen, meine Perspektive zu Crowd-Investing sowie Neufund zu erläutern. Der alte Podcast hat primär Crowd-Investing – unabhängig von Neufund – kritisch hinterfragt.

Philipp und ich haben Frank Thelen zudem einen Podcast mit klaren Regeln (maximal 2 Minuten pro Erstantwort, maximal 1 Minute pro Zweitantwort, keine persönlichen Angriffe, keine polarisierenden Aussagen & „Fact Checking“ durch die OMR Redaktion), die für Frank Thelen und mich gleichermaßen gelten, angeboten. Frank Thelen erwägt, den Podcast nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub zu machen.

Neufund löst nicht das grundlegende Problem des Crowd-Investings

Meines Erachtens nach führen beim Crowd-Investing adverse Selektion, problematische Ausgestaltung der Anreizsysteme sowie mangelnde Transparenz zu suboptimalen Renditen für die Anleger. Zudem vertrete ich die Ansicht, dass die meisten Anleger die partiell komplexen Konstruktionen und damit die zugrundeliegenden Chancen-Risiko Verhältnisse nicht verstehen.

Neufund differenziert sich gegenüber Companisto ausschließlich durch die Handelbarkeit der Anteile auf der Blockchain sowie eine Zweitwährung. Beide Punkte heilen nicht die Probleme des Crowd-Investings. Die Nicht-Handelbarkeit von Anteilen in der Frühphase ist ein „Feature“ und kein „Bug.“ Daher ist sie aus gutem Grund von fast allen Frühphasenfirmen nicht erwünscht und vergrößert somit das Problem der adversen Selektion. Die Zweitwährung ist für eine Crowd-Investing Plattform (oder eine Börse) nicht notwendig. Und immer wenn etwas nicht notwendig ist, muss man sich fragen: Zu wessen Vorteil ist es eingeführt worden?

Das komplette Statement von OMR-Podcast-Stammgast Sven Schmidt lest Ihr ab jetzt bei den Kollegen von FinanceFWD.

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