Der 69-Millionen-Dollar-Masterplan des NFT-Impresarios

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Nach dem Goldrausch kommt das Geschäft: OMR erklärt, wie der Investor Vignesh Sundaresan mit irren Kunstkäufen und smartem Marketing die Krypto-Ökonomie auf die nächste Stufe heben will

Der NFT-Hype ebbt ab, was ein gutes Zeichen ist. Nach dem Goldrausch kommt nun die Phase, in der das Krypto-Ökosystem reifen kann. Eines der zentralen Themen ist die Frage, wie man NFTs konsumiert und mit ihnen jenseits von Spekulation Geld verdient. Diese Evolutionsstufe will der Krypto-Investor Vignesh Sundaresan maßgeblich mitgestalten. Wem der Name nichts sagt: Das ist der Typ, der neulich für mehr als 69 Millionen Dollar bei Christie’s ein digitales Kunstwerk ersteigert hat. Für OMR habe ich mit Sundaresans Partner und Chefstratege Anand Venkateswaran gesprochen. Der hat mir erklärt, warum es wichtig war, so eine irre Summe für ein einzelnes NFT zu bezahlen, wie Sundaresan seine Kunstsammlung vermarkten will und weshalb es für den Investor auch okay wäre, sollten seine NFTs am Ende doch komplett wertlos sein.

Sie nannten ihn den „Endgegner“

Sundaresan ist mir Ende 2020 zum ersten Mal begegnet. Allerdings nicht unter seinem richtigen Namen, sondern als „der Endgegner“. So wurde er in einer deutschsprachigen Telegram-Gruppe genannt, in der sich Spieler des Fantasy-Football-Games Sorare austauschen und in der ich mich zwecks Recherche zu einem Artikel über NFT-Collectibles herumtrieb. Seinen Titel hatte Sundaresan sich dort verdient, indem er über Wochen bei jeder Auktion seltener Spielerkarten alle anderen überboten hatte.

Bei Sorare war der indische Krypto-Investor, der mittlerweile in Singapur lebt, nicht unter seinem echten Namen unterwegs. Er benutzte das Pseudonym Mr. Karrupu. Ich wollte mehr über ihn herausfinden und stieß erst auf einen weiteren Alias, Metakovan, dann auf eine Übersicht der mehr als 2.000 NFT-Assets, die Sundaresan über seinen Krypto-Fonds „Metapurse“ zu diesem Zeitpunkt hielt.

Das Portfolio war eine wirre Mischung aus Sorare-Karten, einem virtuellen Rennauto, digitaler Kunst und sehr viel Landbesitz bei Cryptovoxels, Decentraland und Somnium Space – sogenannten Metaversen. Ich wollte wissen, welchen Plan der offensichtlich wohlhabende Mensch verfolgt, der sich dieses NFT-Sammelsurium zusammengekauft hatte. Doch meine Anfragen blieben zunächst unbeantwortet.

Zukunft des Museums oder Kaffeefahrt für Kunst?

Anfang dieses Jahres tauchte Metakovan dann erneut in meiner Timeline auf. Sein Fonds Metapurse habe für 2,2 Millionen Dollar zehn Bilder des Künstlers Beeple erworben, dafür virtuelle Museen in drei Metaversen errichtet und das Eigentum am Gesamtpaket tokenisert. Das heißt, der Besitz der Werke samt zugehöriger Ausstellungsinfrastruktur wurde in zehn Millionen Einheiten einer eigenen Kryptowährung namens B.20 aufgeteilt. Von der wurde ein Teil im Rahmen des „ersten virtuellen Kunstfestivals“ Metapalooza verkauft. Mittlerweile wird sie auf einigen Krypto-Börsen gehandelt. Kunst-Experten blickten skeptisch auf Metakovans Metapalooza. Mancher empfand das Event im Minecraft-Look weniger als Vorgeschmack auf das Museum der Zukunft, denn als Verkaufsshow für B.20-Token.

Wieder ein paar Wochen später wurde klar, dass Metakovan der Käufer eines weiteren Beeple-Werks war. Es handelte sich um „Everydays: The First 5000 Days“, eine Collage aus Bildern, die der Digitalkünstler täglich über den Zeitraum von mehr als 13 Jahren angefertigt hat. Das Mammutwerk wurde als erstes NFT beim angesehenen Auktionshaus Christie’s versteigert und erzielte mit 69 Millionen US-Dollar den aktuell mit Abstand höchsten Preis für ein NFT. Der Hype erlebte damit seinen Höhepunkt, das Thema NFT erreichte den Mainstream, und die gesamte Kunstwelt fragte sich: Wer gibt so eine Summe dafür aus, dass er am Ende als Besitzer eines Kunstwerks gilt, das jeder im Netz kostenlos betrachten kann?

Die Enthüllung der Identität des Sammlers

Nachdem die Tech-Journalistin Amy Castor recherchiert hatte, dass es sich bei Metakovan um Sundaresan handeln muss, legten dieser und sein Partner Venkateswaran alias Twobadour ihre Identität selbst offen. Dies geschah auch, weil Castor auf einige Ungereimtheiten im Zusammenhang mit Sundaresans erster Firma, der Krypto-Tauschbörse Coins-e, gestoßen war. Kunden hatten sich über verschwundene Doge-Coins beklagt – Sundaresan will die Firma zum fraglichen Zeitpunkt bereits verkauft haben.

Dem Bedürfnis, die Hoheit über die eigene Erzählung zurück zu erlangen, habe ich es wohl auch zu verdanken, dass ich Mitte März eine Mail mit dem Absender Twobadour in meinem Posteingang hatte. Mein Thema ist nicht, Sundaresans Vergangenheit zu überprüfen (laut seinem Partner sollen Dokumente, die den Verkauf belegen, auf der Website des Investors einsehbar sein, wo ich sie allerdings nicht habe finden können), sondern die Klärung der Motivation, annähernd 70 Millionen Dollar seines Vermögens in ein paar Pixel zu investieren.

Geld allein garantiert keinen NFT-Fame mehr

„Es ist jetzt keine Neuigkeit mehr, viel Geld für NFTs auszugeben. Es ist nicht mehr das Einzige, das einem einen Platz in dieser neuen Welt garantiert. Man muss etwas anderes entwickeln, neue Ideen einbringen“, sagt Venkateswaran. Das Ökosystem vorantreiben – das sei, worum es Metakovan gehe. Buzz auf das Thema NFT lenken und Experimente wagen. Das tut der Sammler mit großer Konsequenz. 2019 kaufte er für den damals beinahe aberwitzig erscheinenden Rekordbetrag von 110.000 Dollar ein Auto-NFT des Krypto-Rennspiels F1 Delta Time. In seinem Besitz befindet sich „The First Supper“, ein digitale Variante des Abendmahl-Motivs, das kollaborativ von einem Dutzend Künstler*innen erstellt wurde und fortwährend verändert werden kann. Dann gibt es noch die um jeden Preis aufgebaute Sammlung Hunderter Sorare-Karten. Im November des vergangenen Jahres folgte die Publikation einer Bewertung von Metakovans zu dem Zeitpunkt 9.000 Ether schweren Portfolios, schon damals mehr als vier Millionen US-Dollar wert. Im Verbund mit dem erratischen Pseudonym schafften diese Aktivitäten jede Menge Aufmerksamkeit für den Investor und das Thema NFT.

Avatare und Pixel statt Art-Crowd und Prosecco: So sah das virtuelle Kunst-Festival Metapalooza aus

Avatare und Pixel statt Art-Crowd und Prosecco: So sah das virtuelle Kunst-Festival Metapalooza aus (Screenshot: Metapurse)

Anfang 2021 gingen Metakovan und Twobadour einen entscheidenden Schritt weiter als nur eines Tages in der Rückschau möglicherweise relevante NFTs zusammenzuraffen. Sie erwarben zehn Bilder von Beeple alias Mark Winkelmann. Der US-Künstler ist ein Pionier der digitalen Kunst und wurde etwa durch seine Zusammenarbeit mit Fashion-Labels auch außerhalb der nerdigen Avantgarde-Szene bekannt. Dass Metakovan mit 2,2 Millionen Dollar erneut einen Aufsehen erregenden Preis zahlte, war eher unbeabsichtigt. „Es ging um etwas Herausragendes“, sagt Venkateswaran, „ein Künstler wie Beeple schien uns dafür ideal.“ Darum hätten sie ihr ursprünglich auf 200.000 Dollar kalkuliertes Budget verzehnfacht. Weitere 500.000 Dollar seien in die Erschaffung der virtuellen Ausstellungsräume und die technische Infrastruktur des „B.20“ getauften Projekts geflossen. Der vor Kurzem ebenfalls durch einen NFT-Rekord-Sale aufgefallene DJ 3Lau wurde engagiert, um einen Hintergrund-Sound für das Museum zu kreieren.

Fractional Ownership eines Gesamtkunstwerks

Kern von B.20 war allerdings die bereits erwähnte Tokenisierung der gebündelten Assets. „B.20 war unser erstes Experiment in diese Richtung“, sagt Venkateswaran. Ziel war es, die Akzeptanz der Idee von Fractional Ownership im Bereich digitaler Kunst zu testen. Nicht im Bezug auf ein einzelnes Werk, das hätten andere schon vorher versucht, sondern als eine Art komplexes Gesamtkunstwerk. Wenn man so will ging es Metakovan und Twobadour darum, den Leuten nicht mehr nur im Museumsshop eine Van-Gogh-Tasse zu verkaufen, sondern einen Teil des echten Van-Goghs samt Museum drumherum. Das habe laut Venkateswaran auch gut geklappt; mittlerweile besäßen 5.500 Menschen B.20-Token.

Und genau daran stoßen sich die Tech-Journalistin Castor und einige NFT-Kritiker. Sie wittern in der Tokensierung nichts als einen smarten Weg, das Investment zu refinanzieren. Tatsächlich konnte einen guten Schnitt machen, wer früh in B.20 eingestiegen war oder – wie Metakovan und alle anderen, die an der Entstehung des Projekts mitgewirkt haben – von Anfang an Tokens besaß. Der B.20-Kurs schoss von zunächst 36 US-Cent durch die Christie’s-Auktion befeuert im März auf kurzzeitig bis zu 23 Dollar, wie Castor in ihrem Artikel vorrechnet.

Venkateswaran kontert diese Kritik mit dem Verweis auf den Zeitpunkt, als Metakovan begonnen hat, viel Geld in NFTs zu stecken. Der Hype habe sich damals noch nicht abgezeichnet. Den ebenfalls im Raum stehenden Verdacht, der Künstler selbst habe sich auf ein abgekartetes Spiel eingelassen, weil er zwei Prozent aller B.20-Token besitzt, wehrt Venkateswaran ebenfalls ab. Es sei in der Krypto-Community üblich, an Projekten Beteiligten Coins zukommen zu lassen. Die Übertragung von B.20 an Beeple sei in diesem Sinne als eine „Geste“ gedacht und nicht abgesprochenen gewesen.

Der Ursprung der Sammlung

Tatsächlich lässt der lange Vorlauf des Projekts erahnen, dass eine Option zum Cash-out – zumindest in den Ursprüngen – eher eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Im Jahr 2017 habe Metakovan erstmals von Decentraland gehört, einer Virtual-Reality-Plattform auf Basis der Ethereum-Blockchain, in der User Inhalte und Anwendungen erstellen und monetarisieren, sowie digitalen Grund und Boden besitzen können. „An diesem Punkt hat die Sammlung ihren Ursprung“, sagt Venkateswaran.

Neben NFT-Kunst investiert Sundaresan auch in Infrastruktur-Projekte und Marktplätze wie Superrare. Auf seinem Account dort liegt ein Bild, das zum Avatar seines Alias Metakovan wurde

Neben NFT-Kunst investiert Sundaresan auch in Infrastruktur-Projekte und Marktplätze wie Superrare. Auf seinem Account dort liegt ein Bild, das zum Avatar seines Alias Metakovan wurde (Screenshot: OMR)

Auch ein Blick auf die Investments, die Sundaresan abseits von Kunst und Fußballer-Sammelkarten tätigt, spricht nicht unbedingt dafür, dass er dem schnellen Geld nachspürt. Sein Partner sei unter anderem in Flow investiert, die Blockchain, auf der unter anderem das rasend erfolgreiche NFT-Game „NBA Top-Shots“ läuft, sowie in in Polkadot, einer Blockchain-basierten Infrastruktur für die nächste Generation des Internets, so Venkateswaran. Außerdem halte Sundaresan Anteile an den NFT-Marktplätzen Async Art und Superrare sowie der NFT-Plattform Growyourbase.co.

Der Investor agiert wie ein Hai

Sundaresan steckt sein Geld also in Krypto-Projekte mit ungewissen Erfolgsaussichten. Dort, wo großen Risiken die Aussicht auf exponentielle Gewinne entgegensteht. Im Grunde verhalte sich sein Partner wie ein Hai, sagt Venkateswaran. „Wenn du aufhörst zu schwimmen, dann sinkst du. Das ist seine Einstellung.“ Sundaresans Ansatz als Investor ziele auf eine Vervielfachung des Einsatzes – nicht auf die Vermehrung von Geld. Denn: „Wenn du NFTs mit so einem Mindset angehst, wirst nie wirkliches Geld verdienen“, sagt Venkateswaran. „Dann endest du dabei, heute ein Kunstwerk zu kaufen, um es morgen zu einem höheren Preis wieder loszuschlagen.“ Anders formuliert: Kunsthändler träumen nicht von exponentiellem Wachstum.

Im Traum eines Krypto-Investors dagegen erscheint der aktuelle NFT-Hype allenfalls als ein zaghaftes Zucken vor dem eigentlichen Boom. „Der Kauf von NFTs ist nur die erste Phase“, sagt Venkateswaran. „Die große Explosion kommt, wenn wir herausgefunden haben, wie wir sie konsumierbar machen.“ Eine noch wichtigere Rolle als virtuelle Erlebniswelten im Metaverse wird dabei die nächste Evolutionsstufe des Internets eröffnen. Unter dem Schlagwort Web3 wird gerade an Blockchain-basierten Technologien gearbeitet, die den Austausch von Werten ohne zentrale Plattform als Vermittler ermöglichen.

Musikrechte-NFTs als Vorreiter

Im Bereich der Musikindustrie gibt es derzeit erste Vorstöße, dass Künstler*innen ihre Fans über NFTs und sogenannte Smart Contracts an den Rechten ihrer Musik beteiligen. Mancher glaubt bereits, Web3 werde heute annähernd allmächtig erscheinende Player wie Spotify überflüssig machen. Dass in dem Thema „NFT Licensing“ Potenzial steckt, glaubt man offenbar auch bei Hipgnosis, dem Investmentfonds, der gerade alle Musikrechte aufkauft, derer er habhaft wird, und um verkaufswillige Künstler buhlt.

Darum mag es stimmen, wenn Venkateswaran sagt, dass es sich beim Fractional-Ownership-Modell von B.20 um ein Experiment handelt, bei dem es weniger um Investments geht als die Idee hinter einem neuen Verständnis von Kunstbesitz. Wobei das nur zum Teil zutrifft, denn mittlerweile wurde der „B.20 Buyout“ angekündigt. In die B.20-Token ist ein Smart Contract integriert. Der erlaubt es der Person, die fünf oder mehr Prozent der B.20-Token besitzt, durch ein Erstgebot eine Auktion auszulösen. Die Höhe des Einstiegsgebots errechnet sich aus dem B.20-Kurs und würde aktuell bei rund 60 Millionen Dollar liegen. Wer die Auktion gewinnt, erhält am Ende das komplette B.20-NFT-Bundle, während B.20-Token aller Besitzer in die an den US-Dollar gekoppelte Kryptowährung DAI umgewandelt werden.

Ein Spiel für sehr reiche Geeks

Das klingt alles nach einem Spiel für sehr reiche Geeks – und das ist es sicher auch. Aber wenn die Auktion funktioniert, wäre das NFT-Ökoystem um einen Case weiter. Und natürlich liegt die Frage nahe, was Metapurse mit seinem wertvollsten Asset vorhat, dem 69 Millionen Dollar teuren „Everydays: The First 5000 Days“-NFT.

„Wir haben bislang keine Pläne, dieses Kunstwerk zu monetarisieren“, sagt Venkateswaran. Man werde auf jeden Fall auch diesmal ein Metaverse-„Monument“ errichten, das „diesem Kunstwerk angemessen ist und nur im virtuellen Raum existieren kann.“ Zu darüber hinaus gehenden Plänen einer digitalen Auswertung des Kunstwerks möchte er sich nicht äußern.

Museen zeigen Interesse an Beeples Kunst

Dafür spricht er über Pläne in der realen Welt. Zum einen habe Metapurse gerade ein eigenen NFT-Podcast gestartet. Zum anderen wolle man mit 500.000 Dollar Medienschaffende unterstützen, die über Stories über die Kryptoökonomie in den Medien-Mainstream bringen. Und man zeige erstmals das Portfolio außerhalb der digitalen Welt. Aktuell sind Werke aus dem Metapurse-Portfolio im Rahmen einer kleinen Ausstellung in Peking zu sehen, die der Gründer des asiatischen Krypto-Kunstmarktplatzes Blockcreateart zusammen mit dem Kunstmuseum UCCA organisiert hat. Über QR-Codes könnten die Besucher die Authentizität der Werke nachvollziehen.

Mehrere Museen hätten zudem bereits Interesse an „Everydays: The First 5000 Days“ bekundet, erzählt Venkateswaran. Mit Blick auf den traditionellen Kunstmarkt erscheint es auch durchaus sinnvoll, die Nähe der klassischen Institutionen zu suchen. Denn wie Versteigerungen bei renommierten Auktionshäusern sind auch Ausstellungen in angesehenen Museen der beste Hebel, um den Wert eines Werks zu steigern. Wobei es im Fall des 69-Millionen-Dollar-Beeple wohl erst einmal darum gehen dürfte, den Kunstbetrieb zu überzeugen, dass die Summe, die Winkelmann zum drittteuersten lebenden Künstler gemacht hat, tatsächlich mehr abbildet als das Ergebnis eines Medienhypes.

Der Krypto-Investor und NFT-Sammler Vignesh Sundaresan alias Metakovan

Der Krypto-Investor und NFT-Sammler Vignesh Sundaresan alias Metakovan (Foto: vigneshsundaresan.com)

Metapurse verfolge auch Pläne für einen eigenen Ausstellungsort in der realen Welt, so Venkateswaran. „Wir möchten einen physischen Raum haben, den man betreten und diese riesige Collage in all ihrer Pracht erleben kann.“ Was dieser Ort dann sein wird, darüber entscheidet am Ende die Anerkennung – oder Ablehnung – von werken wie „Everydays: The First 5000 Days“ durch die Kunstszene. Entweder das Guggenheim der digitalen Kunst – oder eine Touristenattraktion in einem Zweckbau zwischen einer Filiale von Madame Tussaud’s und einem Musical-Theater in irgendeiner Metropole dieses Planeten.

„Es macht Spaß, das hier zu tun“

Vorerst bleiben Metakovans Sammlung, seine Metaverse-Museen, seine Token-Auktionen eine millionenschwere Wette, aus der Milliarden werden könnten – oder ein Haufen wertlosen Datenmülls auf der Blockchain. Und wie es auch kommt, der Investor wird weiterschwimmen. Selbst wenn das alles nicht abhebt, wäre das für Sundaresan okay. „Es macht keinen großen Teil seines Vermögens aus“, sagt sein Partner Venkateswaran. „Und es macht Spaß, das hier zu tun.“

Das kann man so stehen lassen. Aber es fällt schwer, sich vorzustellen, wie ein so bullish agierender, auf exponentiellen ROI spekulierender Krypto-VC wie Vignesh Sundaresan gelassen zusieht, wie sein bislang größtes Spiel verloren geht. Sicher, es ist nur eine Fußnote, aber wer sich damit zufrieden geben würde, Chef der Betreiberfirma einer Touristenattraktion zu sein, der hätte für seine Hauptquartier sicher eine andere Adresse gewählt. Die Anschrift von Sundaresans virtueller Firmenzentrale im Metaverse Cryptovoxels lautet: Metapurse HQ, 2 Cash Road.

Offenlegung: Zu einem Zeitpunkt, als nicht absehbar war, dass ich diese Geschichte schreiben würde, habe ich eine kleine Summe in B.20-Token investiert. Stand heute kann ich bestätigten, dass deren Wert zunehmend ideeller Natur ist.

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